Ein Offener Brief an Amerika
von Ariel Dorfman
08.09.2002 — ZNet
—
abgelegt unter:
9/11
Du gabst mir, einem Americano des Lateinischen Südens, diese Sprache der Liebe, die ich nun dir zuwende., Ariel Dorfman Lass mich dir, Amerika, über die Hoffnungen erzählen, die ich für dich hatte.
Während die Rauchwolken Manhattan verschlangen und die Gebäude fielen und der sich Terror sich in die letzten Winkel deines Landes und deines Herzens erstreckte, waren meine Hoffnungen dir, Amerika.
Währen überall auf der Welt viele, die bereits Opfer deines eigenen Terrors gewesen sind, deiner eigenen Angriffe, dachten und oft sagten, dabei sagten und doch öfters dachten – Sie verdienen es – Das geschieht ihnen recht – Es war auch Zeit, dass sie erfahren, was es heißt auf der Empfängerseite zu stehen. Das ist nicht war, dachte ich, sagte ich. Niemand verdient Terror. Gerechtigkeit. Was wir verdienen – jeder von uns – ist ein gewisser Grad an Gerechtigkeit.
Meine Hoffnungen für Amerika: es ist nicht so, dass dies für dich gut war. Nein, das ist es nicht. Aber ich habe schon Leiden gesehen, ich habe viele Witwen auf entlegenen Straßen mit den Fotos ihrer Geliebten herumwandern sehen, fragend, ob irgendjemand weiß ob sie noch leben oder tot sind, ich habe Männer und Frauen und sogar Länder gesehen, die ihre tiefsten Schmerzen zu einer Quelle der Stärke machten, einer Art von Selbsterkenntnis, eine Chance zu wachsen.
Eine Chance zu wachsen – Amerika – das war meine Hoffnung.
Ein Verlust, der zur Reife wird.
Eine Chance zu verstehen. Nicht alleine, Amerika, bist du, nicht alleine in deinem Schmerz. Ein immer wiederkehrendes Tal des Schreckens, das ist es, in was der Großteil der Menschheit geboren wird, an jedem Tag, und jeden weit entfernten Tag wiederum. Nicht darüber nachdenkend, ob wir morgen einmal mehr angegriffen und mit Bomben beworfen werden, gedemütigt und gepeinigt. Amerika lebt plötzlich jenes, was fast jeder Andere auf diesem Planet entweder gestern oder heute zu irgendeiner Zeit erfahren hat: die unsichere Grube der täglichen Gefahr.
Meine Hoffnung für Amerika: Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, die Fähigkeit zur Vorstellung, dass du nicht einmalig bist. Ja, Amerika, wenn diese grausame Zerstörung dir nur lehren würde, dass deine Bürger und deine Toten nicht die einzigen auf dem Planeten sind, die zählen, wenn diese Erfahrungen dich dazu führen würden einen entschlossenen Krieg gegen die vielfältigen Schrecken zu führen, die unser bereits mörderisches neues Jahrhundert verfolgen.
Ein erwachendes Amerika.
Nicht um zu sein. Was nicht passiert ist.
Dein Land, entführt. Deine Panik, ausgenutzt um dich auf einen Rundgang des Schreckens zu führen, von dem es schwierig ist zurückzukehren, die Männer am Steuer sind nicht darüber besorgt, Amerika auf die Welt zu stürzen.
Aber nicht nur der Fehler der Männer, welche dich falsch regieren.
Sie können nur tun, was du ihnen erlaubt hast, und diese Männer antworten, auf einige deiner tiefsten Wünsche.
Über alledem: wieder unschuldig zu sein, wieder dich selbst mögen zu können, nach Vietnam. Vietnam? Jenes Land, das du in einen riesigen Friedhof verwandelt hast?
Über Unschuldigkeit, die dir zurückgegeben worden ist, am 11. September 2001. Ein schrecklicher Preis war zu bezahlen, aber hier ist sie. Diese Gräueltaten, diese Zerstörung, machte schließlich euch alle zu Opfern. Keine Wenn, keine Aber, kein Hören auf die Neinsager, keine Geduld für jene, welche dir einen Blick auf deine eigene Geschichte nahe legen, deine eigenen Interventionen quer durch den ganzen Globus, um zu verstehen, warum so viele da draußen in der verrückten Welt dich verabscheuen könnten. Keine weiteren Selbst-Zweifel, Amerika.
