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Deutsch-Machismo

von Andrea Noll

09.10.2003 — ZNet

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Oft ist von einer unsichtbaren Glasdecke die Rede, die Frauen auf ihrem (beruflichen) Weg nach oben abblockt. Aber müssten Deutschlands Straßen dann nicht eigentlich von Frauen mit bandagierten Köpfen wimmeln?

Mitte September gab die OECD eine Bildungsstudie heraus (‘Bildung auf einen Blick 2003’). Deren Autor, Andreas Schleicher, sagt: “Deutschland liegt weit hinter der Leistungsspitze der OECD zurück”. Die Studie vergleicht Bildungschancen in den 30 Ländern der OECD. Dabei besonders auffallend: die Zahl weiblicher deutscher Studierender, die ihr Studium erfolgreich abschließen, liegt massiv unter OECD-Durchschnitt. Insgesamt hat Deutschland in den 80gern und 90gern deutlich zuwenig in Bildung investiert. Eine Folge dieser Entwicklung: Beim Arbeitsproduktivitätsanstieg erreicht Deutschland (die größte Volkswirtschaft der EU) einen lausigen 23. Platz - beim Ranking unter 26 OECD-Ländern.

Geht es um Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, ist Deutschland eines der ‘Schlusslichter’ der EU / der industrialisierten Welt. Unsere Gesellschaft diskriminiert Frauen - und zwar ganz massiv. Nur 14% der Frauen in Ostdeutschland glauben, Gleichberechtigung sei erreicht (1), in Westdeutschland sind es 16%. Mit ‘Glasbarriere’ ist in Deutschland also nicht die hohe Saaldecke mit dem Kronleuchter gemeint, die künftige Managerinnen, Wissenschaftlerinnen und Kanzlerinnen am Durchstieg hindert - vielmehr eine enge Billigplexiglasröhre, in der Normalfrau sich im Kriechgang der Teilzeitjob-Sklaverei vorwärtsbewegt. Wir träumen vom Recht auf Vollzeitarbeit - auch wenn wir uns Kinder leisten und auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit -, ein Recht, das wir ohne den Vorwurf “Familienvätern die Stelle wegzunehmen” oder Rabenmütter zu sein, genießen wollen. Was wir fordern, ist das Recht auf gleiche sozio-ökonomische Bedingungen für Männer und Frauen, in Ausbildung und Beruf - mit Teilzeitjobs, Sklavenjobs, Macjobs geben wir uns nicht länger zufrieden. Was wir wollen, ist Arbeit, von der wir leben können, die uns finanziell unabhängig macht. Jetzt sehen wir uns in Deutschland auch noch mit den sogenannten “Reformen” konfrontiert - mit dem massivsten Abbau sozialer Rechte seit dem Zweiten Weltkrieg. Und fast alle Analysten sind sich einig: Frauen (und deren Kinder) werden am schlimmsten betroffen sein.

Magere und fette Jahre

Die 70ger und 80ger waren Westeuropas fette Jahre - zumindest im Vergleich mit heutzutage, mit unserer hohen Arbeitslosigkeit und dem massiven Rückbau sozialer Rechte und sozialer Dienstleistungen. Viele Länder der heutigen EU - wie Frankreich, Dänemark oder Schweden - nutzten in den ‘goldenen Jahren’ die Chance zur Stärkung der Rechte ihrer Bürgerinnen. Heute ernten diese Länder die Früchte ihrer Politik, in Form von vielen gut ausgebildeten Frauen, die trotz Kinder (mit oder ohne Partner) im Job blieben. Die Rate an öffentlicher Betreuung von unter dreijährigen Kindern liegt in Schweden bei 48%, in Frankreich bei 29%, im wiedervereinigten Deutschland hingegen bei lächerlichen 10%. Schweden bietet für Kinder zwischen 1 und 12 flächendeckende öffentliche Betreuung (auf hohem Niveau). Ganztagsschulen sind in vielen EU-Ländern längst Standard - nicht so in Deutschland. In den 80gern und 90gern erlebten wir in Deutschland die traurigen Überbleibsel des sogenannten “westdeutschen Familienmodells” - eines Dinosauriers der 50ger Jahre: Vater ist der Ernährer und verfolgt seine berufliche Karriere, während Mutti schön brav daheim bei den Kindern bleibt. Klappt es mit Papis Jobkarriere nicht so richtig, darf Mutti eventuell teilzeitarbeiten. Das deutsche Sozialsystem diskriminiert Frauen bei sozialer Absicherung und Rente - “Frauen leben länger, wissen aber häufig nicht wovon” -, und wenn Papi geht, bleibt Mutti unversorgt zurück. 16 Jahre patriarchalisch-konservativer Kohl-Regierung fordern ihren Preis...

