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Terror und angemessene Erwiderung

von Noam Chomsky

02.07.2002 — ZNet

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Der 11. September wird in den Annalen des Terrorismus sicher als ein entscheidender Moment eingehen. Weltweit wurden die Greueltaten als schwere Verbrechen gegen die Menschheit verurteilt, mit der fast einhelligen Zustimmung, dass alle Staaten handeln müssen, um "die Welt von Übeltäter zu befreien", dass "die üble Geissel des Terrorismus" - besonders des staatlich unterstützten, internationalen Terrorismus - eine Plage ist, die von "niederträchtigen Gegner der Zivilisation selbst" verbreitet wird und nicht toleriert werden kann. Aber hinter der breiten Unterstützung für die Worte der politischen US Führung - George W. Bush, Ronald Reagen, und dessen Staatssekretär George Shultz [1] - variierten die Interpretationen: sowohl hinsichtlich der spezifischen Frage nach der angemessenen Erwiderung auf terroristische Verbrechen, als auch zu dem breiteren Problem der Bestimmung ihrer Natur.

Zum letzteren erklärt eine offizielle US Definition "Terrorismus" als "der kalkulierte Einsatz von Gewalt, oder der Androhung von Gewalt, um Ziele politischer, religiöser oder ideologischer Natur zu erreichen ... durch Einschüchterung, Zwang, oder Furcht."[2] Die Formulierung lässt viele Fragen offen, darunter über die Legitimität von Handlungen zur Durchsetzung des Rechtes "auf Selbstbestimmung, Freiheit und Unabhängigkeit, gemäss der Charta der Vereinten Nationen, von Völker, die dieses Rechtes gewaltsam beraubt werden, insbesondere Völker, die kolonialistischen oder rassistischen Regierungen und Fremdbesetzungen unterworfen sind..." In seiner schärfsten Verurteilung des Verbrechens des Terrorismus, befürwortete die UN Generalversammlung diese Handlungen , 153-2 [3].

Um ihre Gegenstimmen zu erklären, bezogen sich die US und Israel auf den gerade zitierten Wortlaut. Damals sollte er den Widerstand gegen die Regierung von Südafrika rechtfertigen, ein US Verbündeter, der allein zwischen 1980-88, für mehr als 1.5 Millionen Tote und $60 Milliarden Schaden in den benachbarten Staaten verantwortlich gewesen ist, ohne von den Vorgängen im Landesinneren zu sprechen. Und dieser Widerstand wurde von Nelson Mandelas Afrikanischer Nationaler Kongress (ANC) geführt - laut einem Pentagonbericht von 1988, eine der "berüchtigtsten terroristischen Gruppen", im Gegensatz zur pro-südafrikanischen RENAMO, die der gleiche Bericht als lediglich eine "indigene aufständische Gruppe" beschreibt, mit der Bemerkung, dass sie in den letzten zwei Jahren vielleicht um die 100.000 Zivilisten in Mosambik umgebracht haben könnte. [4] Der gleiche Wortlaut wurde verwendet um den Widerstand gegen die israelische Militärbesatzung zu begründen, die sich damals in ihrem 20. Jahr befand, und ihre Integration der besetzten Gebiete und grausame Vorgehensweisen mit entscheidender US Hilfe und diplomatischer Unterstützung fortsetzte, letztere um den langzeitlichen internationalen Konsens für eine friedliche Einigung zu blockieren.

Trotz solch fundamentaler Missstimmigkeiten, erscheint mir die offizielle US Definition als adäquat für die anstehenden Zwecke, [6], obwohl die Missstimmigkeiten etwas Licht darauf geworfen haben, wie die Natur des Terrorismus aus verschiedenen Blickwinkeln wahrgenommen wird.

Wenden wir uns der Frage nach der angemessenen Erwiderung zu. Einige argumentieren, dass das Übel des Terrorismus "absolut" ist, und als Antwort eine " Doktrin der absoluten Gleichwertigkeit" verdient.[7] Der Bush Doktrin zufolge, die in der gleichen akademischen Sammlung über das "Zeitalter des Terrors" mit eindeutiger Zustimmung zitiert wird, würde das scheinbar ein wilder Militärangriff bedeuten: "wer Terroristen beherbergt ist ein Terrorist; wer Terroristen hilft und ihnen Beihilfe leistet, ist ein Terrorist - und wird wie ein Terrorist behandelt werden." Die Sammlung reflektiert die im Westen vertretene Meinung, der zufolge die US-UK Erwiderung angemessen und richtig "kalibriert" sei, aber der Massstab dieses Konsens scheint nach den vorliegenden Beweisen, auf die wir zurückkehren werden, limitiert zu sein.

Im allgemeinen wäre es schwer jemanden zu finden, der die Doktrin akzeptiert, dass eine massive Bombardierung die angemessene Erwiderung auf terroristische Verbrechen ist - ob es sich dabei nun um diese vom 11. September handelt, oder sogar um schlimmere, die leider nicht schwer zu finden sind. Das ergibt sich, wenn wir das universale Prinzip akzeptieren: wenn eine Aktion richtig (oder falsch) für andere ist, ist sie auch richtig (oder falsch) für uns. Jene die nicht die minimale moralische Anforderung erfüllen, die Normen die sie auf andere anwenden auch auf sich selbst anzuwenden - eigentlich sogar viel strenger - können schlicht nicht ernstgenommen werden, wenn sie von einer angemessenen Erwiderung; oder von richtig und falsch, gut und böse sprechen.

Um zu illustrieren was auf dem Spiel steht, wollen wir einen Fall betrachten, der weit davon entfernt ist der extremste zu sein, aber unkontrovers ist; zumindest unter Personen, die etwas Respekt vor dem internationalen Gesetz und vor Vertragsverpflichtungen haben. Niemand hätte eine Bombardierung Nicaraguas auf Washington unterstützt, als die US die Anordnung des Weltgerichtshof zurückwies, ihren "ungesetzlichen Einsatz von Gewalt" einzustellen, und wesentliche Reparationszahlungen zu leisten, und es stattdessen vorzogen ihre internationalen terroristischen Verbrechen zu eskalieren und sie offiziell auf Angriffe auf schutzlose zivile Ziele auszuweiten, sowie ein Veto gegen eine Resolution des UN Sicherheitsrates einzulegen, die alle Staaten aufrief sich an das internationale Gesetz zu halten, und als einzige (mit einem oder zwei Klientenstaaten) in der Generalversammlung gegen ähnliche Resolutionen zu stimmen. Die US wiesen das Internationale Gerichtshof mit der Begründung zurück, dass andere Nationen nicht mit uns übereinstimmen, weshalb wir "uns die Macht vorbehalten müssen selbst zu entscheiden, ob wir in einem bestimmten Fall der Jurisdiktion des Gerichtes unterliegen" und "was grundsätzlich innerhalb der nationalen Jurisdiktion der Vereinigten Staaten liegt" - in diesem Fall, terroristische Angriffe gegen Nicaragua. [8]

