Starbucks: der Gute-Laune-Kaffee
von William McDougall
11.07.2002 — ZNet
BERLIN. „Weltstadt“ u. der Ort, an dem sich ein paar der weltweit berühmtesten Meilensteine der Geschichte bzw. der Kultur befinden. Und jetzt kommt also auch noch Starbucks dazu - das hier neulich seine ersten beiden Pionier-Läden aufgemacht hat: den einen im historisch jüdischen „Hackeschen Markt“, den andern am „Pariser Platz“ - nur einen Steinwurf vom Brandenburger Tor, dem Symbol von Preußens Gloria u. Preußens Einheit, entfernt. Zwischen Berlin u. Tel Aviv liegen hingegen nur etwas weniger als 3000 Kilometer Luftlinie; dennoch eint beide Städte die Tatsache, dass sie als Sprungbrett dienen sollen für Starbucks Hechtsprung in den deutschen respektive israelischen Coffeeshop-Markt. Was Israel angeht, so begann die Penetration des dortigen Markts ernsthaft schon vor einem Jahr. In Berlin hat der Kaffee-Gigant aus Seattle bislang zwei Geschäfte eröffnet, fünf bis zehn weitere sollen während der kommenden sechs Monate folgen - demnach scheint es das große Unternehmen - das so gerne kleinkariert denkt -, also wirklich ernst zu meinen mit dem deutschen Markt. Das Ganze spielt sich im Rahmen eines Joint-Venture-Unternehmens mit KarstadtQuelle ab, wobei der Kaufhausriese eine 82 Prozent Aktienmehrheit hält. Was Starbucks hingegen zum Geschäft beisteuert, ist seine unbezahlbare Marktpräsenz - eine Marktpräsenz, wie sie nur von einer Handvoll internationaler Marken geteilt wird. Denn wie jene andern glitzernden Ikonen des Konsumismus - Coca Cola, MacDonalds oder Nike - hat es auch Starbucks geschafft, seinen Namen zum Synonym für die Produkte zu machen, die es vermarktet: Starbucks verkauft nicht einfach Kaffee - Starbucks i s t Kaffee. Weltweit werden tagtäglich drei neue Starbucks-Geschäfte eröffnet.
Starbucks“ (neuer) Vorsitzender u. globaler Stratege Howard Shultz behauptet, er fände “die umfangreichen Möglichkeiten, die Deutschland bietet, sehr aufregend. Die Deutschen sind ja mit die größten Kaffeetrinker der Welt. Ich bin zuversichtlich, dass das Erlebnis der Starbucks-Kaffeehäuser in Berlin auf große Akzeptanz stoßen wird - dieser internationalen Metropole mit ihrer so vielfältigen Bevölkerung“. Und bezüglich seines Vorstoßes in Berlin - das ja nun nicht gerade als Kaffee-Wüste gilt -, ergänzt Shultz: “Unser Eintritt in den deutschen Markt kommt ja zu einem Zeitpunkt, da unsere Operationen auf europäischer Ebene gerade unglaublich in Fahrt gekommen sind“. Das Ganze kommt allerdings auch zu einem Zeitpunkt, da gerade eine Boykott- Kampagne gegen amerikanische Produkte von Firmen, die gute Kontakte zu Israel pflegen, anläuft. Dieser Boykott - unter Führung arabischer Studenten (einige vergleichen ihn bereits mit dem Embargo der Arabischen Liga von 1990) -, erstreckt sich über mehrere arabische Länder - und Starbucks steht auf der Boykott-Liste ganz oben. Aber auch Burger King, Coca Cola u. Estee Lauder stehen im Fadenkreuz. Burger King kam in die Schlagzeilen, nachem es in einer illegalen israelischen Siedlung ein Geschäft eröffnet hat. Die Kosmetikfirma Estee Lauder wird dafür bestraft, dass ihr Vorsitzender Ronald Lauder enge Verbindung zum „Jüdischen Nationalfonds“ pflegt. Der Fonds wirbt ja mit dem Wahlspruch: “Wir sind die Heger des Landes Israel, stellvertretend für all seine (rechtmäßigen) Besitzer, nämlich die Juden überall in der Welt“. Vom Fonds organisierte Israel-Solidaritätsreisen sehen als Highlight ein Treffen mit Ariel Scharon vor - bei dem er einem dann den neuesten Stand des “Konflikts“ erläutert, u. anschließend bekommt man dann Gelegenheit, herzhaft “in Israel zu shoppen, um die israelische Ökonomie zu unterstützen“.