Hüte dich vor der Plage der Opferrolle, Amerika.
Den Finger den ich auf dich zeige, zeigt auf mich selbst zurück. Ich kenne diese Erregung, ich habe sie in ihrer Süße aufgesaugt, ich habe den Schwall der Selbstgerechtigkeit der von einer unrechten Verletzung stammt gefühlt. Egal was wir machen, es ist gerechtfertigt. Jede Kritik gegen uns, abgewiesen.
Hüte dich vor der Plage der Furcht und des Zorns, Amerika.
Es gibt nichts gefährlicheres: ein Gigant, der sich fürchtet. Macht und Terror ausübend, so damit die Dämonen innen wie außen ihn nicht verschlingen, so dass die Trauma der Vergangenheit sich nicht wiederholen.
Hüte dich vor der Plage der Amnesie, Amerika.
Oder hast du Chile vergessen? Nicht nur ein Name. Chile? Demokratisches Chile? Dämonisiert, destabilisiert – von deiner Regierung im Jahr 1973? Dieses 17 Jahre von einem Diktator falsch geführte Land, bei dessen Einsetzung du geholfen hast?
Und andere Länder, andere Namen. Iran, Nicaragua, Kongo, Indonesien, Südafrika, Laos, Guatemala. Nur Namen? Nur Fußnoten in Geschichtsbüchern, deine Erschaffungen?
Aber ich spreche nicht nur aus der Ferne mit dir. Wie könnte ich dir nicht gutes wünschen? Du gabst mir, einem Americano des Lateinischen Südens, diese Sprache der Liebe, die ich nun dir zuwende. Du gabst mir die heißen Sommernachmittage meiner Kindheit in Queens, als meine krasseste Wahl es war, ob ich ein Popsicle [A.d.Ü.: ein Eis am Stiel] vom Good Humor – Mann oder vom fetten Fahrer vom Bungalow Bar – Truck kaufen soll. Danach wieder zurück zur Berechnung von Jackie Robinsons Trefferquote. Wie könnte ich dir nicht gutes wünschen? Du gabst mir einen Zufluchtsort, als ich noch kaum ein Kleinkind war; als meine Familie vor den faschistischen Schlägern Mitte der 40er-Jahre aus Argentinien flüchtete. Damals war ich einer von euch. Das bin ich auch heute noch. Wie könnte ich dir nicht gutes wünschen? Amerika war es wohin ich mit meiner Familie von dem Chile Pinochets ins Exil flüchtete, zu dessen Existenz du ihm genau am 11. September behalfst, einem weiteren unheilvollen Dienstag. Und doch, wüsche ich dir gutes, Amerika: do botest mir die Freiheit zu sprechen, die ich in Santiago nicht hatte, du gabst mir die Möglichkeit zu schreiben und zu lehren, du gabst mir eine Gringa-Enkelin, wie könnte ich das Haus in dem sie lebt nicht lieben?
Wo ist dieses, mein, Amerika? Wo ist dieses andere Amerika? Wo ist das Amerika des ‚so wie ich kein Sklave sein würde, so würde ich auch kein Herrscher sein’, das Amerika wo ‚dieses Land ist unser Land, und dieses Land war für dich und mich gedacht’, das Amerika aller Männer und aller Frauen, eines jeden von uns auf dieser, unserer, gezeichneten, ruhmvollen Erde, allen von uns, gleich erschaffen? Gleich erschaffen: ein Baby in Afghanistan oder im Irak als genauso heilig wie ein Baby in Minneapolis. Wo ist mein Amerika? Das Amerika, das mich die Toleranz jeder Rasse und jeder Religion gelehrt hat, das mich mit dem Pioniergeist erfüllt hat, das gegen Fehler nachgiebig ist, wenn die Katastrophe einbricht?
Lag ich falsch?
