Widerstand gegen die amerikanische Zerstörungskraft
von Firoz Osman
03.07.2003 — ZNet
Als Präsident Bush seine Afrikareise antritt, erhöhte die Zivilgesellschaft ihren Widerstand, um sich der amerikanischen Zerstörungskraft zu widersetzen. Begleitet durch die Illusion des totalen militärischen Sieges, ist es ominös, dass Afrika plötzlich auf dem Radar der amerikanischen Anführer auftaucht.
Auffallend ist auch, obwohl es 1953 war, dass der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela, „die kriminellen Angriffe der Imperialisten gegen die Bevölkerung von Malaya, Vietnam, Indonesien, Tunesien und Tanganyika verurteilte und an unsere Bevölkerung appellierte sich selbst ohne Vorbehalt mit dem Weltfrieden zu identifizieren und gegen die Kriegspolitik Amerikas und seiner Satelliten zu kämpfen.“
Es ist nun unbestreitbar, dass die Vereinigten Staaten von Amerika eine imperiale Macht sind, die entschlossen sind, ihren hegemonialen Halt auf der ganzen Welt, einschließlich Süd-Afrika, zu stärken. Professor Chandra Muzaffar, der internationalen Bewegung für eine gerechte Welt, verkündete, „dass für eine Imperialmacht nicht nur die Kontrolle über die vitalen Wirtschaftsressourcen zählt. Jemanden seine Kraft und Macht zu demonstrieren, bedeutet in jeder imperialistischen Agenda das Ende dieser Macht.“
Diesbezüglich pulverisierten die Vereinigten Staaten den Irak, ohne irgendeinen gerechtfertigten Vorwand, mit einer militärischen „Schock und Ehrfurchts“-Invasion zurück ins vorindustrielle Zeitalter. Nebenbei kontrollieren sie auch noch auf effektive Weise die zweitgrößten Ölreserven der Welt. Der 11. September erlaubte den USA Afghanistan zu vernichten und dort das Marionetten-Regime von Hamid Karzai zu installieren, welches den USA Zugang zu den Gas- und Ölreserven Zentralasiens verschaffte.
Professor Muzaffar betrachtet die USA als die räuberischste (Volks-)Wirtschaft in der Geschichte. Die USA müssen die natürlichen Ressourcen anderer Länder kontrollieren. Öl, das Lebensblut der industriellen Zivilisation, führte zum ersten Ressourcen-Krieg nach der Ära des Kalten Krieges. Die US-Wirtschaft, welche darauf eingestellt ist Waffen zu produzieren und zu verkaufen, und für ungefähr 20% an Arbeitsplätzen in den USA verantwortlich ist, wird die Kontinuität an Konflikten überall auf der Welt sichern.
Es muss beachtet werden, dass die Vereinigten Staaten als die weltführende Imperialmacht in Erscheinung trat, indem sie im August 1945 Hiroshima und Nagasaki bombardierten und somit das Leben von 250.000 Männern, Frauen und Kindern auslöschten. Sie behaupteten weiter ihre ideologische Macht, indem sie in eine Reihe von Kriegen verwickelt waren – in den 50ern in Korea, in den 60ern in Vietnam, in den 80ern in Mosambik und Angola und in vielen weiteren Teilen der Erde, besonders in Lateinamerika.
Selbst die Rassentrennung in Süd-Afrika wurde von den Vereinigten Staaten und seinen Verbündeten, Groß-Britannien und Israel, unterstützt, ohne deren Hilfe das weiße rassistische Regime weitaus früher kapituliert hätte. Dick Cheney, Bushs Vize-Präsident, hatte die Kühnheit Mandela als „Terrorist“ zu bezeichnen, und stimmte sogar dafür ihn ins Gefängnis einzusperren. Die CIA ermordete Patrice Lumumba und die USA blockierten jeden Versuch der Vereinten Nationen eine Friedenssichernde Truppe zu senden um das kolossale humanitäre Desaster in Ruanda und Burundi abzuwenden. Unglaublich ist es daher, dass die USA einen „Regime-Wechsel“ in Liberia und Zimbabwe fordern.