Und was nun Mr. Shultz angeht (der aktuellste in einer langen Kette von Wirtschaftskapitänen, die sich selbststilisierend in der Rolle des reisenden Kulturattachés gefallen), so war er unter Beschuss geraten, weil er der Theodor-Herzl-Mission ein bisschen zu nahe stand / steht. Die Mission ist eine Pro-Zionistische Organisation, die sich besonders der Pflege der Beziehungen zwischen Israel u. den USA widmet. Hinzu kam, dass sich Shultz in einer Synagoge in Seattle zu anti-palästinensischen Aussagen hatte hinreißen lassen. Auf dem (jährlichen) Gala-Diner der Theodor-Herzl-Mission (in Jerusalem) werden auch Ehrenpreise an „Freunde Zions“ verliehen - an Menschen, “die sich als Schlüsselfiguren um enge Beziehungen zwischen Israel u. Amerika verdient gemacht haben“. Gala-Diner-Redner waren in den vergangenen Jahren so prominente Leute wie Margaret Thatcher u. Newt Gingrich. Shultz ließ sich zudem 1998 den „Ehrenpreis zum 50ten Geburtstag Israels“ verleihen u. dies vom Jerusalem-Fonds des „Aish Ha- Torah“, einer Vereinigung, die die besetzten palästinensischen Gebiete lediglich als “umstritten“ bezeichnet. (Übrigens, den Herzl-Preis für 2001 hat Stephen Goldsmith empfangen - früherer Bürgermeister von Indianapolis u. jetziger Bush-Chefberater für Innere Angelegenheiten). Aber Starbucks“ Top-Mann Shultz reist nicht nur gern u. viel in Israel, er spricht auch regelmäßig an amerikanischen Universitäten. So hielt er beispielsweise im März an der Washingtoner Universität einen Vortrag über die derzeitigen Spannungen in Nahost. Shultz sagte zu den Studenten: “Es ist eine meiner Aufgaben, euch zu sensibilisieren. Denn es darf euch nicht gleichgültig sein, was in der Welt dadraußen vor sich geht“, und weiter: “Ich reise sehr viel, und etwas, was mir dabei auffällt, ist der Aufstieg des Antisemitismus in Europa - besonders in Frankreich und in England.“ Ob an Shultz“ anekdotenhafter Analyse bzgl. des Aufstiegs eines neuen Antisemitismus in Europa nun tatsächlich was dran ist oder eher nicht, dem konzertierten Eintritt des Starbucks-Konzerns in den europäischen Markt hat das alles jedenfalls keinen Abbruch getan. Auch für Griechenland u. Spanien sind derzeit ja Unternehmungen geplant - insgesamt sollen bis 2003 500 Läden in ganz Europa entstehen. Noch mehr Schaden angerichtet hat Shultz“ Rede vor einer jüdisch-amerikanischen Synagogen-Gemeinde auf Seattles Capitol Hill im April diesen Jahres: “Was sich im Mittleren Osten gerade abspielt, ist kein isolierter Ort in der Welt. Der Aufstieg des Antisemitismus hat nach den 30er Jahren einen neuen Höhepunkt erreicht“, u. Shultz fügt noch hinzu: “Die Palästinenser machen ihren Job nicht, sie stoppen den Terrorismus nicht“. Shultz nahm diese Aussagen - die von der Synagoge eilfertigst begrüßt wurden -, zwar umgehend zurück, aber besorgte Konzern-Beobachter sind dennoch zunehmend beunruhigt; sie machen sich Sorgen, Shultz“ Ruf als Propaganda-Lautsprecher der israelischen Politik, könnte der Starbucks-Geschäftsentwicklung empfindlichen Schaden zufügen.