Als Helmut Kohl 1982 an die Macht kam, katapultierte er den deutschen Feminismus zurück ins finstere Mittelalter. Kohl - groß, breit - wurde häufig mit einer Eiche verglichen, unter der alles zum Welken verdammt ist. Das Erste, was in diesem Land welkte, waren die Träume und Hoffnungen auf Gleichberechtigung. In den dürren Kohl-Jahren wurde das Modell des sogenannten ‘Erziehungsurlaubs’ geboren - ein dreijähriger finanzieller Anreiz, nach der Geburt eines Kindes daheim zu bleiben. Und sollte sich während dieser Zeit erneut Nachwuchs einstellen, hieß das, weitere drei Jahre Jobferne (die Quote erziehungsurlaubender Väter stagnierte übrigens zwischen 1,5 und 2 Prozent (!)). ‘Erziehungsurlaub’ - ein unflexibles Modell, das Mütter von kleinen Kindern massiv demotivierte, in den Beruf zurückzukehren. Die jetzige sozialdemokratisch-grüne Regierung hat das Modell durch die sogenannte ‘Elternzeit’ ersetzt - eine leicht verbesserte Variante. Grundsätzlich hat sich jedoch wenig geändert. Die Botschaft ist klar: Heirate, krieg’ Kinder und kassiere den Heimchen-am-Herd-Bonus. Die öffentliche Kinderbetreuungs-Situation in Westdeutschland ist katastrophal. Eine Frau, die die Energie aufbringt und nach Jahren der “Babypause” an den Arbeitsmarkt zurückkehrt, sieht sich mit einem Meer von Problemen konfrontiert - und mit einer öffentlichen Meinung, die öffentliche Kinderbetreuung (so sie denn existiert) immer noch als “sozialistisch” oder “unnatürlich” denunziert. Nach wie vor dominiert in unserer Gesellschaft das Bild von der drinnen waltenden, züchtigen Hausfrau, die es dem hart arbeitenden Ernährer so richtig gemütlich macht. Was aber, wenn der die Familie verlässt (einer von drei)? Was, wenn er arbeitslos wird? Was, wenn sie arbeiten will? Nur etwa 50% der Mütter kehren nach ‘Erziehungsurlaub’ bzw. ‘Elternzeit’ in den Job zurück. Für alle andern ist Schwangerschaft ein Fluss ohne Wiederkehr. Und diesen Fluss wollen immer weniger junge Frauen hinabtreiben. Ergebnis: eine erschreckend niedrige deutsche Geburtenrate.

Die fetten Jahre - in Europa sind sie klar vorbei. Länder wie Schweden, Dänemark oder Frankreich profitieren von einem Heer an gut ausgebildeten, qualifizierten Frauen; Deutschlands qualifizierte, gut ausgebildete Frauen sitzen häufig daheim bzw. arbeiten teilzeit, oder sie verstärken als arbeitslose Alleinerziehende (fehlende öffentliche Betreuung!) das Heer der Arbeitslosen. In Zeiten massiver Sozialkürzungen sind strukturelle Reformen zur Verbesserung der Situation der Frau ohnedies nicht zu erwarten. Währenddessen echoen deutsche Mainstream-Medien das Lamento der Wirtschaft über zuwenig hochqualifizierte Arbeitskräfte bzw. Spezialisten. Die Regierung weitet die Greencard-Regelung aus (d.h. holt Leute ins Land, die wir “brauchen” anstatt diejenigen ins Land zu lassen, die uns brauchen (Flüchtlinge)). Verrückt: Wir fördern ‘skilled immigration’ und ignorieren gleichzeitig das stehende Heer arbeitsloser weiblicher Spezialisten im eigenen Land.