Währenddessen fuhr Washington fort regionale Bemühungen um eine politische Einigung zu unterminieren, in Befolgung der Doktrin, die von dem Regierungsgemässigten George Shultz formuliert wurde: die US müssten "[das nicaraguanische Krebsgeschwür] herausschneiden", mit Gewalt. Shultz tat jene mit Verachtung ab, die "utopische, gesetzliche Mittel, wie äussere Vermittlung, die UN oder das Weltgerichtshof befürworten, und das Machtelement der Gleichung ignorieren"; "Verhandlung ist ein Euphemismus für Kapitulation, wenn der Schatten der Macht nicht auf den Verhandlungstisch geworfen wird," erklärte er. Washington hielt sich weiterhin an die Shultz Doktrin, als sich die mittelamerikanischen Präsidenten 1987 trotz starker US Einwände auf ein Friedensplan einigten: die Esquipulas Vereinbarungen, die forderten, dass alle Länder der Region sich unter internationaler Aufsicht, auf Demokratie und Menschenrechte zu bewegen, wobei sie hervorhoben, dass das "unerlässlichste Element" hierfür die Einstellung der US Angriffe gegen Nicaragua sei. Die Antwort Washingtons darauf war eine scharfe Erweiterung der Angriffe, mit einer Verdreifachung der CIA Versorgungsflüge für die terroristischen Streitkräfte. Nachdem es sich selbst von den Vereinbarungen ausgesondert hatte und sie dadurch praktisch unterminierte, machte Washington sich daran das gleiche für seine Klientenregierungen zu tun, indem es die Substanz - nicht den Schatten - der Macht einsetzte, um die Internationale Verifikationskommission (CIVS) aufzulösen, weil ihre Schlussfolgerungen inakzeptabel waren, und um erfolgreich eine Änderung der Vereinbarungen zu fordern, um es US Klientenstaaten freizustellen ihre terroristischen Angriffe fortzusetzen. Diese übertrafen sogar den zerstörerischen US Krieg gegen Nicaragua bei weitem, der Zehntausende Tote gefordert hatte und das Land vielleicht unwiederbringlich ruiniert hat. Immer noch an der Shultz Doktrin festhaltend, zwangen die US die Regierung von Nicaragua unter schweren Drohungen, den Anspruch auf Reparationen fallen zu lassen, der von dem internationalen Gerichtshof festgesetzten worden war [9]

Es könnte kaum einen klareren Beispiel der offiziellen oder akademischen Definition des internationalen Terrorismus geben: Operationen, die darauf hinzielen "durch scheinbar wahllose Gewalt zu demonstrieren, dass die amtierende Regierung nicht in der Lage ist, die Menschen, die sich nominell unter ihrer Autorität befinden zu beschützen," und dadurch nicht nur "Furcht zu erwecken, sondern die Auflösung der Beziehungen, die die bestehende Gesellschaftsordnung bilden." [10] Der Staatsterror dieser Jahre in verschiedenen Staaten Mittelamerikas zählt ebenfalls als internationaler Terrorismus, angesichts der entscheidenden US Rolle, und den manchmal freimütig artikulierten Ziele; z.B. von der militärischen School of the Americas, die lateinamerikanische Militäroffiziere ausbildet, und Stolz dabei empfindet dass "die Befreiungstheologie mit der Unterstützung der US Streitkräfte besiegt wurde." [11]

Daraus würde klar folgen, dass nur jene, die eine Bombardierung Washingtons als Antwort auf diese internationalen terroristischen Verbrechen befürworten würden - das heisst niemand - die "Doktrin der absoluten Gleichwertigkeit" als Erwiderung auf terroristische Greueltaten akzeptieren, oder eine massive Bombardierung für eine angemessene und richtig kalibrierte Antwort darauf halten können.

Betrachten wir einige der legalen Argumente, die vorgelegt wurden um die US-UK Bombardierung Afghanistans zu rechtfertigen; dabei geht es mir hier nicht um ihre Standfestigkeit, sondern ihre Implikationen wenn das Prinzip der einheitlichen Normen beibehalten wird. Christopher Greenwood bringt vor, dass die US das Recht auf "Selbstverteidigung" gegen jene hat "die Tod und Zerstörung . verursacht oder angedroht haben," und bezieht sich dabei auf den Urteil des Internationalen Gerichtshofes im Fall Nicaraguas. Der Paragraph den er zitiert, bezieht sich viel eindeutiger auf den US Krieg gegen Nicaragua als auf den Taliban oder Al-Qaeda; wenn er also verwendet wird um intensive US Bombardierungen und Bodenattacken in Afghanistan zu rechtfertigen, hätte Nicaragua dann auch das Recht haben müssen, weitaus schwerere Angriffe gegen die US zu führen. Ein anderer angesehener Professor für internationale Gesetze, Thomas Franck, unterstützt den US-UK Krieg mit der Begründung, dass "ein Staat für die Konsequenzen verantwortlich ist, die daraus entstehen wenn er es zulässt, dass sein Territorium verwendet wird um einen anderen Staat zu verletzen."; was sehr gerecht ist, und im Fall Nicaraguas, Kubas und in vielen anderen Beispiele, darunter einige von extremer Härte, mit Sicherheit auf die US zutrifft. [12]

Unnötig zu sagen, dass in keinen dieser Fälle, Gewalt zur "Selbstverteidigung" gegen fortgesetzte Handlungen von "Tod und Zerstörung" - Handlungen, nicht blosse "Drohungen - auch nur im entferntesten als tolerierbar betrachtet werden würden.

Das gleiche gilt auch für nuanciertere Vorschläge für eine angemessene Erwiderung auf terroristische Greueltaten. Der Militärhistoriker Michael Howard macht den Vorschlag einer "Polizeioperation, unter UN Leitung ... gegen einer kriminellen Verschwörung, deren Mitglieder verfolgt und vor einem internationalen Gerichtshof gebracht werden sollten, wo ihnen eine faire Gerichtsverhandlung zuteil werden sollte, und sie falls für schuldig befunden, den angemessenen Urteil erhalten würden." Das ist sehr vernünftig, obwohl die Idee, dass dieser Vorschlag universelle Anwendung finden sollte undenkbar ist. Der Direktor des Zentrums für Menschenrechtspolitik von Harvard erklärt, "die einzige verantwortungsbewusste Antwort auf Terrorhandlungen ist ehrliche Polizeiarbeit und gesetzliche Strafverfolgung in einem Gerichtshof, in Verbindung mit dem entschlossenen, konzentrierten und unnachgiebigen Einsatz von Militärgewalt gegen jene, die nicht vor Gericht gebracht werden können oder wollen." [13] Auch das scheint vernünftig, wenn wir dem Howards Qualifikation der internationalen Aufsicht hinzufügen, und wenn der Einsatz von Gewalt erst erfolgt, nachdem alle gesetzlichen Mittel verbraucht worden sind. Die Empfehlung trifft deshalb auf den 11. September nicht zu (die US weigerten sich Beweise vorzulegen und machten vorsichtige Angebote für die Übergabe von Verdächtigen, aber sie trifft sehr eindeutig auf Nicaragua zu.

Sie trifft auch auf andere Fälle zu. Nehmen wir Haiti, das bei seinen wiederholten Forderungen nach der Auslieferung von Emmanuel Constant reichliche Beweise vorgelegt hat. Constant war der Leiter der Kräfte, die unter der Militärjunta, die von der US stillschweigend unterstützt wurde (um nicht von der früheren Geschichte zu sprechen) für Tausende Tote verantwortlich gewesen sind. Diese Anträge werden von den US ignoriert, vermutlich aus Sorge über das was Constant vor Gericht enthüllen könnte. Der letzte Gesuch erfolgte am 30. September 2001, während die US den Taliban forderte Bin Laden auszuliefern. [14] Die Übereinstimmung wurde ebenfalls ignoriert, gemäss der Konvention, dass minimale moralische Normen tatkräftig abgelehnt werden müssen.

Um auf die "verantwortungsbewusste Antwort" zu kommen, würde eine Forderung nach ihrer Implementierung in Fällen auf die sie eindeutig anwendbar ist, nur Wut und Verachtung hervorrufen.