Was Firmen wie Starbucks bzw. anderen amerikanischen Konzernen, denen vorgeworfen wird, eng mit Israel verbunden zu sein, im Moment die meiste Angst einjagt, ist, der (arabische) Warenboykott könnte in Form schlechter Publicity negativ aufs beginnende Europageschäft durchschlagen. Die arabischen Protestierenden sind daher auch der Meinung, die Angst der amerikanischen Aufsichtsräte drehe sich weniger um die Geschäftsverluste in der arabischen Welt (infolge des Boykotts) als vielmehr darum, Palästina-Sympathisanten u. Antiglobalisierungs-Aktivisten könnten jetzt weltweit einen Starbucks-Boykott anregen wollen. So sagt beispielsweise Kirsten Scheid von der libanesischen Gruppe „Act Now“ („Jetzt handeln“): “Wir wollen die Selbstverständlichkeit der Legitimität israelischen Handels unterminieren - und zwar jedesmal, wenn einer einen Kaffee trinkt. Die Missachtung grundlegender Menschenrechte im Namen rassischer Überlegenheit u. die Begehung von Kriegsverbrechen sind ernste Dinge. Wenn Shultz sich als Unterstützer für Al Quaida zu erkennen gegeben hätte - stellen Sie sich den internationalen Aufschrei vor! Aber in seinen Feldzug für eine jüdische Vorherrschaft hat Israel ja eine weit größere Zahl von Palästinensern, Libanesen oder andern Arabern umgebracht“. Der Starbucks-Konzern zeigt inzwischen emsiges Bemühen, das Feuer auszutreten, das Shultz“ unter Umständen kostspielige Bemerkungen entfacht haben. Man versucht nun, Konzern u. Kontroverse möglichst zu trennen - indem Starbucks z. B. sagt, die Bemerkungen des Firmenvorsitzenden wären ja im persönlichen Umfeld gefallen u. nicht etwa für ein Medienpublikum bestimmt gewesen. Shultz selber wies die Anschuldigung, er wäre anti-palästinensisch gesinnt, inzwischen zurück. In einem privaten Statement vom April sagt er: “Meine Position war immer Pro-Frieden u. für eine friedliche Koexistenz beider Nationen“. Diese Aussage steht allerdings in gewissem Widerspruch zu der Tatsache, dass das israelische Außenministerium Shultz ausdrücklich dafür gelobt hat, den amerikanischen Studenten “Israels Sicht der Dinge bzgl. der Nahost-Krise“ nahezubringen.
Was man von Shultz an öffentlichen Äußerungen aus seiner Zeit als Starbucks“ leitender Geschäftsführer (inzwischen ist er ja Vorsitzender) gewöhnt ist, waren lediglich ein paar „New Age“ angehauchte Manager-Binsenweisheiten - siehe sein 1988 erschienenes Buch: „Pour Your Heart Into It: How Starbucks Built A Company One Cup At A Time („Sein Herz einfließen lassen: Wie Starbucks Tasse für Tasse einen Konzern aufgebaut hat“), in dem er beispielsweise schreibt: “Sie können alles opfern - nur nicht Ihre inneren Werte“. Oder: “Es gibt Menschen, die sehen die Dinge so, wie sie nunmal sind und fragen sich ... “Warum?“ Ich hingegen träume von Dingen, die noch nie waren und stelle mir die Frage...:“Warum eigentlich nicht?“ Oder der tolle Ausdruck “alles ist wichtig“. Dabei habe ich hier sozusagen noch die „Perlen“ rausgepickt. Jetzt aber hat Shultz klargestellt, dass er künftig seine Position als einflussreicher Geschäftsmann zu nutzen gedenkt, um sich an Politiker u. Öffentlichkeit zu wenden - u. zwar im Sinne einer Förderung von Toleranz u. Sensibilität. Pech nur für Starbucks: Der Selfmademan Shultz - aufgewachsen als armer (jüdischer) Junge in Brooklyn - der es so unglaublich weit gebracht hat, hat einen fatalen Hang zu ungeschickten, pseudo-esoterischen Formulierungen, die möglichst tiefsinnig wirken sollen: “Hundertmal am Tag erinnere ich mich daran, dass meine inneren und meine äußeren Leben von der Arbeit anderer Menschen abhängig sind - lebendigen oder gestorbenen und dass ich mich anstrengen muss, um in denselben Maßen zu geben, die ich erhalten habe“. Shultz ist ein Feind klarer Worte. Andererseits muss man fairerweise sagen: Shultz liegt ebensoviel an zufriedener Kundschaft wie am Wohlergehen Israels.