Alles nur im Kopf

Eine Anekdote aus Napoleons Russlandfeldzug: Der Kaiser reitet im Triumph in ein kleines russisches Dorf ein - und ist erzürnt, weil die Glocken der Dorfkirche sich weigern, seinen glorreichen Einzug zu beläuten. Der Bürgermeister wird herbeizitiert: “Es gibt 14 Gründe, warum unsere Glocke nicht läutet”, erklärt er, “aber der wichtigste Grund: wir haben gar keine Glocke”. Es gibt 14 Gründe, weshalb Deutschland in puncto ‘Frauenrechte am Arbeitsmarkt’ Entwicklungsland ist (zuwenig Kinderbetreuung, unkooperative Arbeitgeber, öffentliche Meinung), im Prinzip läuft aber alles auf einen einzigen Grund hinaus: im wiedervereinigten Deutschland gibt es für Frauen kein Recht auf Vollerwerbstätigkeit. Deutschland ist Mitglied der EU und als solches Teil eines bürokratischen, supranationalen Gebildes, das neurotisch versucht, alles zu reglementieren - von der Gurkenlänge bis zum Rezept für Salzburger Nockeln. Nur in puncto ‘EU Gender Mainstreaming’ (der Grad, bis zu welchem jedes EU-Land seine Bürgerinnen diskriminieren darf) gibt sich die EU erstaunlich kompromisslerisch und schwankend.

Was haben Deutschlands Job-Eliten in Wirtschaft, Akademiebetrieb, Politik und Medien mit dem Vatikan zu tun? Alles “frauenfreie” Zonen. (“Die Regel war die Ausnahme” - Helmuth Karasek über die Geschlechter-Ratio in der Redaktion eines führenden deutschen Nachrichtenmagazins) Zurück zu unserer Glasdecke. Will frau dennoch und zum Trotz den Durchbruch schaffen, sieht sie sich häufig gezwungen, das ‘große Opfer’ zu bringen - und auf Nachwuchs zu verzichten. An der Spitze sei “conception the exception” (Empfängnis die Ausnahme), wie es eine Frau treffend ausdrückte. Und die deutschen Mainstream-Medien sind ein Spiegel der miesen Situation unserer Frauen. Hier eines der schockierendsten Beispiele der letzten Zeit - ein Interview (2) mit Ursula Engelen-Kefer, Vize-Chefin des mächtigen DGB. Das Interview erschien im ‘Stern’ - einem sehr einflussreichen deutschen Blatt. Der Interviewer ist - ein Mann. “Frau Engelen-Kefer, was über Sie geschrieben wird, ist fast nie freundlich. Sie seien, heißt es, penetrant, schrill, aufdringlich, kurz: eine fürchterliche Nervensäge”. Und später: “(Viele sagen zu mir)...Die quäkt doch auf allen Kanälen”. Braucht nicht extra betont zu werden, dass gehörte Frau Engelen-Kefer (60) dem Arbeitgeberlager an, MANN sie nicht derart respektlos behandelt hätte. Aber als Top-Frau der deutschen Gewerkschaften muss frau sich wohl auf so allerhand gefasst machen - zumindest auf Doppel-Diskriminierung. Der Interviewer: “Deutschland ist zur Engelen-Kefer-Republik geworden - das Land wie die Frau: blockiert, starr, reformunfähig”. Noch eine Kostprobe gefällig? “Doch selbst für einen Genossen von Ihnen, für Kanzler Schröder, sind Sie eine “Unperson”: einfach die “Quengelen-Keifer”“. Deutsch-Machismo - ich glaube, Sie haben einen Eindruck gewonnen.

