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Werdet Mitglied der Freunde der Gerechtigkeit für Mumia Abu-Jamal!

von Freunde der Gerechtigkeit für Mumia Abu-Jamal

22.04.2004 — ZNet

— abgelegt unter:
1999 trat der berühmte Todesstrafenfall des Journalisten und ehemaligen Mitglieds der Black Panther Party, Mumia Abu-Jamal, in seine entscheidende Phase vor den US-Bundesgerichten ein. Damit entrann Mumia dem bösartigen und rachsüchtigen Zugriff der Strafjustiz in Pennsylvania, die häufig auf krass parteiliche Art gegen Mumia entschieden hat, und bekam zumindest die Chance, auf Bundesebene auf fairere Richter zu treffen – aber gleichzeitig schwand damit auch die Zahl seiner Berufungsmöglichkeiten gegen den ungerechten Schuldspruch und sein Todesurteil immer mehr dahin.

Tatsächlich hob ein Bundesrichter im Dezember 2001 das Todesurteil gegen Mumia vorläufig auf. Der Schuldspruch gegen Mumia wurde jedoch aufrecht erhalten, und dementsprechend gingen beide Seiten in Berufung.

Im Gegensatz zu dem, was viele Menschen auf der ganzen Welt jetzt glauben, besteht auch weiterhin die Gefahr, dass Mumia hingerichtet wird. Aber es besteht auch immer noch die Möglichkeit, dass er das Gefängnis nach mehr als 20 Jahren als freier Mann verlässt.

Ironischerweise hat die internationale Bewegung zur Unterstützung Mumias in den letzten drei Jahren, gerade zu dem Zeitpunkt, als der Kampf um Mumias Leben und Freiheit in seine entscheidende Phase eintrat, eine erhebliche und tragische Schwächung erfahren. Während der Druck auf die Bewegung wuchs, trat Streit an die Stelle von Einigkeit, die Toleranz, die einmal der Leitstern der Bewegung gewesen war, wurde durch Engherzigkeit ersetzt, und die offene Herangehensweise, die ein so großes Spektrum von Menschen angezogen hatte und die Bewegung so stark und beispielhaft gemacht hatte, ging verloren.

Hier ist nicht der Ort, diese höchst unerwünschte und zur falschen Zeit kommende Entwicklung zu analysieren, und erst recht nicht, der ein oder anderen Strömung unter den Kräften, die immer noch kämpfen, um Mumia zu retten, die Schuld daran zu geben.

Statt dessen ist es jetzt, wo Mumia am 24. April 2004 50 Jahre alt wird und am 25. Mai sein 22. Jahr in der Todeszelle beginnt, höchste Zeit, dass wir wiedergewinnen, was wir verloren haben, und dass wir uns gemeinsam um die Punkte in Mumias Fall zusammenschließen, denen jeder gerechtigkeitsliebende Mensch, der die Fakten einigermaßen kennt, zustimmen kann.

In diesem Geist hat eine der deutschen Unterstützerorganisationen Mumias, das Nationale Netzwerk für Mumia Abu-Jamal, einen losen Verband namens „Freunde der Gerechtigkeit für Mumia Abu-Jamal“ gegründet. Die „Freunde“ sind vereint um eine einfache Plattform, die die elementaren Tatsachen in Mumias Fall festhält und dementsprechend fordert, dass der verfassungswidrige Schuldspruch und das ebenfalls verfassungswidrige Todesurteil gegen ihn aufgehoben werden, dass die Gerichte die Beweise, und zwar sämtliche Beweise, in seinem Fall anhören, und dass er entweder, nach mehr als zwei Jahrzehnten Haft, freigelassen wird oder ein neues Verfahren bekommt, dessen Verfassungsmäßigkeit durch unabhängige Beobachter garantiert wird.

Um zu den „Freunden“ zu gehören, muss man lediglich dieser Plattform zustimmen. Wir hoffen, dass bis zu Mumias Geburtstag möglichst viele Personen und Organisationen die Plattform „Freunde der Gerechtigkeit für Mumia Abu-Jamal“ unterzeichnen, um der Öffentlichkeit ein machtvolles Signal zu geben, dass diese Frage weiter verfolgt wird, und dass wir nicht stillhalten werden, bis das Todesurteil und der Schuldspruch gegen Mumia aufgehoben sind und er freigelassen wird.

Außerdem gibt es eine weitere Erklärung über die jüngste Entscheidung des Obersten Gerichtshofs des Bundesstaates Pennsylvania vom 8. Oktober 2003, mit der ein weiterer Berufungsantrag Mumias abgelehnt wurde: „Höchste Zeit: Gerechtigkeit für Mumia Abu-Jamal“. Unterzeichnet diese Erklärung bitte ebenfalls. Sendet eure Zustimmung zur öffentlichen Publikation als UnterzeichnerInnen bitte an mikschiff@t-online.de. Wir hoffen, bis zum 24. April so viele Unterschriften wie möglich zu sammeln und werden die Kampagne auch nach diesem Datum energisch weiter betreiben.

Michael Schiffmann, Heidelberg
für das Netzwerk für Mumia Abu-Jamal

Anmerkungen:

Michael Schiffmann ist Autor einer 200 Seiten langen Studie „Race Against Death. The Struggle for the Life and Freedom of Mumia Abu-Jamal” und ist unter der oben angegebenen Mailadresse erreichbar.

Orginalartikel: Join Friends of Justice
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