2000 wurde Starbucks von (dem US-Wirtschaftsmagazin) Forbes in die Reihen der internationalen Top-Marken aufgenommen. Es ist Starbucks daher vor allem wichtig u. es tut viel dafür, sein sorgsam gepflegtes Image als sozial verantwortliches u. sympathisches Unternehmen nicht aufs Spiel zu setzen. “Unserer Kundschaft etwas zurückzugeben, ist die Art, wie wir unser Geschäft verstehen. Einen positiven Beitrag leisten für unsere Kunden sowie für den Erhalt der Umwelt hat für Starbucks oberste Priorität, es ist eines der Leitprinzipien unserer Mission“. In der Vergangenheit hat sich der Konzern als sehr boykottempfindlich erwiesen. Auf entsprechende globale Boykottaufrufe hat er u.a. reagiert, indem er wachstumshormonverseuchte BGH-Milch aus dem Programm genommen hat bzw. Fair-trade-Kaffee eingeführt. Am 11. September (Terroranschlag in Manhattan) hatte ein Starbucks-Mitarbeiter in eigener Verantwortung ausgerechnet dem New-York-Midwood-Rettungsdienst 130 Dollar für 3 Kanister Wasser abgeknöpft - was zu einem öffentlichen Aufschrei der Empörung gegenüber dem Konzern geführt hatte. Und damit zusammenhängend zog Starbucks im Frühjahr sein April-Monatsposter aufgrund von Kundenprotesten zurück: zwei Blüten in Tassenform auf Grasstengeln in einer Wiese, und eine große Libelle schwirrt auf die eine Blüte zu - dazu der Slogan: „Sich reinstürzen in die Frische“. Viele Kunden sahen darin eine unglückselige Anspielung - in Bild u. Text - auf den Anschlag auf die beiden New Yorker Twin Towers.
Durchschnittliche Starbucks-Kunden besuchen ihr Geschäft 18 mal pro Monat. Folglich werden die unter Druck geratenen Starbucks-Bosse jetzt wohl auch hoffen, die europäischen wie amerikanischen Kaffee-Connaisseurs sind derart abhängig von ihren Cappuccinos, ihren Karamel-Macchiatos u. Frappucinos, dass ihnen selbst angesichts des Boykotts in der arabischen Welt der Durst nicht ganz vergeht. Bislang jedenfalls hat sich Starbucks gegenüber wütenden Aktivisten lediglich zu einer Stellungnahme aus der Konserve herbeigelassen. Sie soll wohl die Wut derjenigen besänftigen, die durch die irregeleitenden Kommentare des Starbucks-Chefs aufgebracht sind: “Als Firma, die mit Geschäftspartnern rund um den Erdball zu tun hat, betrachten wir Diversität als eine wichtige u. essentielle Komponente unseres unternehmerischen Prinzips. Man begegnet sich mit Respekt und achtet die Würde des andern. Starbucks hat als Unternehmen eine kommerzielle Zielsetzung. Daher ist es unser Prinzip, uns nicht in Politik einzumischen - weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene. Es ist uns bewußt, dass unser Vorsitzender Howard Shultz vor kurzem in privatem Kreis eine Rede gehalten hat, in der er die derzeitige Situation in Nahost kommentierte. Wir können zu seiner Rede jedoch nicht Stellung beziehen, da er sie als Privatmann gehalten hat.“ Shultz hatte seine Aussagen, (wie gesagt), hastig wieder zurückziehen müssen - ein weiterer Hinweis darauf, dass die Aufsichtsräte seines Unternehmens zunehmend gewillt scheinen, sich einzumischen. Anscheinend wird diesen Leuten so langsam klar, dass ihre Manager nicht in der Lage sind, ernsthafte u. abgewogene Beiträge zum politischen Diskurs zu leisten - statt dessen wird lieber weiter kämpferisch u. großspurig rumschwadroniert. Shultz ist allerdings ein Waisenknabe verglichen mit dem Geschäftsführer der Firma Timberland - Jeffrey Swarz . Anläßlich eines “Solidaritätsbesuchs“ in Israel im April diesen Jahres sagte Swarz gegenüber der „Jerusalem Post“ wörtlich: “Wir wissen doch alle, Arafat ist der „Bad Guy““ u. dass “der „Pate“ damals falsch lag, als er sagte, das ist nicht persönlich gemeint, das ist alles nur geschäftlich. Das ist sehr wohl persönlich gemeint“. Trotzdem vermengt auch Shultz immer wieder die berechtigte Kritik an Israels illegaler Okkupation mit Antisemitismus.