XX - ein krankhafter Befund?

Im Jahr 1998 sind wir ‘Big Helmut’ endlich losgeworden. Seither ist es dem deutschen Polit-Chauvinismus nicht länger möglich, seine hässliche Fratze in aller Öffentlichkeit zu zeigen. Er versteckt sich unter der Burka. Wirklich geändert hat sich allerdings wenig. Zugegeben, sozialdemokratisch-grüne Politik ist im Vergleich zu Kohls Zeiten weniger patriarchalisch - weniger ‘chauvi’ ist sie deshalb noch lange nicht. Auch in einer Schröder-Fischer-Regierung wäre eine Außen-, Verteidigungs- oder selbst Innenministerin undenkbar. Frauen werden in die weniger relevanten ‘Vorzeigefrauen’-Ressorts abgedrängt - siehe das berühmte “Ministerium für Familie, Frauen und Gedöns” (Schröders verräterischer Versprecher, Sie erinnern sich...). In unserer Geschichte ist der Platz der deutschen Kanzlerin verwaist. Oder denken wir nur an die 16 Bundesländer, wo Schleswig-Holsteins wackere Heide Simonis einsam die Stellung gegenüber 15 männlichen Ministerpräsidentenkollegen hält (und über diese Erfahrung sogar ein Buch geschrieben hat). Das ‘Wir-müssen-leider-draußen-bleiben’-Schild für Frauen, die es in Schlüsselpositionen zieht, hat die Regierung Schröder jedenfalls in guterhaltenem Zustand von ihren konservativen Vorgängern übernommen.

Derzeit reden wir uns in Deutschland die Köpfe fiebrig über ein besonders heißes Eisen: Wäre es eventuell riskierbar, zum erstenmal in unserer Geschichte überhaupt, eine Bundespräsidentin ans Ruder zu lassen? Natürlich ist der Posten rein dekorativ (seit der greise Hindenburg 1933 Hitler an die Macht brachte). Aber ist das nicht doch alles viel zuviel der Verantwortung für eine einzelne Frau? Wäre die ganze Reiserei nicht zu ermüdend für eine schwächliche XX-Konstitution? (Am besten, wir fragen die mittlerweile 77-jährige Queen Elizabeth.) Die Argumente, die gegen eine deutsche Präsidentin vorgebracht werden, ähneln frappant jenen, mit denen sich einer der möglichen Kandidaten des konservativen Lagers herumschlägt: Wolfgang Schäuble, querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. XX - eine Erbkrankheit? MANNche scheinen das zu meinen.

Verliererinnen der Einheit

Zwischen Deutschland Ost und dem kapitalistischen Westen klafft nach wie vor ein tiefer Graben. Wir erinnern uns: nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in zwei Hälften geteilt. Deutschlands Osten wurde Teil des kommunistischen Ostblocks, während der Westen zum Frontstaat der westlichen Welt mutierte. Die Trennungslinie (repräsentiert durch die Berliner Mauer) verlief mitten durchs Volk und riss viele Familien auseinander. Nachdem wir 44 Jahre (1945 - 1989) getrennt waren, kam die Wiedervereinigung schockierend schnell - mit dem Fall der Mauer, 1989. Erinnert fast an ein Experiment mit eineiigen Zwillingen: Wie entwickelt sich eine identische Gesellschaft unter sozialistischen/kapitalistischen Bedingungen? Ich denke, wir sind uns einig, das sozialistische Experiment ist partiell gescheitert - nicht zuletzt, weil sich Sozialismus nicht mit Zwang vereinbaren lässt. Was allerdings ‘Frauen’ und deren Rechte betrifft, gab es Erfolge. Hier ein paar interessante statistische Fakten:

In der DDR betrug die Quote vollzeitarbeitender Frauen im Jahr 1955 52,5%. Bis 1989 kletterte sie auf beeindruckende 91,2% (1) - was frau einer konsequenten Umsetzung der “sozialistischen Emanzipationstheorie” zu verdanken hat. Jede Frau in der DDR hatte das Recht auf Vollerwerbstätigkeit. die Gesellschaft umgab sie mit einem Netz an unterstützenden öffentlichen Institutionen. Demgegenüber betrachtete der Westen Vollerwerbstätigkeit bei verheirateten Frauen als rein private Luxussache - von der Gesellschaft nicht zu fördern. Um mit den Lasten der Job-Diskriminierung fertigzuwerden, hätten Westfrauen mindestens drei Schultern nötig gehabt. Leider hatten sie nur zwei. In der DDR existierte keine offizielle Arbeitslosigkeit. Das hat sich seit der Wende gründlich geändert. 1994 war die weibliche Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland auf einen Höchststand von 21,5% geklettert (Ost-Männer: 10,9%) (1). 1999 lag sie immer noch bei 20% (1). Und seither hat sich die Situation weiter verschlechtert - für Frauen und Männer. Die Situation der Frauen im Westen ist anders. Westfrauen tendieren dazu, der Arbeitslosenstatistik zu entgleiten. Sie “verschwinden” ganz einfach - in der Familie und/oder im Minijob-Markt. Entsprechend höher die Teilzeitquote bei westdeutschen Frauen. Die überwiegende Mehrheit der Ostfrauen hingegen beharrt auf ihrem Recht auf Vollerwerbstätigkeit (ein Recht, das Frauen im Westen so nie gekannt haben) und verteidigt es. Es ist Teil ihrer Identität, war schon Teil der Identität ihrer Mütter. 1999 lag die offizielle Arbeitslosenquote bei Frauen in Westdeutschland bei 9,9% (Männer: 9,8%) (1). Gleichzeitig waren 40% aller erwerbstätigen Frauen in Westdeutschland teilzeitbeschäftigt - im Osten lag die Quote bei 22%. Die Quote teilzeitarbeitender Männer lag 1999 bei 4,5% in Westdeutschland und 3,3% im Osten. 75% aller Teilzeitarbeit oder Arbeit, von der es sich nicht leben lässt, wurde 1999 von Frauen geleistet (1). Die Erwerbsquote (Zahl der arbeitslos Gemeldeten oder Erwerbstätigen) lag bei Frauen im Osten 1999 bei 74%, bei Westfrauen nur bei 55,3% (1). Das alles sind schlagende Beweise, wie wichtig den Ostfrauen die sozialistische Errungenschaft der Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt nach wie vor ist. Frauen im Westen haben es nie geschafft, auf breiter Front in den Vollerwerbs-Arbeitsmarkt vorzudringen. Heute sind sie zunehmend auf Macjobs angewiesen - obwohl häufig besser ausgebildet als Männer.

Aber nicht nur Deutschland hat Probleme. In Holland beispielsweise wuchert weibliche Teilzeitarbeit geradezu krebsartig. In Italien ist öffentliche Kinderbetreuung ein großes Problem, und mit Großbritanniens komplett dereguliertem Arbeitsmarkt kommen Frauen noch weit weniger zurande als Männer. Wer dennoch zweifelt, ob Gleichberechtigung in Europa in eine Reihe mit Soziale-Gerechtigkeits-Themen wie Globalisierung oder Rassismus gehört, sei herzlich eingeladen, sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Situationsverschärfend kommt hinzu, dass die sozialen Rechte in Europa insgesamt immer mehr unter Druck geraten. Gleichberechtigung in Ausbildung und am Arbeitsmarkt ist daher ein lichterloh brennendes Thema im Kampf um soziale Gerechtigkeit.

(1) ‘Deutschland Ost - Deutschland West; Opfer Verliererinnen, ungleiche Schwestern? Zur Situation der Frauen in Ost- und Westdeutschland’ von Dr. Beate Rosenzweig, u.a. als Lehrbeauftragte am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Universität Freiburg tätig: http://www.lpb.bwue.de/aktuell/bis/4_00/ostwest08.htm

(2) ‘Ich musste den Jungs zeigen, was ich kann!’ Arno Luik interviewt Ursula Engelen-Kefer

Orginalartikel: German Machismo
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