Verschwörungsfreie Konformität
von David Edwards
08.08.2002 — Media Lens / ZNet
Generationen von Chemielehrern haben ihre Schüler nun schon mit jenem Experiment beglückt, bei dem eine beinah symmetrische Struktur erzeugt wird, indem man eine große Anzahl kleiner Bälle in eine quadratische Kiste schüttet. Unweigerlich kommt dabei nämlich eine tolle Pyramide heraus. Entweder, die Bälle landen gleich in einer Position innerhalb der Pyramidenform, oder sie springen hinein, andere springen wieder aus der Struktur heraus. Die resultierende Pyramide - man denke nur an kristalline Strukturen in der Natur -, wirkt auf jeden Betrachter wie sorgfältig u. künstlich, geformt. Dabei gehorcht alles nur dem reinen Zufallsfließprinzip kleiner runder Objekte, die sich innerhalb einer quadratischen Begrenzung ansammeln. Und ganz ähnlich erklären wir uns hier auch jene bemerkenswert einheitliche Struktur, wie sie der Mainstream-Journalismus aufweist: Journalisten fluten in die formende Struktur der Konzern-Medien des Mainstream hinein - u. wieder heraus. Denn wie wir bereits in früheren ‘Media Alerts’* (Medienalarm) dargelegt haben: Unsere Konzernmedien sind nunmal so strukturiert, dass sie die Interessen der Konzerne / des Staats schützen u. stützen. Und dazu ist kein Komplott, ja nicht mal offene Einflussnahme, vonnöten. Die Uniformität der Berichterstattung ist Resultat einer schlicht (naturgesetzlichen) Reaktion: ‘menschliche Natur’ in Verbindung mit ‘formender Struktur’ des Staats-Konzern-Kapitalismus: Journalisten mit der richtigen Einstellung, der richtigen Ziel- u. Prioritätensetzung hüpfen in die Pyramidenstruktur der Medien hinein u. “finden ihren Platz” darin, während die andern wieder hinaustreiben (bzw. hinausgetrieben werden).
Das heißt andererseits nicht, dass der Mainstream keine abweichenden Meinungen zuläßt. Ganz im Gegenteil: das System lebt ja geradezu von seinem toleranten Image. Denn in einer Gesellschaft, die vorgibt, demokratisch zu sein, muss die Propaganda-Maschinerie gelegentlich auch mal abweichende Meinungen integrieren. Diese allerdings nur homöopathischen Wahrheitsdosen sollen quasi wie eine Impfspritze wirken: sie immunisieren die Öffentlichkeit, damit diese die engen Grenzen unserer Pressefreiheit nicht mehr wahrnimmt. So gesehen sind jene ehrlichen Artikel von Abweichlern, wie sie gelegentlich an die Oberfläche des Mainstream (des Hauptstroms des Presseflusses also) schwappen, ebenso entscheidend für ein geschmiertes Funktionieren der Propaganda-Maschinerie wie die große Masse an macht-affirmativen journalistischen Artikeln. Und so finden durchaus auch Dissidenten ihren Platz in der Pyramide (ein paar wenigstens) - was aber überhaupt nichts daran ändert, dass am Ende eine Medienlandschaft rauskommt, die die öffentliche Meinung so verformt, dass diese tendenziell eher den Zielen der Staats-/Konzern-Macht nützt. Denken wir in diesem Zusammenhang nur an die bemerkenswert einheitliche Kritik der Mainstream-Presse an den Werken dissidenter Abweichler:
Im ‘Guardian’ rezensierte kürzlich dessen Kolumnist Roy Hattersley das jüngste Buch von John Pilger: ‘The New Rulers of The World’ (Die neuen Herrscher der Welt). Hattersley: “Aber so lebendig u. bunt seine Beschreibung, so schwarz-weiß seine vorhersehbaren Urteile. Es kommt ihm gar nicht in den Sinn, dass diejenigen, die er denunziert u. bloßstellt, durchaus auch Verdienste haben könnten” (‘In the right, but irritating - Roy Hattersley on John Pilger’s judgmental journalism’ (Er hat recht, aber er nervt - Roy Hattersley über J. P. selbstge- rechten Journalismus), R. Hattersley im ‘Guardian’ vom 20. Juli 2002). Nichts Ungewöhnliches diese Kritik, so könnte man meinen - zumindest bis man sich die einzig andere