Einige haben allgemeinere Prinzipien formuliert um den US Krieg in Afghanistan zu rechtfertigen. Zwei Oxford Gelehrte schlagen ein Prinzip der "Proportionalität" vor: "Der Ausmass der Erwiderung wird von dem Ausmass bestimmt, mit dem die Aggression gegen Schlüsselwerte der angegriffenen Gesellschaft verstossen hat"; im Fall der US die "Freiheit in einer pluralen Gesellschaft nach Selbstbereicherung durch marktwirtschaftliche Mittel zu streben," die am 11. September bösartig angriffen wurde, durch "Aggressoren ... deren moralische Überzeugung von der westlichen abweicht." Da "Afghanistan ein Staat ist, der die Seite des Aggressors ergriffen hat," und die US Forderungen nach Auslieferung der Verdächtigen verweigerte, "könnten die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten, nach dem Prinzips des Ausmasses des Verstosses, gerechtfertigt und moralisch auf Gewalt gegen die Taliban Regierung zurückgreifen." [15]

Unter Voraussetzung der allgemeinen Gültigkeit folgt daraus, dass Haiti und Nicaragua "gerechtfertigt und moralisch" auf eine weitaus grössere Gewalt gegen die US Regierung zurückgreifen können. Die Schlussfolgerung reicht weit über diese zwei Fälle hinaus, einschliesslich viel schwerwiegenderer, und sogar solche kleinen Eskapaden westlichen Staatsterrors, wie Clintons Bombardierung der pharmazeutischen al-Shifa Fabrik in Sudan in 1998, die nach Aussage des deutschen Botschafters und anderer respektablen Quellen in Übereinstimmung mit den unmittelbaren Schätzungen kompetenter Beobachtern, zu "mehrere Tausende Toten" geführt hat [16] Das Prinzip der Proportionalität besagt daher, dass der Sudan jedes Recht hat einen massiven Terror als Vergeltung auszuüben, eine Schlussfolgerung die noch aus der Perspektive gestärkt wird, dass diese Handlung "des Imperiums ... schreckliche Konsequenzen für die Wirtschaft und die Gesellschaft" des Sudans hatte, so dass diese Greueltat viel schlimmer war, als die Verbrechen vom 11. September, die schrecklich genug waren, aber keine solchen Konsequenzen hatten. [17]

Die meisten Kommentare über die Sudan Bombardierung beschränken sich auf die Frage, ob die Fabrik chemische Waffen produzierte; ob dies zutrifft oder nicht, hat keine Bedeutung für den "Ausmass, mit dem die Aggression gegen Schlüsselwerte der angegriffenen Gesellschaft verstossen hat," wie zum Beispiel gegen das Überleben. Andere weisen darauf hin, dass die Tode unbeabsichtigt waren, so wie viele der Greueltaten die wir zurecht denunzieren. In diesem Fall kann schwerlich bezweifelt werden, dass die möglichen menschlichen Konsequenzen von den US Planer verstanden wurden. Die Handlungen können dann nur mittels der hegelianischen Annahme entschuldigt werden, dass Afrikaner nur "Dinge" sind, deren Leben "kein Wert" hat, eine Haltung, die mit der Vorgehensweise auf eine Weise übereinstimmt, die von den Opfern nicht übersehen wird, die daraus über die "moralische Überzeugung des Westens" ihre eigenen Schlüsse ziehen können.

Ein Mitverfasser der Yale Sammlung (Charles Hill) erkannte, dass der 11. September den *zweiten* "Krieg gegen den Terror" eröffnet hatte. Der erste wurde von der Reagen Regierung bei deren Amtseintritt vor 20 Jahren erklärt, mit der bereits erläuterten rhetorischen Begleitung; und "wir haben gewonnen," meldet Hill triumphierend, obwohl das terroristische Monster nur verwundet wurde, nicht vernichtet. [18] Das erste "Zeitalter des Terrors" erwies sich als ein führendes Thema in der Aussenpolitik dieses Jahrzehnts, besonders in Mittelamerika, aber auch im Mittleren Osten, wo der Terrorismus von den Presseverlegern zur wichtigsten Story des Jahres 1985 selektiert wurde, und in anderen Jahren hoch rangierte.

Wir können viel über den derzeitigen Krieg gegen den Terror lernen, wenn wir uns die erste Phase und ihre Darstellung ansehen. Ein führender akademischer Spezialist beschreibt die 80er Jahre als das Jahrzehnt des " Staatsterrorismus" der "beständigen staatlichen Beteiligung oder Unterstützung des Terrorismus, insbesondere von Libyen und dem Iran." Die US hätten lediglich durch eine "pro-aktive Haltung gegen den Terrorismus" darauf geantwortet. Andere empfehlen die Methoden durch die wir "gewonnen haben": die Operationen, für die die Vereinigten Staaten von dem Internationalen Gerichtshof und dem Sicherheitsrat verurteilt wurden (wenn man das Veto nicht zählt) sind ein Modell für eine "Nicaragua-ähnliche Unterstützung für die Feinde des Talibans (besonders für die Nördliche Allianz)." Ein prominenter Historiker des Themas findet tiefe Wurzel für den Terrorismus des Osama Bin Laden: in Südvietnam, wo "die Effizienz des Vietcong-Terrors gegen den mit modernster Technologie bewaffneten amerikanischen Goliath, Hoffnungen weckte, dass das Herzland des Westens auch verwundbar war." [19]

Sich an die Konventionen haltend, porträtieren diese Analysen die US als ein gütiges Opfer, das sich selbst vor dem Terror anderer verteidigt: der Vietnamesen (in Südvietnam), der Nicaraguaner (in Nicaragua), der Libyer und Iraner (jeder Schaden den sie jemals durch die US erlitten haben sollten, bleibt unbeachtet), und anderer anti-amerikanischen Kräfte auf der ganzen Welt.

Nicht alle betrachten die Welt auf diese Weise. Am eindeutigsten ist Lateinamerika, das beträchtliche Erfahrung mit dem internationalen Terrorismus gesammelt hat. Die Verbrechen des 11. Septembers wurden scharf verurteilt, aber im allgemeinen, mit Hinweis auf die eigenen Erfahrungen. Man könnte die Greueltaten des 11. Septembers als "Armageddon" bezeichnen, bemerkte das Forschungsjournal der jesuitischen Universität in Managua, aber Nicaragua hat unter dem US Angriff "sein eigenes Armageddon in qualvoller Zeitlupe" erlebt und ist nun in dessen düsteres Nachspiel versunken," und anderen erging es weitaus schlimmer unter der gewaltigen Plage des Staatsterrors, dass seit den frühen 60ern über das Kontinent fegte, und zum grossen Teil in Washington ihren Ursprung hatte. Ein Journalist aus Panama schloss sich der allgemeinen Verurteilung der Verbrechen vom 11/9 an, erinnerte aber an den Tod vielleicht Tausender Armen (westliche Verbrechen, und daher nicht untersucht), als der Vater des Präsidenten in Dezember 1989 den Stadtviertel Chorillo im Rahmen der Operation Just Cause (Gerechte Sache) bombardierte, mit dem Ziel einen ungehorsamen Handlanger zu entführen, der in Florida für Verbrechen zur lebenslanger Haft verurteilt wurde, die er zum grössten Teil während seiner Zeit als CIA Angestellter verübt hatte. Der uruguayische Schriftsteller Eduardo Galeano bemerkte, dass die US zwar behaupten gegen den Terrorismus zu sein, diesen aber in Wirklichkeit weltweit unterstützen, einschliesslich "in Indonesien, in Kambodscha, im Iran, in Südafrika,...und in den lateinamerikanischen Ländern, die den Schmutzigen Krieg des Condor Planes durchlebten," geleitet von südamerikanischen Militärdiktatoren, die mit US Unterstützung eine Schreckensherrschaft führten.[20]

Die Beobachtungen führen zu dem zweiten Brennpunkt des ersten "Krieges gegen den Terror": Westasien. Die schlimmste Greueltat war die israelische Invasion des Libanons in 1982, die 20,000 Tote gefordert, und einen grossen Teil des Landes in Ruinen zurückgelassen hat, einschliesslich Beiruts. Wie die mörderischen und zerstörerischen Rabin-Peres Invasionen von 1993 und 1996, hatte der Angriff von 1982 nur wenig mit Selbstverteidigung zu tun. Der Stabschef Rafael ("Raful") Eitan sprach lediglich das aus was allgemein verstanden wurde, als er ankündigte, das Ziel sei "die Vernichtung der PLO als Kandidat für Verhandlungen mit uns über das Land Israel,"[21] eine Handbuchillustration des Terrors nach offizieller Definition. Das Ziel war "eine freundliche Regierung einzusetzen und Arafats Palästinensische Befreiungsorganisation zu zerstören". Der Mittlere Osten Korrespondent James Bennet schriebt: "Dies, so lautete die Theorie, würde dabei helfen die Palästinenser zu überzeugen, die israelische Herrschaft über die Westbank und den Gaza Streifen zu akzeptieren."[22] Dies könnte die erste Anerkennung von Fakten in den Massenmedien sein, die in Israel sofort ausführlich berichtet worden waren, in den US jedoch bisher nur in der Dissidenzliteratur zugänglich waren.

