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Die jüngste Attacke gegen die MST

von Movimento Sem Terra

27.03.2003 — de Fato / ZNet

— abgelegt unter:

In den letzten Tage hat die so genannte "große Presse" der MST viel Platz gewidmet, aber, um uns, wie gewöhnlich, zu attackieren. Zornige Editorials, große Überschriften, provokative Fotos und übertriebene Geschichten sind benutzt worden, um auf dem Land ein Kriegsklima zu schaffen.

Was geschah aber tatsächlich?

Während der Karnevalswoche sind drei Plantagen besetzt worden. Seit Januar fanden solche Besetzungen an verschiedenen Orten hier und dort in jeder Woche statt. Einige sind sogar von lokalen Organisationen oder anderen Gruppen durchgeführt worden, die gar nicht an die MST angegliedert sind. Demzufolge sind drei Besetzungen sicherlich kein Grund, einen "Nationalen Sicherheitsalarm" auszurufen!

Was passierte außerdem: an zwei INCRA Stationen, in Cuiabá und in Goiânia, wurde demonstriert. In beiden fällen sind die Demonstrationen mit den ArbeitnehmerInnen der jeweiligen Ableger koordiniert worden. Die Episode in Cuiabá war lächerlich: die MST platzierte sich vor dem INCRA- Büro, um eine abtrünnige Gruppierung namens MTA (durch wahrhafte Besitzinteressen geschaffene Siedlungsbewegung) daran zu hindern, das Gebäude zu stürmen und sich mit enteigneten Aktenheftern davon zu machen. Im Verlauf der Konfrontation zerstörten Mitglieder der MTA einige Fenster des Büros. In Goiânia ist eine friedliche Demonstration, mit der Unterstützung der ArbeiterInnen INCRAs, abgehalten worden, um die Regierung aufzufordern, einen Superintendenten zu ernennen, da die MST dort seit drei Monaten keinen Verhandlungspartner hat.

Genau das passierte.

Aber jetzt bleibt in den Köpfen der BürgerInnen, die die Zeitungen gelesen oder im Internet nachgeforscht haben, die Idee, dass die MST Lulas Regierung den Krieg erklärt und von ihr im Umkehrschluss gefordert hat, dass sie eine Agrarreform an einem Tag umsetzt.

Diese Manipulation, die so oft von den "großen Medien" gegen kleine soziale Bewegungen ins Felde geführt wird, ist Gegenstand zahlreicher Thesen von Journalistikmagistern und -doktorInnen gewesen - in Zukunft wären allerdings die RedakteurInnen sehr wohl geeignet, Gegenstand psychologischer Thesen zu werden.

Aber all jene Dinge, um die es hier geht, bleiben unerwähnt. Es geht uns um Klassenkampf. Einen politischen Kampf.

Die brasilianischen Eliten können die Wahlniederlage vom Oktober nicht hinnehmen. Sie wissen, dass die Menschen gegen ihr neoliberales Programm gestimmt haben. Sie wissen, dass die Menschen für eine Agrarreform gestimmt haben. Sie wissen, dass die Landlosen Lula gewählt haben. Und sie wissen, dass Lula Schritte in Richtung einer Landreform macht.

Aber sie werden nicht aufgeben. Sie arbeiten weiter darauf hin, dass sichergestellt wird, dass sich das Wahlergebnis nicht in der Regierung verwirklicht. Sie benutzen ihre Hauptwaffe im ideologischen Kampf, die Medien, um die sozialen Bewegungen an ihrem Fortschritt zu hindern und um jedweden sozialen Kampf als gegen Lulas Regierung gerichtet darzustellen, obwohl eben jene Regierung eigentlich das Produkt des zwanzigjährigen Kampfes des brasilianischen Volkes ist.

Sie wollen ein falsches Bild von Radikalismus entwickeln. Und sie wollen die sozialen Bewegungen und die Linke in Lulas Regierung isolieren.

Dies sind wahren Beweggründe, die hinter dem unkontrollierbaren Zorn der Gentlemen der herrschenden Klassen stehen, die nicht einen Krummen ihrer Macht verlieren wollen.

Soziale Probleme werden jedoch nicht mit faschistischen Editorials gelöst. Soziale Probleme werden mit konkreten Errungenschaften im Leben der Menschen beseitigt.

Wir haben laut und klar gesagt, dass unsere Gegner das alte Besitzsystem und das neoliberale Modell. Und wir werden mit all unserer Kraft kämpfen.

Wir sagen, dass wir Partner der Regierung des Volkes sind, aber auch, dass wir trotzdem unsere Autonomie (Unabhängigkeit ) aufrechterhalten.

Sie wollen allerdings die Regierung von den Bewegungen isolieren, um sie zu schwächen und um sie zu dominieren (beherrschen). Und sie wollen die Bewegungen von der Regierung isolieren, um jegliche soziale Errungenschaften zu verhindern, die ein Privilegienverlust der brasilianischen Oberklasse bedeuteten.

Der Krieg wird also nicht auf dem Land geführt - sondern auf dem Zentralplateau!

Orginalartikel: Recent attack on MST
Übersetzt von: Christian Stache
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