Als ich hoffte, dass du dich der Herausforderung stellen würdest, als der Tod dich vom Himmel besuchte? Als ich daran glaubte, dass das gerechte, rebellische, uneigennützige Amerika noch am Leben war? Nicht zur Gänze vom übermäßigen Reichtum verdorben? Mit der Courage ihrer Furcht Herr zu werden?
Ein Amerika, das von Vietnam dazugelernt hat.
Vietnam. Mehr, viel mehr als 3000 Tote. Mehr, viel mehr, als zwei Städte bombardiert. Mehr, mehr, Mehr als ein Tag des Schreckens.
Und doch, hassen sie dich nicht, Amerika.
Die andauernde Lehre von Vietnam. Lösche den Feind nicht aus, beim nächsten mal. Satanisiere nicht die, die widersprechen, beim nächsten mal.
Was die Vietnamesen dir zuflüstern: sie erinnern sich und doch hassen sie nicht. Das es nicht so einfach, Amerika, Schuld zu vergeben. Oder kannst du deinen eigenen 11. September so leicht vergessen?
Es ist nicht so einfach, Amerika.
Zu wachsen.
Oder lag ich falsch? Habe ich mich mit deiner Unschuld angesteckt, zu lange unter dir gelebt? Brauchst du 50000 nach Hause zurückkehrende Leichensäcke, bevor du deinen eigenen Stimmen des Friedens und des Widerspruchs zuzuhören beginnst?
Ist es falsch, wenn ich glaube, dass das Land, das der Welt Jazz, Faulkner und Eleanor Roosevelt gab, fähig sein wird sich selbst im angesprungenen Spiegel der Geschichte zu betrachten und sich dem Rest der Menschheit anzuschließen, nicht als eine Stadt auf einem anderen Hügel, aber als eine weitere Stadt in den leuchtenden Tälern des Leides und der Unsicherheit und der Hoffnung, in denen wir alle wohnen?
Ariel Dorfman has just published Exorcising Terror: The Incredible Unending Trial of General Augusto Pinochet (Seven Stories Press) and a book of poems, In Case of Fire in a Foreign Land (Duke University Press). This article will also appear in the next issue of the US magazine, The Nation
Während die Rauchwolken Manhattan verschlangen und die Gebäude fielen und der sich Terror sich in die letzten Winkel deines Landes und deines Herzens erstreckte, waren meine Hoffnungen dir, Amerika.
Währen überall auf der Welt viele, die bereits Opfer deines eigenen Terrors gewesen sind, deiner eigenen Angriffe, dachten und oft sagten, dabei sagten und doch öfters dachten – Sie verdienen es – Das geschieht ihnen recht – Es war auch Zeit, dass sie erfahren, was es heißt auf der Empfängerseite zu stehen. Das ist nicht war, dachte ich, sagte ich. Niemand verdient Terror. Gerechtigkeit. Was wir verdienen – jeder von uns – ist ein gewisser Grad an Gerechtigkeit.
Meine Hoffnungen für Amerika: es ist nicht so, dass dies für dich gut war. Nein, das ist es nicht. Aber ich habe schon Leiden gesehen, ich habe viele Witwen auf entlegenen Straßen mit den Fotos ihrer Geliebten herumwandern sehen, fragend, ob irgendjemand weiß ob sie noch leben oder tot sind, ich habe Männer und Frauen und sogar Länder gesehen, die ihre tiefsten Schmerzen zu einer Quelle der Stärke machten, einer Art von Selbsterkenntnis, eine Chance zu wachsen.
Eine Chance zu wachsen – Amerika – das war meine Hoffnung.
Ein Verlust, der zur Reife wird.
Eine Chance zu verstehen. Nicht alleine, Amerika, bist du, nicht alleine in deinem Schmerz. Ein immer wiederkehrendes Tal des Schreckens, das ist es, in was der Großteil der Menschheit geboren wird, an jedem Tag, und jeden weit entfernten Tag wiederum. Nicht darüber nachdenkend, ob wir morgen einmal mehr angegriffen und mit Bomben beworfen werden, gedemütigt und gepeinigt. Amerika lebt plötzlich jenes, was fast jeder Andere auf diesem Planet entweder gestern oder heute zu irgendeiner Zeit erfahren hat: die unsichere Grube der täglichen Gefahr.