Diese Operationen wurden mit der entscheidenden militärischen und diplomatischen Unterstützung der Reagan und Clinton Regierungen ausgeführt, und zählen daher als internationaler Terrorismus. Die US waren in den 80er Jahren auch an andere Terrorhandlungen in der Region beteiligt, einschliesslich der extremsten terroristischen Greueltaten auf dem Höhepunkt des Terrors im Jahr 1985: die CIA Autobombe in Beirut, die 80 Menschen tötete und 250 verwundete; Shimon Peres' Bombardierung von Tunis, die 75 Menschen tötete, gefördert von den US und gepriesen von Staatssekretär Shultz, und von dem UN Sicherheitsrat einstimmig (mit Enthaltung der US) als "bewaffnete Aggression" verurteilt; und Peres' "Eiserne Faust" Operationen gegen "terroristische Dorfbewohner" im Libanon, die in den Worten eines westlichen Diplomaten der mit der Region vertraut war, neue Ausmasse der "kalkulierten Brutalität und des willkürlichen Mordes" erreichten, und durch direkte Berichtserstattungen voll unterstützt wurden.[23] Auch dies alles zählt als internationaler Terrorismus, wenn nicht sogar schwerwiegender als Kriegsverbrechen.

In der Presse und der intellektuellen Meinung über den Terrorismus, gilt 1985 als der Gipfel der Terrors im Mittleren Osten, aber nicht aufgrund dieser Ereignisse: sondern wegen zwei terroristische Greueltaten, in denen jeweils nur eine einzige Person ermordet wurde, in beiden Fällen ein Amerikaner.[24] Aber die Opfer vergessen nicht so leicht.

Diese jüngste Geschichte erhält zusätzliche Bedeutung, weil führende Figuren des neuerklärten "Krieges gegen den Terror" in seinem Vorgänger eine herausragende Rolle gespielt haben. Die diplomatische Komponente der derzeitigen Phase wird von John Negroponte geleitet, Reagens ehemaliger Botschafter in Honduras, die Basis für die terroristischen Greueltaten, für die seine Regierung von dem Weltgerichtshof verurteilt wurde, und für den US-unterstützten Staatsterror in anderen Staaten Mittelamerikas, Aktivitäten, die "die Reagen-Jahre zum schlimmsten Jahrzehnt für Mittelamerika seit der spanischen Eroberung gemacht haben," zum grössten Teil unter Negropontes Aufsicht. [25]. Die militärische Komponente der neuen Phase wird von Donald Rumsfeld geleitet, Reagens Sonderbeauftragter für den Mittleren Osten während der Jahre der schlimmsten dortigen terroristischen Greueltaten, die von seiner Regierung initiiert oder unterstützt wurden.

Nicht weniger anschaulich ist die Tatsache, dass diese Art von Greueltaten in den nachfolgenden Jahren nicht abnahmen. Spezifisch Washingtons Beitrag zur "Verschärfung des Terrors" in der israelisch-arabischen Konfrontation geht weiter. Der Ausdruck stammt von Präsident Bush, und sollte sich konventionsgemäss auf den Terrorismus der anderen beziehen. Wenn wir uns von der Konvention entfernen entdecken wir wieder einige ziemlich gewichtige Beispiele. Ein einfacher Weg Terror zu verschärfen besteht darin sich daran zu beteiligen, indem man zum Beispiel Hubschrauber schickt, die benutzt werden um zivile Komplexe anzugreifen und Morde auszuführen, wie die US es regelmässig tun, im vollen Wissen über die Konsequenzen. Ein anderer Weg besteht darin die Entsendung internationaler Beobachter zur Senkung der Gewalt zu blockieren. Die US haben auf diesen Kurs bestanden, als sie erneut ein Veto gegen eine weitere Resolution des UN Sicherheitsrates am 14. Dezember 2001 einlegten. Die Presse, die Arafats Fall in Ungnade auf eine Position beschrieb, die kaum über die Bin Ladens und Saddam Husseins hinaufreicht, berichtete, dass Präsident Bush "höchst erzürnt von einer Erhärtung der palästinensischen Haltung in letzter Minute... für internationale Beobachter in palästinensischen Regionen im Rahmen einer Resolution des UN Sicherheitsrates" gewesen sei; mit anderen Worten darüber, dass Arafat sich dem Aufruf der restlichen Welt nach Massnahmen zur Senkung des Terrors angeschlossen hatte. [26]

Zehn Tage vor dem Veto gegen die Beobachter boykottierten die US - und unterminierten damit - eine internationale Konferenz in Genf, in der die Anwendbarkeit der Vierten Genfer Konvention auf die besetzten Gebiete erneut bestätigt wurde, wodurch die meisten US-israelischen Handlungen dort als Kriegsverbrechen gelten würden - und wenn sie "schwerwiegende Verstösse" sind, was oft der Fall ist, als schwere Kriegsverbrechen. Dazu gehören die US-finanzierten israelischen Siedlungen und die Praktik der "willkürlichen Morde, Folter, ungesetzlichen Deportationen, willkürlichen Beraubung des Rechtes auf eine faire und rechtmässige Gerichtsverhandlung, ausgedehnte Zerstörung und Aneignung fremden Eigentums... die unrechtmässig und mutwillig ausgeführt werden." [27]

Diese Konvention, die ehemals erlassen wurde um die Verbrechen der Nazis im besetzten Europa zu kriminalisieren, ist ein Kernprinzip der internationalen humanitären Gesetzgebung. Ihre Anwendbarkeit auf die israelisch besetzten Gebiete wurde wiederholt bestätigt, unter anderem von dem UN Botschafter George Bush (September 1971) und den Resolutionen des Sicherheitsrates: 465 (1980), einstimmig angenommen, die die US-unterstützten israelischen Praktiken als "grobe Verletzungen" der Konvention verurteilten; 1322 (Okt. 2000), angenommen mit 14-0 Stimmen mit Enthaltung der US, die Israel aufrief "sich gewissenhaft an seine Verpflichtungen unter der Vierten Genfer Konvention zu halten," die zu dieser Zeit wieder grob verletzt wurde. Als hohe Vertragsparteien sind die US und die europäischen Mächte durch ein feierliches Abkommen verpflichtet, jene die für solche Verbrechen verantwortlich sind festzunehmen und strafgerichtlich zu verfolgen, einschliesslich ihrer eigenen Regierungen, wenn diese daran beteiligt sein sollten. Durch ihre Weigerung ihre Pflicht zu erfüllen, verschärfen sie den Terror direkt und beträchtlich.