Rezension im britischen Mainstream ansieht (seit Erscheinen des Pilger-Buchs am 20. Mai). Stephen Howe für ‘The New Statesman’ schreibt darin über Pilger: “‘Licht und Schatten’ kennt seine Weltsicht sogut wie gar nicht. Bei ihm ist keine Situation moralisch zweischneidig, kein geschichtlicher Prozess komplex, umstritten. Bei ihm gibt es nur Helden (so lautet übrigens auch der Titel eines seiner früheren Bücher) und Schurken.” (‘A bitter pill’ (Eine bittere Pille), S. Howe in ‘The New Statesman’ vom 24. Juni 2002). Zu einem ganz ähnlichen Schluss kommt auch Joe Joseph von der ‘Times’ bei Betrachtung von Pilgers Werk: “Die Welt, wie sie Pilger sieht, ist reichlich schwarz-weiß. Anscheinend hat seine journalistische Netzhaut Schwierigkeiten mit der Wahrnehmung von Grautönen.” (‘Views of Iraq from the moral high ground’ (Ansichten über Irak vom hohen moralischen Ross runter), J. Joseph in ‘The Times’ vom 7. März 2000). Äußerst erhellend auch der Nachrichtensprecher-Kommentar von Jon Snow, Channel 24: “Es gibt Leute, die sagen, die Ziele rechtfertigten seine (Pilgers) Mittel, andere wiederum meinen, die Welt sei ein viel komplexerer Ort, als er dies wohl wahrhaben will.” (‘Still angry after all these years’ (Immer noch zornig nach all diesen Jahren), J. Snow vom 25. Februar 2001) Wäre natürlich denkbar, die Meinung all dieser Leute reflektiert nur den ‘rationalen Konsensus’ - u. stellt somit eine Konformität dar, die nicht auf formenden Prozessen beruht, vielmehr auf soetwas wie dem gesunden Menschenverstand. Sehen wir uns aber weiter um, so stoßen wir beispielsweise auf eine Rezension über eins der neuen Chomsky-Bücher. Sie stammt von Steve Crawshaw, u. ihre Überschrift kommt einem irgendwie bekannt vor: “Zorneswütige Ideen, die keinen Platz lassen für Nuancierungen” (‘Furious ideas with no room for nuance’, S. Crawshaw in ‘The Independent’ vom 21. Februar 2001). Crawshaw denkt nämlich, er sei einem seltsamem Widerspruch in Chomskys Werk auf der Spur: “Chomsky weiß so viel, aber er hat einfach keinen Bezug zur Nuancierung”. Demnach würde also auch Chomsky, wie Pilger, an jener Krankheit leiden, die sich ‘Schwarz-Weiß-Weltsicht’ nennt. Im Weiteren macht Crawshaw Chomskys Kritik am Nato-Bombardement gegen Serbien runter. Und klingt Crawshaw nicht haarscharf wie Hattersley, wie Howe, wenn er wie folgt fortfährt: “Ein Begriff wie ‘irregeleitet’ reicht ihm (Chomsky) anscheinend nicht; er muss diese Vorgehensweise schlicht ‘bösartig’ nennen”. Für den ‘Guardian’ kommt Martin Woollacott zur folgenden Chomsky-Analyse: “Denen, die die amerikanische Politik lenken (...) gesteht er keinerlei Skrupel zu, keine Moral, kein Gefühl, u. sollten sie ihre Politik je doch überdenken, so tun sie dies ja sicher nur aus rein machiavellistischen Beweggründen (...) (Chomsky), so scheint es, leugnet einfach die Komplexität des Menschlichen. Die Haltung, die er sich konzipiert hat, ist viel zu antithetisch. Ihr gemäß sind Eliten von Natur aus unmoralisch, während die große Masse ganz naturgemäß moralisch gesinnt ist.” (‘Deliver us from evil’ (Und erlöse uns von dem Bösen), M. Woollacott, ‘The Guardian’ vom 14. Januar 1989). Pilger, wie gesagt, leidet anscheinend am selben Gebrechen. Wieder Hattersley: “Pilger kann einfach nicht aufhören mit kritisieren, mit verurteilen. Er kennt einfach nicht den Punkt, an dem die meisten Menschen sagen, jetzt hör’ ich aber besser auf.” All diese Rezensionen suggerieren implizit (oft auch explizit): sowohl Pilger als auch Chomsky sind Opfer ihres eigenen Zorns - er macht sie quasi betriebsblind. Chomsky, mit seinen “zorneswütigen Ideen”, Pilger, “immer noch zornig nach all diesen Jahren” - der, laut Howe, Sträuße ausficht, in denen es “mehr um Wut geht denn um Analyse”.