Diane Langford, die bei der britischen „Palestine Solidarity Campaign“ mitmacht (Boykott-Kampagne gegen israelische Produkte bzw. Produkte, die aus den israelischen Siedlungen stammen), betont: “Es ist uns wichtig klarzustellen, dass wir nicht gegen jüdische Einzelpersonen oder Einzelgeschäfte angehen. Antisemitismus ist eine wirkliche, gegenwärtige Gefahr, u. wir lehnen jede Form von Rassismus ab. Wir sind ja gerade stolz darauf, Teil der Anti-Rassismus-Bewegung hier in Großbritannien zu sein. Viele, die heute bei unserem Boykott mitmachen, waren früher in der Anti-Apartheidsbewegung (gegen das damalige Südafrika) aktiv. Sie sind der Ansicht, das Schicksal der Palästinenser sei sogar noch bedrückender als das der schwarzen Südafrikaner zuzeiten des Apartheidsregimes. In Palästina passiert ja quasi jeden Tag ein „Sharpeville“. Das sagt uns sogar der ANC, der die Region besucht hat“.
Über die Bedeutung einer Marke hatte der Starbucks-Boss gegenüber dem „Context“-Magazin im August 2001 Folgendes zu sagen: “Eine Marke zu managen, ist eine Lebensaufgabe. Marken sind ja empfindlich. Sie müssen wissen, der Erfolg von Starbucks, der Erfolg jedes Konzerns, jeder Marke, ist kein gesichertes Anrecht, er muss tagtäglich neu erworben werden. Die Chance, die wir bei Starbucks haben, nämlich, über unsere Mitarbeiter in direkten menschlichen Kontakt zu unserer Kundschaft treten zu können, ist ein wesentlicher Grund für unsern Erfolg“. Starbucks hat gut daran getan, auf die Gefühle der Amerikaner - wirkliche oder nur vermutete - nach dem 11. September einzugehen u. Rücksicht zu nehmen. Vielleicht müssen die Araber ja ganz einfach nur noch eine Weile durchhalten, bis Amerikas Top-Konzerne endlich auf den Trichter kommen, was jetzt ihre Aufgabe wäre. “Wenn Sie heut“ Abend diese Synagoge verlassen und einfach wieder nach Hause geh“n und alles vergessen, dann Schande über Sie!“ so predigte Shultz“ vor seiner Synagogen-Gemeinde auf dem Capitol Hill. Kann sein, vielleicht schließen die Geschäftsprinzipien erfolgreicher Marken ja ganz einfach Leute aus, die so aussehen wie Palästinenser - als Kunden und als Menschen. Am 8. Juli 2002 hat KarstadtQuelle (nicht übermäßig scharf darauf, die diplomatischen Ausflüge des Vorsitzenden seines neuen Partnerunternehmens zu kommentieren) folgende Stellungnahme herausgegeben: “KarstadtQuelle sieht sich nicht dazu veranlaßt, Äußerungen des Geschäftsführers eines unserer Partnerunternehmen zu kommentieren oder auch nur zu bewerten. Sie haben keinerlei Beziehung zu unseren gegenwärtigen Geschäftsbeziehungen“.
Ob Sie nun ein Starbucks-Fan sind oder nicht: Gerade die Berliner sollten zur Genüge wissen, was Teilung heißt - in politischer wie menschlicher Hinsicht. Also: Sie sind die Kundschaft - Sie treffen die Entscheidung!
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