Der frühere Präsident Mandela erklärte im Januar akkurat: „Falls es ein Land gibt, das unbeschreibliche Grausamkeiten in der Welt begangen hat, dann sind es die Vereinigten Staaten von Amerika. Sie kümmern sich nicht um Menschen.“
Präsident Bush und seine neo-konservativen Gefolgsleute wurden vergiftet durch die Vision ein Pax America aufzuzwingen, modelliert durch die Imperialordnung, welche der Welt durch Groß-Britannien aufgezwungen wurde. Die USA wollen die Welt diktieren, lenken und dominieren, die eine Notwendigkeit Amerikas in der Metamorphose vom Land zum Imperium geworden ist.
Ein Imperium ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass es seine Werte seinen Untertanen ohne Einschränkungen aufzwingen kann. Washingtons Kontrolle über die vitalen Wirtschaft-Ressourcen und die daraus resultierende Wirtschaftsmacht ist eine treibende Kraft hinter ihrer imperialen Reichweite. Jetzt fordern sie die totale Unterwerfung anderer Länder gegenüber ihrem politischem Willen. Schwer disziplinierbare Herrscher müssen durch einen „Regime-Wechsel“ – so wie ihn die Falken in Washington beschönigend beschreiben - entfernt werden, a la Arafat und Saddam Hussein. Die Nächsten auf der Liste sind die Regierungen von Syrien, Iran, Zimbabwe und Liberia.
Washingtons Rekord an Kriegen und Gewalt im Streben nach Hegemonialmacht passt sich an ein Muster an, welches in der westlichen Kolonial-Geschichte verwurzelt ist. Um politischen Gehorsam von Freunden und ebenso von Feinden zu sichern, besitzen die USA den einen Vorteil, der schon immer der arrogante Stolz von fast jeder dominierenden Herrschaft in der Geschichte gewesen ist: Massive militärische Macht. Historiker bescheinigen, dass es so furcheinflößend und erschreckend ist, weil sie [die USA] sogar die überragende militärische Fähigkeit des antiken Roms übertreffen.
So wie die Bush Administration versucht ihre Hegemonie auszuweiten, hat sie auch äußerste Missachtung gegenüber bürgerlichen Freiheiten, internationalen Regeln und multilateralen Organisationen, wie z.B. die UN gezeigt. Gefangene auf der amerikanischen Basis Guantanamo in Kuba wurden die grundlegendsten Menschenrechte verweigert. Amerikanische Individuen „im Land der Freien“.
In der Tat ist die amerikanische Imperialmacht heute so überwältigend, dass viele Nationen, besonders die, die ihre Unabhängigkeit und Souveränität schätzen, in ständiger Angst vor der Hegemonie leben. Infolge ihres totalen Gehorsams gegenüber dem politischen Willen [der USA], fürchten sie sich davor, dass Washington ziemlich willkürlich entscheiden könnte ein einzelnes Land oder einen bestimmten Regierenden bestrafen. Das Ziel der amerikanischen Herrschaft ist es ihre Widersacher zu bestrafen, ihre Konkurrenten unter Kontrolle zu halten und ihre Kumpanen zu belohnen.
Süd-Afrika musste 47 Millionen Dollar an militärischer Hilfe opfern, da es den Amerikaner die Immunität für die Strafverfolgung vor dem neuen Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verweigerte. Die Verschleierung des „Kriegs gegen den Terrorismus“ hat zu einer lange Reihe von unverantwortlichen Entscheidungen und Verletzungen von internationalen Verträgen geführt, einschließlich dem Kyoto Protokoll, dem Antiballistischen Raketen Vertrag, der biologischen- und Giftwaffen-Konvention, dem Landminen-Vertrag und der ICC*. Die Welt darf kein Zwei-Reihen-System der Gerechtigkeit gestatten: Eins für die USA, Israel und Groß-Britannien; und eines für den Rest der Welt.
Der frühere Präsident Mandela – der außergewöhnlich vorausschauend ist - erklärte: „Was ich verurteile ist diese eine Macht, mit einem Präsidenten, der keinen Sinn für Voraussicht hat, der nicht klar denken kann, und die Welt in einen Holocaust stürzen will.“ Für Süd-Afrika könnte dieses Spielchen mit Washington die eigene Unterzeichnung ihrer Grabinschrift bedeuten. Am Ende wird es innerhalb des teuflisch regierten Systems dieser globalen Macht politisch und wirtschaftlich untergeordnet werden.
* [Anm. d. Übersetzers]: ICC ist die Internationale Handelskammer (International Chamber of Commerce)
Dr. Firoz Osman ist der Leiter des Media Review Networks (www.mediareviewnet.com), einer Gruppe von Anwälten mit dem Sitz in Pretoria.
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