Und noch einer unserer prominenten Dissidenten, nämlich Harold Pinter, ist angeblich von diesem Fluch befallen. So zitiert z.B. Jay Rayner im ‘Observer’ Timothy Garton Ash mit den Worten: “Er (Pinter) hat eine einfach schreckliche Phantasievorstellung von der Welt - und alles muss da reinpassen.” (‘Pinter of discontent’** (Der Pinter des Mißvergnügens), J. Rayner in ‘The Observer’ vom 16. Mai 1999). Und wieder soll der böse Zorn an allem schuld sein: “Beim ‘späten Pinter’ dreht sich doch alles nur noch um Geräusch u. Zorn”, so Rayner. Und immer u. immer wieder dasselbe Schema bei all diesen “liberalen” Journalisten - mit geradezu erstaunlicher Beharrlichkeit wird’s angewandt: Ja, ja, Außenseiter-Autoren haben sich durchaus ihre Meriten erworben - nichtsdestotrotz ist ihr Werk aber absolut versaut durch diese scheuklappen-bewährte, wut-gesteuerte Schwarz-Weiß-Sicht der Welt. Aus welchem Grund aber reproduzieren Journalisten dieses Schema nur so ausdauernd? Die einfachste Erklärung: sie haben schlichtweg recht. Dem widerspricht - u. das weiß jede(r), der/die schon mal Chomsky oder Pilger gelesen hat -, dass deren Werke ja gerade durch die unaufgeregte Rationalität ihrer Analysen bestechen, durch die Kraft ihrer Rationalität. Natürlich wird auch gegiftet - aber doch meist humorvoll oder um einen gewissen Effekt zu erzielen (nämlich uns aus unserer Mainstream-Lethargie aufzuscheuchen). Völlig haltlos zu behaupten, in den Büchern von Chomsky u. Pilger triumphiere Wut über grundlegende Rationalität. Im Grunde ist es doch so: Was Abweichler wie Chomsky u. Pilger sagen, steht oft in derart krassem Widerspruch zu dem, was die Masse der Menschen denkt bzw. zu dem, was bestimmte Leute wollen, dass die Masse denkt, dass Kritiker u. Öffentlichkeit Leute wie die beiden umgehend als ‘Verrückte’ ad acta legen würden, wären da nicht ihre außergewöhnlich starken/glaubwürdigen Argumente. Dieser Tatsache sind sich natürlich auch die Dissidenten bewußt, und daher ist das Niveau ihrer Artikel in aller Regel unvergleichbar höher als das der kruden Produkte von Schreiberlingen - die, wie mir ein Medien-Insider mal verraten hat, “die Dinger ja nur so raushauen”. Denn Mainstream-Journalisten, diejenigen, die die Interessen der Mächtigen, der Privilegierten, vertreten, haben schließlich nichts zu befürchten. Sie wissen, selbst wenn sie dem Journalismus noch sosehr das Grab schaufeln, man wird sie freisprechen. (Aber um auf die eigentliche Frage zurückzukommen:) Der wahre Grund für die offensichtliche Widersprüchlichkeit in vielen Mainstream-Rezensionen liegt ganz einfach in der Tatsache, dass Autoren wie John Pilger, Noam Chomsky, Ed Herman, Gore Vidal etc. die Wahrheit sagen - bzw. Wahrheiten, die in deutlichem Widerspruch stehen zu den “notwendigen Illusionen” die unsere Gesellschaft - die Medien-Gesellschaft inklusive - erzeugt. Was es den “nicht ganz so freien Journalisten” allerdings schwerer macht, ist dass viele Dissidenten mit unleugbarer Rationalität zu Werke geh’n u. dass ihre Argumente oft durch eine Vielzahl hoch zuverlässiger Quellen gestützt, wenn nicht gar unterlegt, sind. Folglich kann man deren Werke nicht so einfach als Quatsch beiseiteschieben. Und daher bleibt auch einem wie Hattersley nichts anderes übrig, als Folgendes zu Papier zu bringen: “Die Brillanz von John Pilgers Art zu schreiben ist unbestritten - oder sollte es doch zumindest sein”. Crawshaw gibt (zähneknirschend) zu: “Chomsky weiß so viel”. Und Woollacott lobt, wie bei Chomsky “... moralische Vision und intellektuelle Stringenz in eins fallen - eine seltene Kombination”.