Meine Hoffnung für Amerika: Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, die Fähigkeit zur Vorstellung, dass du nicht einmalig bist. Ja, Amerika, wenn diese grausame Zerstörung dir nur lehren würde, dass deine Bürger und deine Toten nicht die einzigen auf dem Planeten sind, die zählen, wenn diese Erfahrungen dich dazu führen würden einen entschlossenen Krieg gegen die vielfältigen Schrecken zu führen, die unser bereits mörderisches neues Jahrhundert verfolgen.
Ein erwachendes Amerika.
Nicht um zu sein. Was nicht passiert ist.
Dein Land, entführt. Deine Panik, ausgenutzt um dich auf einen Rundgang des Schreckens zu führen, von dem es schwierig ist zurückzukehren, die Männer am Steuer sind nicht darüber besorgt, Amerika auf die Welt zu stürzen.
Aber nicht nur der Fehler der Männer, welche dich falsch regieren.
Sie können nur tun, was du ihnen erlaubt hast, und diese Männer antworten, auf einige deiner tiefsten Wünsche.
Über alledem: wieder unschuldig zu sein, wieder dich selbst mögen zu können, nach Vietnam. Vietnam? Jenes Land, das du in einen riesigen Friedhof verwandelt hast?
Über Unschuldigkeit, die dir zurückgegeben worden ist, am 11. September 2001. Ein schrecklicher Preis war zu bezahlen, aber hier ist sie. Diese Gräueltaten, diese Zerstörung, machte schließlich euch alle zu Opfern. Keine Wenn, keine Aber, kein Hören auf die Neinsager, keine Geduld für jene, welche dir einen Blick auf deine eigene Geschichte nahe legen, deine eigenen Interventionen quer durch den ganzen Globus, um zu verstehen, warum so viele da draußen in der verrückten Welt dich verabscheuen könnten. Keine weiteren Selbst-Zweifel, Amerika.
Hüte dich vor der Plage der Opferrolle, Amerika.
Den Finger den ich auf dich zeige, zeigt auf mich selbst zurück. Ich kenne diese Erregung, ich habe sie in ihrer Süße aufgesaugt, ich habe den Schwall der Selbstgerechtigkeit der von einer unrechten Verletzung stammt gefühlt. Egal was wir machen, es ist gerechtfertigt. Jede Kritik gegen uns, abgewiesen.
Hüte dich vor der Plage der Furcht und des Zorns, Amerika.
Es gibt nichts gefährlicheres: ein Gigant, der sich fürchtet. Macht und Terror ausübend, so damit die Dämonen innen wie außen ihn nicht verschlingen, so dass die Trauma der Vergangenheit sich nicht wiederholen.
Hüte dich vor der Plage der Amnesie, Amerika.
Oder hast du Chile vergessen? Nicht nur ein Name. Chile? Demokratisches Chile? Dämonisiert, destabilisiert – von deiner Regierung im Jahr 1973? Dieses 17 Jahre von einem Diktator falsch geführte Land, bei dessen Einsetzung du geholfen hast?
Und andere Länder, andere Namen. Iran, Nicaragua, Kongo, Indonesien, Südafrika, Laos, Guatemala. Nur Namen? Nur Fußnoten in Geschichtsbüchern, deine Erschaffungen?