Eine Untersuchung des US-israelisch-arabischen Konfliktes würde uns zu weit vom Thema führen. Wenden wir unseren Blick weiter nach Norden, auf eine andere Region, in der Staatsterror in einem massiven Massstab praktiziert wird; ich borge diesen Ausdruck von dem türkischen Staatsminister für Menschenrechte, über die gewaltigen Greueltaten von 1994; und des Soziologen Ismail Beskici, der nach der Veröffentlichung seines Buches "Staatsterror im Nahen Osten" zurück ins Gefängnis wanderte, nachdem er bereits 15 Jahre für seine Untersuchung der türkischen Repression gegen die Kurden abgesessen hatte. [28] Ich hatte Gelegenheit einige der Konsequenzen aus erster Hand zu sehen, als ich einige Monate nach dem 11/9 die unoffizielle kurdische Hauptstadt von Diyarbakir besuchte. Wie andernorts wurden auch hier die Verbrechen des 11. Septembers scharf verurteilt, aber nicht ohne sich der grausamen Angriffe zu entsinnen, die die Bevölkerung durch die Hand jener erlitten hatte, die sich selbst dazu berufen "die Welt von Übeltäter zu befreien," und deren lokalen Agenten. Bis 1994 schätzten der türkische Staatsminister und andere, dass 2 Millionen Menschen aus den zerstörten Gebieten vertrieben worden waren, später noch viel mehr, oft durch barbarischer Folter und Terror, die in internationale Menschenrechtsberichte mit qualvoller Genauigkeit beschrieben sind, aber vor den Augen jener versteckt werden, die für die Rechnungen aufkommen. Zehn Tausende wurden getötet. Die Übriggebliebenen - deren Mut unbeschreiblich ist - leben in einem Kerker, wo Radiostationen geschlossen und Journalisten für das Spielen kurdischer Musik eingesperrt werden, Studenten, die um Wahlkurse in ihre eigene Sprache ersuchen verhaftet und gefoltert werden, wo es schwere Strafen geben kann, wenn die allgegenwärtigen Sicherheitskräfte Kinder erwischen, die kurdische Nationalfarben tragen; der angesehene Anwalt, der die Menschenrechtsorganisation leitet, wurde kurz nach meinem Besuch verklagt, weil er die kurdische statt der praktisch identischen türkischen Schreibweise für das Neujahrsfest benutzt hatte, und so weiter und so fort.

Diese Handlungen fallen in die Kategorie des staatlich unterstützten internationalen Terrorismus. Die US lieferten 80% der Waffen, mit dem Höhepunkt in 1997, als die Waffentransporte die Lieferungen der gesamten Periode des Kalten Krieges zusammengenommen übertrafen, vor Beginn der Kampagne zur "Aufstandsbekämpfung" in 1984. Die Türkei wurde zum weltweit führenden Empfänger von US-Waffen, eine Position die sie bis 1999 beibehielt, als die Fackel an Kolumbien weitergereicht wurde, dem führenden Betreiber von Staatsterror in der westlichen Hemisphäre. [29]

Staatsterror wird auch durch Schweigen und Ausflüchte "verstärkt". Besonders auffällig war die Leistung vor dem Hintergrund des bisher beispiellosen Chores von Selbstgratulationen, beim Eintritt der US Aussenpolitik in eine "noble Phase" mit einem "heiligen Schein", unter der Leitung von Führer, die zum ersten Mal in der Geschichte "Prinzipien und Werten" ergeben waren, statt "engherzigen Interessen". [30]. Der Beweis dieser neuen Heiligkeit war ihre Unwilligkeit Verbrechen nahe der NATO Grenzen zu tolerieren. Nur innerhalb der NATO-Grenzen, wo es noch schlimmere Verbrechen gab, nicht in Reaktion auf die NATO-Bomben, waren sie nicht nur tolerierbar, sondern erforderten auch enthusiastische Beteiligung ohne Kommentar.

Der US-gesponserte türkische Staatsterror bleibt nicht gänzlich unbemerkt. Der Jahresbericht des State Departments über Washingtons "Bemühungen zur Bekämpfung des Terrorismus" hob die Türkei für ihre "positiven Erfahrungen" bei der Bekämpfung des Terrors hervor, neben Algerien und Spanien als verdienstvolle Kollegen. Dies wurde in einem Hauptartikel des Spezialisten für Terrorismus der New York Times kommentarlos berichtet. In einem führenden Magazin für Aussenpolitik, berichtet Botschafter Robert Pearson, dass die US bei den Bemühungen "den Terrorismus weltweit zu eliminieren ... keinen besseren Freund und Verbündeten als die Türkei haben könnten", dank der "Fähigkeiten ihrer bewaffneten Streitkräfte", die bei ihrer "Anti-Terror Kampagne" im kurdischen Südosten bewiesen wurden. Es kam daher "nicht überraschend", dass die Türkei sich dem "Krieg gegen den Terror", der von George Bush ausgerufen wurde, eifrig anschloss, und den US ihren Dank dafür aussprach, als einziges Land bereit gewesen zu sein die notwendige Unterstützung für die Greueltaten während der Clinton Jahre bereitzustellen - die nun da "wir gewonnen haben" immer noch weitergehen, auch wenn in einem etwas kleineren Massstab. Als eine Belohnung für ihre Leistungen, finanzieren die US nun die Türkei damit sie die Bodentruppen für den "Krieg gegen den Terror" in Kabul stellen, aber nicht darüber hinaus. [31]

Grauenhafter staatlich gesponserter internationaler Terrorismus wird also nicht übersehen: er wird gepriesen. Auch dass "kommt nicht überraschend". Schliesslich hiess die Clinton Regierung in 1995 Indonesiens General Suharto - einen der schlimmster Mörder und Folterer des späten 20. Jhds. - als "ein Kerl nach unserem Herzen" willkommen. Als er 30 Jahre zuvor an die Macht gekommen war, wurde die "schockierende Massenabschlachtung" Hunderttausender Menschen, zumeist landloser Bauern, ziemlich sorgfältig berichtet und mit ungezügelter Euphorie gelobt. Als die Nicaraguer sich dem US Terror schliesslich beugten und richtig wählten, waren die US wie Schlagzeilen verkündeten "in Freude vereint" über diesen "Sieg des US Fair Play". Es ist sehr einfach weitere Beispiele zu finden. Die derzeitige Episode bringt nichts neues in den Aufzeichnungen des internationalen Terrorismus und der Antwort, die sie unter den Betreibern hervorruft.

Kehren wir zurück zu der Frage nach der angemessenen Erwiderung auf Terrorhandlungen, spezifischer auf den 11/9.

Es wird allgemein behauptet, dass die US-UK Reaktion mit breiter internationaler Unterstützung unternommen wurde. Dies ist jedoch nur haltbar, wenn man sich an die Meinung der Elite hält. Bei einer internationalen Gallup Umfrage unterstützte nur eine Minderheit einen militärischen Angriff anstatt diplomatischer Massnahmen. [32] In Europa schwankten die Zahlen von 8% in Griechenland bis 29% in Frankreich. In Lateinamerika lag die Unterstützung sogar noch niedriger: von 2% in Mexiko bis 16% in Panama. Unterstützung für Angriffe die zivile Ziele einschlossen war sehr gering. Sogar in den zwei befragten Ländern, die den Einsatz militärischer Gewalt am stärksten befürworteten, Indien und Israel, waren wesentliche Mehrheiten gegen solche Angriffe- Dort gab es daher eine überwältigende Opposition gegen die derzeitigen Politik, die, wie die Presse berichtete grosse urbane Hauptzentren seit dem ersten Augenblick in "Geisterstädte" verwandelte.

In der Umfrage und in den meisten Kommentare ausgelassen, war die erwartete Auswirkung der US Politik auf die Afghaner, von denen Millionen sich bereits schon vor dem 11/9 am Rande des Hungertods befanden. Ungefragt bleibt zum Beispiel, ob es eine angemessene Antwort auf den 11/9 war von Pakistan zu fordern, die "Lastwagenkonvois" zu eliminieren, "die einen Grossteil der Nahrung und andere Vorräte der afghanischen Zivilbevölkerung liefern", und den Rückzug der Hilfsarbeiter und eine schwerwiegende Reduzierung der Nahrungsmittel herbeizuführen, was "Millionen Afghaner... der schweren Gefahr einer Hungerkatastrophe auslieferte," und scharfe Proteste von Hilfsorganisationen und Warnungen vor schweren Humanitären Krisen hervorrief, die nach Kriegsende wiederbestätigt wurden [33]

Es sind natürlich die Annahmen der Planung, die für eine Bewertung der ausgeführten Handlungen relevant sind; auch das sollte transparent sein. Das tatsächliche Ergebnis - eine separate Angelegenheit - wird kaum jemals, auch nur annährend bekannt werden; die Verbrechen anderer werden sorgfältig untersucht, aber nicht die eigenen. Ein Anhaltspunkt könnten die gelegentlichen Berichte über die Menschenzahlen die Nahrungsmittelhilfe bedürfen liefern: 5 Millionen vor dem 11/9, 7.5 Millionen Ende September während der drohenden Bombardierung, 9 Millionen sechs Monate später, nicht aufgrund des Mangels von Nahrungsmitteln, die die ganze Zeit vorrätig gewesen waren, sondern aufgrund von Verteilungsprobleme als das Land wieder der Herrschaft einzelner Kriegsherren anheim fiel. [34].