Hinzu kommt, dass beide, Chomsky wie Pilger, in der Öffentlichkeit ziemlich populär sind - u. schließlich sollen die Medien ja der Öffentlichkeit dienen. Chomsky beispielsweise ist der weltweit meistgelesendste politische Autor in der Sparte internationale Politik. Sein Buch über den 11. September ging über 100 000 mal über die Ladentheke - und das trotz des ganzen endlosen Geschmiers über sein Werk respektive des Versuchs, es schlicht zu ignorieren. Pilgers neues Buch hat es zwischenzeitlich schon auf 3 Bestseller-Listen geschafft - übrigens inklusive der des ‘Guardian’ - u. das, obwohl es in britischen Medien wie gesagt insgesamt nur zweimal rezensiert wurde - beidesmal ein Verriss. Die (Mainstream) Journalisten kommen um derlei Erfolge einfach nicht herum - es sei denn, sie riskieren ihre Glaubwürdigkeit. Andererseits: so wie die strukturellen Erfordernisse des Mainstream nunmal sind, wäre es schierer Wahnsinn eines Rezensenten, Autoren rundrum zu loben, die machtvoll u. gekonnt Lügen bloßlegen, auf denen nicht zuletzt der Mainstream selbst fußt. So widerlegt sich etwa Hattersly auf erstaunliche Weise selbst, indem er zunächst Pilgers Brillanz lobt, um anschließend fortzufahren: “Wenn man die ‘Neuen Herrscher’ (!) durchliest, wird einem sofort klar, weshalb soviele Leute sagen: “Wenn dieser Pilger dafür ist, bin ich dagegen.”“ Der Grund läge, so Hattersley, darin, dass Pilger zwar “recht hat, aber er nervt”. Würde sich lohnen zu analysieren, wie hier argumentiert wird. Lassen wir mal beiseite, welche Meinungsumfragen Hattersley wohl im Hinterkopf hat, wenn er von “sovielen Leuten” spricht, denen Pilgers Bücher angeblich übel aufgestoßen sind (in Wirklichkeit ist damit natürlich sein eigener Umgang gemeint: die Politik- respektive Medien-Eliten). (Nein, viel wichtiger ist:) In der ganzen Mainstream-Landschaft Großbritanniens ist Pilger so ziemlich der Einzige auf weiter Flur, der am Machtmissbrauch - an dessen Qualität u. Umfang - massive Kritik übt. So hat er etwa unermüdlich über die Schuld des Westens am Genozid im Irak geschrieben - während gleichzeitig Blätter wie ‘Guardian’, ‘Observer’, ‘Independent’ bzw. Fernsehsender wie BBC u. ITN die Vorgänge schlicht ignorierten. Wenn also Tatsache ist, dass Pilger einer von lediglich einer Hand voll Journalisten ist, die sich entschieden haben, mit ihren begründeten Argumenten bzgl. unserer (westlichen) Schuld an diesem Genozid an die Öffentlichkeit zu gehen - welcher halbwegs Normale würde wohl auf so einen (gesellschaftlichen) Beitrag reagieren mit: Nunja, “er hat recht, aber er nervt” halt? Stellen Sie sich vor, am 10. September letzten Jahres wäre ein einzelner Mann in ein FBI-Büro gestürmt u. hätte mit hochbrisanten Beweisen für einen unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag aufgewartet: tausende von Zivilisten im World Trade Center seien in Gefahr. Was würde man wohl von (FBI-)Leuten denken, die auf so eine Offenbarung reagiert hätten mit: “Er hat ja recht, aber er nervt”. Diese Typen haben keine Vorstellung von menschlichem Elend, würde man sagen, die wissen ja gar nicht, was das heißt: verantwortliches Handeln im Sinne eines Wir-müssen-etwas-dagegen-unternehmen! Über lange Zeit hat Pilger die Rolle des Warners gespielt - wobei allerdings die Horrortaten bzgl. derer er uns alarmiert hat, noch viel gigantischer waren (als der 11. Sept.) - Horrortaten, die just in diesem Moment erneut in unserem Namen geschehen, im Irak u. anderswo auf der Welt.