Aber ich spreche nicht nur aus der Ferne mit dir. Wie könnte ich dir nicht gutes wünschen? Du gabst mir, einem Americano des Lateinischen Südens, diese Sprache der Liebe, die ich nun dir zuwende. Du gabst mir die heißen Sommernachmittage meiner Kindheit in Queens, als meine krasseste Wahl es war, ob ich ein Popsicle [A.d.Ü.: ein Eis am Stiel] vom Good Humor – Mann oder vom fetten Fahrer vom Bungalow Bar – Truck kaufen soll. Danach wieder zurück zur Berechnung von Jackie Robinsons Trefferquote. Wie könnte ich dir nicht gutes wünschen? Du gabst mir einen Zufluchtsort, als ich noch kaum ein Kleinkind war; als meine Familie vor den faschistischen Schlägern Mitte der 40er-Jahre aus Argentinien flüchtete. Damals war ich einer von euch. Das bin ich auch heute noch. Wie könnte ich dir nicht gutes wünschen? Amerika war es wohin ich mit meiner Familie von dem Chile Pinochets ins Exil flüchtete, zu dessen Existenz du ihm genau am 11. September behalfst, einem weiteren unheilvollen Dienstag. Und doch, wüsche ich dir gutes, Amerika: do botest mir die Freiheit zu sprechen, die ich in Santiago nicht hatte, du gabst mir die Möglichkeit zu schreiben und zu lehren, du gabst mir eine Gringa-Enkelin, wie könnte ich das Haus in dem sie lebt nicht lieben?
Wo ist dieses, mein, Amerika? Wo ist dieses andere Amerika? Wo ist das Amerika des ‚so wie ich kein Sklave sein würde, so würde ich auch kein Herrscher sein’, das Amerika wo ‚dieses Land ist unser Land, und dieses Land war für dich und mich gedacht’, das Amerika aller Männer und aller Frauen, eines jeden von uns auf dieser, unserer, gezeichneten, ruhmvollen Erde, allen von uns, gleich erschaffen? Gleich erschaffen: ein Baby in Afghanistan oder im Irak als genauso heilig wie ein Baby in Minneapolis. Wo ist mein Amerika? Das Amerika, das mich die Toleranz jeder Rasse und jeder Religion gelehrt hat, das mich mit dem Pioniergeist erfüllt hat, das gegen Fehler nachgiebig ist, wenn die Katastrophe einbricht?
Lag ich falsch?
Als ich hoffte, dass du dich der Herausforderung stellen würdest, als der Tod dich vom Himmel besuchte? Als ich daran glaubte, dass das gerechte, rebellische, uneigennützige Amerika noch am Leben war? Nicht zur Gänze vom übermäßigen Reichtum verdorben? Mit der Courage ihrer Furcht Herr zu werden?
Ein Amerika, das von Vietnam dazugelernt hat.
Vietnam. Mehr, viel mehr als 3000 Tote. Mehr, viel mehr, als zwei Städte bombardiert. Mehr, mehr, Mehr als ein Tag des Schreckens.
Und doch, hassen sie dich nicht, Amerika.
Die andauernde Lehre von Vietnam. Lösche den Feind nicht aus, beim nächsten mal. Satanisiere nicht die, die widersprechen, beim nächsten mal.
Was die Vietnamesen dir zuflüstern: sie erinnern sich und doch hassen sie nicht. Das es nicht so einfach, Amerika, Schuld zu vergeben. Oder kannst du deinen eigenen 11. September so leicht vergessen?
Es ist nicht so einfach, Amerika.
Zu wachsen.
Oder lag ich falsch? Habe ich mich mit deiner Unschuld angesteckt, zu lange unter dir gelebt? Brauchst du 50000 nach Hause zurückkehrende Leichensäcke, bevor du deinen eigenen Stimmen des Friedens und des Widerspruchs zuzuhören beginnst?
Ist es falsch, wenn ich glaube, dass das Land, das der Welt Jazz, Faulkner und Eleanor Roosevelt gab, fähig sein wird sich selbst im angesprungenen Spiegel der Geschichte zu betrachten und sich dem Rest der Menschheit anzuschließen, nicht als eine Stadt auf einem anderen Hügel, aber als eine weitere Stadt in den leuchtenden Tälern des Leides und der Unsicherheit und der Hoffnung, in denen wir alle wohnen?
Ariel Dorfman has just published Exorcising Terror: The Incredible Unending Trial of General Augusto Pinochet (Seven Stories Press) and a book of poems, In Case of Fire in a Foreign Land (Duke University Press). This article will also appear in the next issue of the US magazine, The Nation
Orginalartikel:
An Open Letter To America
Übersetzt von:
Matthias
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