Es gibt keine verlässlichen Studien über die afghanische Meinung, aber es gibt durchaus einige Informationen. Zu Beginn warnte Präsident Bush die Afghaner, dass sie bombardiert werden würden bis sie die Personen ausliefern würden, die von den US des Terrorismus verdächtigt wurden. Drei Wochen später änderten sich die Kriegsziele auf den Sturz des Regimes: die Bombardierung würde weitergehen, verkündete Admiral Sir Michael Boyce, "bis die Bevölkerung des Landes selbst erkennen wird, dass dies so weitergehen wird, bis sie ein Regierungswechsel herbeigeführt haben werden."[35] Man bemerke, dass die Frage ob der Sturz der elenden Talibanregierung die Bombardierung rechtfertigt überhaupt nicht gestellt wird, weil es noch gar kein Kriegsziel gewesen war bis lange nachdem die Bombardierung bereits begonnen hatte. Wir können jedoch Afghaner die sich in Reichweite westlicher Beobachter befinden, um ihre Meinung zu diesen Entscheidungen fragen - die in beiden Fällen eindeutig innerhalb der offiziellen Definition des internationalen Terrorismus fallen.

Als die Kriegsziele sich Ende Oktober auf eine Absetzung der Regierung änderten, versammelten sich in Peshawar 1000 afghanische Führer, einige in Exil, einige aus Afghanistan, alle mit dem Ziel die Talibanregierung zu stürzen. Es war eine "seltene Zurschaustellung von Einigkeit unter Stammesälteste, islamische Gelehrte, Fraktionspolitiker und ehemalige Guerrillakomandanten," berichtete die Presse. Sie drängten einstimmig "die US die Luftangriffe einzustellen," appellierten an die internationalen Medien das Ende der "Bombardierung unschuldiger Menschen" zu fordern, und "forderten die Beendigung der US Bombardierung in Afghanistan." Sie drängten nach der Ergreifung anderer Methoden zum Sturz der verhassten Talibanregierung, ein Ziel das, wie sie glaubten, ohne Tod und Zerstörung erreicht werden konnte. [36]

Eine ähnliche Botschaft vermittelte der afghanische Widerstandsführer Abdul Haq, der in Washington im hohen Ansehen stand. Kurz bevor er sich, scheinbar ohne US Unterstützung, nach Afghanistan begab und daraufhin gefangen und getötet wurde, verurteilte er die Bombardierungen und kritisierte die US für ihre Weigerung seine Bemühungen und die anderer zu unterstützen "eine Revolte innerhalb des Talibans herbeizuführen." Die Bombardierung war "ein grosser Rückschlag für diese Bemühungen," sagte er. Er berichtete Kontakte zu Talibankommandanten zweiter Ebene und ehemaligen Mujaheddin Stammesälteste zu haben, und legte dar wie solche Bemühungen in Angriff genommen werden könnten, und ersuchte die US sie finanziell und mit andere Mittel zu unterstützen, anstatt sie mit Bomben zu unterminieren. Aber die US, sagte er, "versuchen ihre Muskel zu zeigen, einen Sieg zu erringen und die ganze Welt erschrecken. Sie kümmern sich nicht um die Leiden der Afghaner, oder wie viele Menschen wir verlieren." [37]

Das Leiden der afghanischen Frauen rief nach dem 11/9 einiges spätes Mitgefühl hervor. Nach dem Krieg gab es sogar eine gewisse Anerkennung für die mutigen Frauen, die an der vordersten Front des 25 Jahre langen Kampfes für de Verteidigung der Frauenrechte gestanden haben, RAWA (die Revolutionäre Gesellschaft der Frauen von Afghanistan). Eine Woche nach Beginn der Bombardierung, veröffentlichte die RAWA eine Erklärung (11. Okt.) die Hauptschlagzeilen gemacht hätte, wenn die Sorge um die afghanischen Frauen echt gewesen wäre, und nicht eine Frage der Selbstinteresse. Sie verurteilten die Entscheidung für "das Monster gewaltigen Krieges und Zerstörung" als die US "eine riesige Aggression gegen unser Land auslösten", die unschuldigen Afghaner grosses Leid zufügen wird. Sie riefen stattdessen nach der "Auslöschung der Plage des Talibans und der Al-Qaida" durch "einen allgemeinen Aufstand" des afghanischen Volkes selbst, die als einzigen "die Wiederholung und Rückkehr der Katastrophe verhindern können, die unser Land befallen hat..."

All dies wurde ignoriert. Es ist vielleicht nicht ganz einleuchtend, dass jene mit den grossen Kanonen das Recht haben sollen den Urteil der Afghaner zu ignorieren, die viele Jahre lang für Freiheit und Frauenrechte gekämpft haben, und deren Wunsch, die fragile und verhasste Talibanregierung, ohne die unvermeidlichen Kriegsverbrechen von innen heraus zu stürzen, mit soviel offensichtlicher Verachtung abzutun.

Kurzum, eine Untersuchung der globalen Meinung, einschliesslich dessen was wir von den Afghanern wissen, liefert nur eine geringe Stütze für den Konsens der westlichen Intellektuellen über die Rechtmässigkeit ihrer Sache.

Eine Reaktion der Elite jedoch ist sicherlich korrekt: es ist notwendig die Gründe für die Verbrechen des 11/9 zu hinterfragen. Das zumindest steht ausser Frage, zumindest unter denen, die hoffen die Wahrscheinlichkeit weiterer terroristischen Greueltaten herabzusetzen.

Eine enge Frage ist die nach den Motiven der Täter. In dieser Hinsicht herrscht wenig Uneinigkeit. Ernsthafte Analytiker stimmen darin überein, dass Bin Laden nach der Einrichtung ständiger US Basen in Saudi Arabien, "von der Notwendigkeit überzeugt wurde, die US Streitkräfte von dem heiligen arabischen Boden zu vertreiben", und die muslimische Welt von den "Lügnern und Heuchlern" zu säubern, die seine extremistische Version des Islams nicht akzeptierten.[38]

Es herrscht auch breite und gerechtfertigte Einigkeit darüber, dass "solange man sich der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen, aus denen die Al Qaeda und andere verwandte Gruppen hervorgegangen sind nicht annimmt, werden die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten in Westeuropa und anderswo weiterhin von islamistischen Terroristen anvisiert werden."[39] Diese Bedingungen sind zweifellos komplex, aber einige Faktoren sind schon vor langer Zeit erkannt worden. In 1958, ein entscheidendes Jahr der Nachkriegsgeschichte, erklärte Präsident Eisenhower seinem Kabinett, dass das Problem in der arabischen Welt darin liegen würde, "dass eine Hasskampagne gegen uns gerichtet ist - nicht von der Regierung, sondern von den Menschen," die "auf Nassers Seite stehen", und den unabhängigen, säkularen Nationalismus unterstützen. Die Gründe dieser "Hasskampagne" waren von dem Nationalen Sicherheitsrat einige Monate zuvor erläutert worden: "In den Augen der Mehrheit der Araber, scheinen die Vereinigten Staaten die Realisierung der Ziele des arabischen Nationalismus zu verhindern. Sie glauben, die Vereinigten Staaten versuchten ihre Interessen im Nahen Osten

zu schützen, indem sie den Status Quo unterstützen und einen politischen oder wirtschaftlichen Fortschritt behindern..." Darüberhinaus ist dieser Eindruck zutreffend: "unsere wirtschaftlichen und kulturellen Interessen in dem Gebiet haben auf natürliche Weise zu engen US Verbindungen zu Elemente in der arabischen Welt geführt, deren Hauptinteresse der Erhaltung der Beziehungen zum Westen und des Status Quo in ihren Ländern gilt..." [40]