Um ihren Platz in der Pyramide zu behaupten, müssen die Journalisten des Mainstream die “irrationalen” u. “extremen” Ansichten von Leuten (Autoren) anzweifeln, die ausgerechnet für ihre Rationalität u. Objektivität berühmt sind. Diese Journalisten haben zwar (zähneknirschend) das Zugeständnis einzugehen, ja, die Arbeit der Dissidenten ist durchaus auch mal verdienstvoll, gleichzeitig sind sie aber dafür zuständig, Schlupflöcher zu bohren für Journalisten-Kollegen bzw. Redakteure, die die Arbeit der Dissidenten schlicht hassen: “Ja, ja, durchaus verdienstvoll, dieser Chomsky, aber viel, viel zu überzogen - wir können ja nicht dauernd dieses verdrehte Zeugs drucken.” “Pilger ist brillant, ja natürlich, aber ach wie nervig - irgendwann hat man den Kanal einfach voll.” Denn ungeachtet dessen ungeheurer Popularität hat der ‘Guardian’ Pilger seit 1999 exakt viermal zu Wort kommen lassen, der ‘Observer’ einmal u. der ‘Independent’ überhaupt nicht. Seit kurzem - zur Schande aller ‘seriösen’ Großblätter sei’s gesagt -, publiziert Pilger im Boulevard-Blatt ‘The Daily Mirror’, mit großem Erfolg übrigens, wie sein enthusiastisches Publikum beweist. Auch Chomsky wird von ‘Observer’ u. ‘Guardian’ mit fast durchgängiger Konsequenz ignoriert. Insgesamt gerade mal vier Artikel konnte er seit September 1998 bei diesen Blättern unterbringen (davon nur einer nach Oktober 1999). Der ‘Independent’ hat ihm seit Januar 1999 exakt einmal Zeilenplatz eingeräumt, die Fernsehsender BBC TV, ITV u. Channel 4 ignorieren ihn zur Gänze. Diese Zahlen beweisen, wiesehr unsere sogenannte ‘Freie Presse’ ein Witz ist. Andere wichtige Autoren wie etwa Edward Herman oder Howard Zinn werden noch übler behandelt: dem britischen Mainstream scheint ihre Existenz schlicht entgangen zu sein.
Ums nochmal zusammenfassend zu sagen: Leute wie Chomsky u. Pilger gelten als brillant, weil sie es absolut genial verstehen, Beweise zusammenzutragen u. zu präsentieren - Beweise aus völlig glaubwürdigen Quellen. Bei aufgeschlossenen Lesern haben diese Beweise den Effekt, dass sie Illusionen zerstören - Illusionen, wie sie die Staats- u. Konzernmacht propagieren läßt. Und darin besteht auch der grundlegende Verdienst dieser Dissidenten - ihre Persönlichkeit, ihre Gefühlslage sind demgegenüber zweitrangig. Die ständige beleidigende Kritik an Dissidenten ist oftmals die reine Lüge - ein Versuch der Rechtfertigung bzw. ein nunmal erforderliches In-den-Dreck-ziehen, letztendlich resultierend aus den strukturellen Rahmenbedingungen unserer Konzernmedien - Konzernmedien, die betrieben werden in einer staatskapitalistischen/ konzernkapitalistischen Gesellschaft.
*David Edward, der Autor dieses Artikels, ist Ko-Redakteur von ‘Media Lens’. Wenn Sie sich für Beiträge von ‘Media Alert’ (Medienalarm) interessieren: www.medialens.org
**offensichtlich ein Wortspiel mit den ersten Worten aus Shakespeares ‘Richard III’: ‘the winter of our discontent’ (‘der Winter unser’s Mißvergnügens’)
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