Der Eindruck bleibt weiter bestehen. Unmittelbar nach dem 9/11, begannen der Wall Street Journal und spätere andere, die Meinungen "begüterter Muslime" zu untersuchen: Bankiers, Professionelle, Manager multinationaler Konzerne und so weiter. Sie Befürworten die US Politik im allgemeinen, sind aber über die Rolle der US in der Region verbittert: über die US Unterstützung für korrupte und repressive Regierungen, die Demokratie und Entwicklung behindern, und über spezifische Politiken, besonders hinsichtlich Palästinas und des Iraks. Obwohl sie nicht untersucht wurden, sind die Haltungen in den Slums und Dörfern wahrscheinlich ähnlich, nur härter; anders als die "begüterten Muslime", hat die Masse der Bevölkerung niemals zugestimmt, dass der Reichtum der Region von den Westen und lokalen Kollaborateure aufgesaugt werden sollte, anstatt den nationalen Bedürfnissen zu dienen. Die "begüterten Muslime" geben bedauernd zu, dass Bin Ladens wütende Rhetorik auch in ihre eigenen Kreise erhebliche Resonanz erhält, auch wenn sie ihn hassen und fürchten, auch wenn nur aus dem Grund, weil sie zu seinen ersten Zielen gehören. [41]

Es ist zweifellos tröstlicher zu glauben, dass die Antwort auf George Bushs klagende Frage "Wieso hassen sie uns?" in deren Abscheu vor unserer Freiheit und Liebe für Demokratie liegt, oder in ihre jahrhundertealten kulturellen Schwächen, oder ihrer Unfähigkeit sich der Art von "Globalisierung" anzuschliessen, an die wir uns fröhlich beteiligen. Tröstlich vielleicht, aber nicht weise.

Obwohl schockierend, können die Greueltaten vom 11/9 nicht vollkommen unerwartet gewesen sein. Verwandte Organisationen haben in den ganzen 90er Jahren sehr schwere Terrorakte geplant, und kamen 1993 gefährlich nahe daran den World Trade Center in die Luft zu jagen, mit viel ehrgeizigere Pläne. Ihre Überlegungen wurden gut verstanden, ganz sicher von den US Geheimdiensten, die seit den 80er Jahren dabei geholfen haben sie zu rekrutieren, auszubilden und zu bewaffnen, und weiterhin mit ihnen gearbeitet haben, auch noch während sie die US angriffen. Die Untersuchung des Srebenica Massakers durch die holländische Regierung ergab, dass während sie versuchten den World Trade Center in die Luft zu jagen, radikale Islamisten von den CIA-gebildeten Netzwerke, von den Vereinigten Staaten aus Afghanistan nach Bosnien eingeflogen wurden, zusammen mit iranisch-unterstützten Hisbollah-Kämpfer und einen riesigen Waffenstrom, durch Kroatien, das einen wesentlichen Anteil einstrich. Sie wurden eingeflogen um die US-Seite in den Balkankriegen zu unterstützen, während Israel (zusammen mit der Ukraine und Griechenland) die Serben bewaffneten (wahrscheinlich mit US-Waffen) was erklärt wieso "nicht explodierte Mörsersprengsätze in Sarajewo manchmal hebräische Markierungen trugen," wie der britische Politikwissenschaftler Richard Aldrich bei einer Untersuchung des Berichtes der Holländischen Regierung bemerkte.[42]

Allgemeiner dienen die Greueltaten des 11/9 als eine dramatische Erinnerung an etwas, das seit langer Zeit begriffen worden ist: mit zeitgenössischer Technologie ist das Gewaltmonopol der Reichen und Mächtigen, das in dem grössten Teil der Geschichte vorherrschte nicht länger gesichert. Obwohl der Terrorismus zurecht überall gefürchtet wird, und tatsächlich eine untolerierbare "Rückkehr zur Barbarei" ist, ist es nicht überraschend, dass scharf unterschiedliche Erfahrungen, scharf unterschiedliche Wahrnehmungen über seine Natur schaffen, eine Tatsache die nur auf die Gefahr jener hin ignoriert werden wird, denen die Geschichte bei der Ausübung schrecklicher Verbrechen Immunität gewährt hat.

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Anmerkungen:

[1] Bush zitiert von Rich Heffern, _National Catholic Reporter_, 11. Jan. 2002. Reagan, _New York Times_, 18. Okt., 1985. Shultz, U.S. Dept. of State, _Current Policy_ Nr. 589, 24. Juni, 1984; Nr. 629, 25. Okt., 1984.

[2] _US Army Operationskonzept für terroristische Gegenaktionen _, TRADOC Pamphlet Nr. 525-37, 1984.

[3] Res. 42/159, 7 Dez. 1987; mit Stimmenthaltung Honduras.

[4] Joseba Zulaika und William Douglass, _Terror and Taboo_ (New York, London: Routledge, 1996), 12. 1980-88 Aufzeichnungen, siehe "Inter-Agency Task Force, Africa Recovery Program/Economic Commission", _South African Destabilization: the Economic Cost of Frontline Resistance to Apartheid_, NY, UN, 1989, 13, zitiert von Merle Bowen, _Fletcher Forum_, Winter 1991. Zu der Expansion des US Handels mit Südafrika nachdem der Kongress die Sanktionen in 1985 autorisierte (gegen Reagans Veto), siehe Gay McDougall, Richard Knight, in Robert Edgar, Hsg.., _Sanctioning Apartheid_ (Trenton, NJ: Africa World Press, 1990).

[5] Für eine Untersuchung des unilateralen US Rejectionismus über 30 Jahre, siehe Chomskys Einleitung zu Roane Carey, Hsg., _The New Intifada_ (London, New York: Verso, 2000); siehe zitierte Quellen für weitere Details.

[6] Sie wird jedoch niemals verwendet. Für die Gründe siehe Alexander George, Hsg.., _Western State Terrorism_ (Cambridge: Polity-Blackwell, 1991).

[7] Strobe Talbott und Nayan Chanda, Einleitung, _The Age of Terror: America and the World after September 11_ (New York: Basic Books und das Yale U. Center für Globalisierungsstudien, 2001).

[8] Abram Sofaer, "The United States and the World Court," U.S. Dept. of State, _Current Policy_, Nr. 769 (Dez. 1985). Die blockierte Resolution des Sicherheitsrates forderte Einhaltung der Anweisungen des Internationalen Gerichtshofes, und rief ohne Namen zu nennen alle Staaten auf "keine politischen, wirtschaftlichen oder militärische Aktionen gegen irgendeinen Staat dieser Region auszuführen, zu unterstützen oder zu fördern." Elaine Sciolino, _NYT_, 31. Juli, 1986.

[9] Shultz, "Moral Principles and Strategic Interests," 14. April, 1986, U.S. Dept. of State, _Current Policy_ Nr. 820. Shultz Aussage im Kongress, siehe Jack Spence in Thomas Walker, Hsg.., _Reagan versus the Sandinistas_ (Boulder, London: Westview, 1987). Für eine Untersuchung der Unterminierung der Diplomatie und der Eskalation des internationalen Staatsterrors siehe Chomsky, _Culture of Terrorism_ (Boston: South End, 1988); _Necessary Illusions_ (Boston: South End, 1989); _Deterring Democracy_ (London, New York: Verso, 1991). Zu dem Nachspiel siehe Thomas Walker und Ariel Armony, Hsg.., _Repression, Resistance, and Democratic Transition in Central America_ (Wilmington: Scholarly Resources, 2000). Zu den Reparationsleistungen, siehe Howard Meyer, _The World Court in Action_ (Lanham, MD, Oxford: Rowman & Littlefield, 2002), Kap. 14.

[10] Edward Price, "The Strategy and Tactics of Revolutionary Terrorism," _Comparative Studies in Society and History 19:1_; zitiert von Chalmers Johnson, "American Militarism and Blowback," _New Political Science_ 24.1, 2002.

[11] SOA, 1999, zitiert von Adam Isacson und Joy Olson, _Just the Facts_ (Washington: Latin America Working Group and Center for International Policy, 1999), ix.

[12] Greenwood, "International law and the `war against terrorism'," _International Affairs_ 78.2 (2002), in Bezugsnahme auf § 195 von _Nicaragua v. USA_, den der Gerichtshof nicht benutzte um seine Verurteilung des US Terrorismus zu rechtfertigen, aber sicher mehr darauf zutrifft als auf den Fall der Greenwood beschäftigt. Franck, "Terrorism and the Right of Self-Defense," _American J. of International Law_ 95.4 (Okt. 2001).

[13] Howard, _Foreign Affairs_, Jan/Feb 2002; Gespräch vom 30. Okt., 2001 (Tania Branigan, _Guardian_, 31. Okt.). Ignatieff, _Index on Censorship_ 2, 2002.

[14] _NYT_, 1. Okt., 2001.

[15] Frank Schuller und Thomas Grant, _Current History_, April 2002.

[16] Werner Daum, "Universalism and the West," _Harvard International Review_, Sommer 2001. Für andere Einschätzungen und den Warnungen von Human Rights Watch, siehe Chomsky _9-11_ (New York: Seven Stories, 2001), 45ff.

[17] Christopher Hitchens, _Nation_, 10. Juni, 2002.

[18] Talbott und Chanda, _op. cit._

[19] Martha Crenshaw, Ivo Daalder und James Lindsay, David Rapoport, _Current History_, _America at War_, Dez. 2001. Für Interpretationen des ersten "Krieges gegen den Terror" zu dieser Zeit siehe George, _op. cit._

[20] _Env¡o_ (UCA Managua), Okt.; Ricardo Stevens (Panama), NACLA _Report on the Americas_, Nov/Dec; Galeano, _La Jornada_ (Mexiko Stadt), zitiert von Alain Frachon, _Le Monde_, Nov. 24, 2001.

[21] Für viele Quellen siehe Chomsky _Fateful Triangle_ (Boston: South End, 1983; aktualisierte 1999 Ausgabe, zum Südlibanon in den 90er Jahrenin the 1990s); _Pirates and Emperors_ (New York: Claremont, 1986; Pluto, London); _World Orders Old and New_.

[22] Bennet, _NYT_, 24. Jan., 2002

[23] Für Details siehe Chomskys Essay in George, _op. cit_.

[24] Crenshaw, _op. cit._

[25] Chalmers Johnson, _Nation_, 15. Okt., 2001.

[26] Ian Williams, _Middle East International_, 21 Dez. 2001, 11. Jan. 2002. John Donnelly, _Boston Globe_, 25. April, 2002; der spezifische Hinweis betrifft ein früheres US Veto.

[27] Konferenz der hohen Vertragsparteien, _Report on Israeli Settlement_, Jan.-Feb. 2002 (Stiftung für Frieden im Mittleren Osten, Washington). Zu diesem Thema siehe Francis Boyle, "Law and Disorder in the Middle East," _The Link_ 35.1, Jan.-March 2002.

[28] Für einige Details siehe Chomsky _New Military Humanism_ (Monroe ME: Common Courage, 1999), Kap. 3, und Quellenangaben. Zu der Auslassung der Fakten in den Menschenrechtsberichtes des State Department siehe das Anwaltskomitee für Menschenrechte, _Middle East and North Africa_ (New York, 1995), 255.

[29] Tamar Gabelnick, William Hartung, und Jennifer Washburn, _Arming Repression: U.S. Arms Sales to Turkey During the Clinton Administration_ (New York und Washington: World Policy Institute and Federation of Atomic Scientists, October 1999). Ich schliesse Israel-Ägypten als separate Kategorie aus. Zum Staatsterror in Kolumbien, jetzt zum grössten Teil in der üblichen Weise durch Paramilitärs betrieben, siehe besonders Human Rights Watch, _The Sixth Division_ (Sept. 2001) und die Kolumbianische Menschenrechtszertifikation III, Feb. 2002. U.a. auch, Ärzte ohne Grenzen, _Desterrados_ (Bogota' 2001).

[30] Für eine Kostprobe siehe _New Military Humanism_ und Chomsky _A New Generation Draws the Line_ (London, NY: Verso, 2000).

[31] Judith Miller, _NYT_, 30. April, 2000. Pearson, _Fletcher Forum_ 26:1, Winter/Frühling 2002.

[32] http://www.gallup.international.com/terrorismpoll-figures.htm; Daten vom 14-17. Sept., 2001.

[33] John Burns, _NYT_, 16. Sept., 2001; Samina Amin, _International Security_ 26.3, Winter 2001-02). Für einige frühere Warnungen siehe _9-11_. Zu den Nachkriegseinschätzungen der internationalen Agenturen siehe Imre Karacs Bericht, _Independent on Sunday_ (London), 9. Dez., 2001, über ihre Warnungen, dass mehr als eine Million Menschen "unerreichbar sind und vor Seuchen und Hungertod stehen." Für einige Presseberichte siehe Chomsky "Peering into the Abyss of the Future," Lakdawala Memorial Vortrag, Institut für Sozialwissenschaften, New Delhi, Nov. 2001, aktualisiert in Feb. 2002.

[34] _Ibid._, für frühe Schätzungen. Barbara Crossette, _NYT_, März 26, und Ahmed Rashid, _WSJ_, June 6, 2002, reporting the assessment of the UN World Food Program and the failure of donors to provide pledged funds. The WFP reports that "wheat stocks are exhausted, and there is no funding" to replenish them (Rashid). The UN had warned of the threat of mass starvation at once because the bombing disrupted planting that provides 80% of the country's grain supplies (AFP, Sept. 28; Edith Lederer, AP, Oct. 18, 2001). Also Andrew Revkin, _NYT_, Dec. 16, 2001, citing U.S. Department of Agriculture, with no mention of bombing.

[35] Patrick Tyler und Elisabeth Bumiller, _NYT_, Oct. 12, zitieren Bush; Michael Gordon, _NYT_, Okt. 28, 2001, zitiert Boyce; beide S. 1.

[36] Barry Bearak, _NYT_, Okt. 25; John Thornhill und Farhan Bokhari, _Financial Times_, Okt. 25, Okt. 26; John Burns, _NYT_, Okt. 26; Indira Laskhmanan, _BG_, Okt. 25, 26, 2001.

[37] Interview, Anatol Lieven, _Guardian_, Nov. 2, 2001.

[38] Ann Lesch, _Middle East Policy_ IX.2, Juni 2002. Auch Michael Doran, _Foreign Affairs_, Jan.-Feb. 2002; und viele andere, einschliesslich mehrerer Beiträge zu _Current History_, Dec. 2001.

[39] Sumit Ganguly, _Ibid_.

[40] Für Quellen und Hintergrundsdiskussionen siehe Chomsky _World Orders Old and New_, 79, 201f.

[41] Peter Waldman et al., _WSJ_, Sept. 14, 2001; siehe auch Waldman und Hugh Pope, _WSJ_, Sept. 21, 2001.

[42] Aldrich, _Guardian_, 22 April, 2002.

Orginalartikel: Terror and Just Response
Übersetzt von: Dana
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