Wie die Gaza-'Loslösung' einer Fischereizone im Gazastreifen gewisse Erleichterungen bescherte
von Jon Elmer
17.10.2005 — The NewStandard / ZNet
—
abgelegt unter:
Jüdische Siedlungen
Al-Mawasi, Palästina, den 14. Oktober 2005.
Wenige Gemeinden in Gaza werden von Premierminister Scharons Loslösung (August 2005) mehr profitieren als Al-Mawasi. Der 14km lange und nur 1km breite Küstenstreifen, der an die jüdische Siedlung Gush Katif angrenzt, war jahrelang ein echtes Gefängnis gewesen.
Die 5000 Bewohner der Region sahen sich eingepfercht zwischen Gush Katif und dem Meer und abgetrennt vom übrigen Gazastreifen. Die Restriktionen waren so massiv, dass die israelische Menschenrechtsorganisation BTselem von Einkerkerung,... Strangulierung... und Kollektivbestrafung sprach.
In den letzten fünf Jahren war der Zugang nach Al-Mawasi nur durch einen Checkpoint möglich. Für jemanden, der nicht unmittelbar in der Zone wohnte - ob Angehörige, Freunde oder Händler - war es praktisch unmöglich, in das Gebiet hineinzugelangen.
Es war unmöglich, hier zu leben, so Ismail Abu Zahr gegenüber dem NewStandard. Wir stehen am Strand von Al-Mawasi.
Als Free movement bezeichnet die israelische Armee die mildeste Stufe der Zugangsbeschränkung. Diese Bewegungsfreiheit wird mittels eines unsichtbaren Soldaten mit Megafon und einem Magnetstreifensystem zur Ausweiskontrolle überwacht. Nur Frauen, Kinder unter 12 Jahren und Männer über 40 kamen in den Genuss dieser Erleichterung. Aber die Bewohner sagen, die Lockerung der eingeschränkten Bewegungsfreiheit sei so gut wie nie in Kraft gewesen, und Verkehr am Checkpoint habe es nahezu nicht gegeben.
In Al-Mawasi leben vor allem Fischer und Bauernfamilien. Der Boden zählt zu den fruchtbarsten in ganz Gaza. Aber das strenge Abriegelungssystem der Israelis hatte die Bauern Al-Mawasis von ihren Verkaufsmärkten abgeschnitten und die Fischer vom Meer.
Back-to-back-Transport
Waren, die nach Al-Mawasi hinein sollten, mussten im sogenannten Back-to-Back-Huckepacksystem transportiert werden, das folgendermaßen funktioniert: Ein Lastwagen fährt an den Checkpoint heran, lädt seine Handelsgüter oder Produkte ab. Anschließend werden sie auf einen anderen Laster, der auf der anderen Seite des Checkpoints wartet, umverladen.
Eine enorm teure und zeitaufwendige Transportvariante, die zu verdorbenen Waren und inflationären Produktpreisen führt. Dennoch ist dieses System zwischen dem Gazastreifen und Israel weiter gängige Praxis.
Laut eines Berichts der israelischen Menschenrechtsorganisation BTselem hat es die israelische Regierung geschafft, den Warenverkehr aus Al-Mawasi bzw. nach Al-Mawasi um 90 Prozent zu reduzieren - verglichen mit dem Warenverkehr vor der Intifada. Die Abriegelungen begannen nach dem Aufstand vom September 2000.
Das Back-to-back-Transportsystem und die strangulierenden Restriktionen ließen die Wirtschaft in der Enklave Al-Mawasi verkümmern. Die Bauern und Fischer, die für ihr Überleben auf die Ausfuhr ihrer Waren angewiesen waren, mussten sich als Tagelöhner in den jüdischen Siedlungen des Gazastreifens verdingen. Man hat uns keine andere Wahl gelassen, so Ismail Abu Zahr, der heute zum erstenmal seit Jahren wieder sein Fischernetz ins Meer wirft.
Aber selbst das Kontingent derer, die in den jüdischen Siedlungen Arbeit fanden, war beschränkt. Im Jahr 2000 waren es noch über 1000 gewesen, 2005 nicht einmal mehr 150 - was vor allem an den zunehmenden Sicherheitsbedenken der Israelis lag. Die Lücken wurden mit Gastarbeitern geschlossen - vor allem Menschen aus Asien und Osteuropa - die noch billiger arbeiteten.
Die Häuser in Al-Mawasi bilden einen starken Kontrast zu den Villen von Gush Katif. Baufällige Slum-Hütten aus Streifenmetall und kaputtem Baumaterial stehen nur wenige Meter neben den Resten der großzügigen Strandresidenzen der jüdischen Siedler (hier ist im Original des NewStandard ein Foto mit Bildunterschrift eingefügt).
Die Bewohner Al-Mawasis lebten in strangulierender Armut. Weniger als 15 Prozent waren ans Stromnetz angeschlossen. Die Übrigen waren auf zwei Generatoren angewiesen, die aber nur abends liefen. Infolge der strengen Armee-Checkpoints kamen die Bewohner nur sporadisch an Treibstoff. Wann dies jeweils sein würde, war nicht im Voraus bekannt und offensichtlich von den Launen der israelischen Behörden abhängig.
Der Gaza-Rückzug
Der Abzug der jüdischen Siedler ist für die palästinensische Bevölkerung Gazas eine gewisse Erleichterung. Sie reagiert mit vorsichtigem Optimismus, sehr vorsichtigem.
Damit aus dem Rückzug eine positive Entwicklung wird, brauchen die Palästinenser Bewegungsfreiheit und die Freiheit, Waren ein- und auszuführen, Kontrolle über das Meer und den Luftraum sowie freie Passage zwischen Gaza und der Westbank, so Dr. Mustafa Barghouti, Generalsekretär der politischen Reformbewegung Palestinian National Initiative.
Was Barghouti beunruhigt, ist, dass Israel weiterhin die militärische Kontrolle über den Gazastreifen ausübt. Bei den jüngsten palästinensischen Präsidentschaftswahlen hatte Barghouti es bis in die Endrunde geschafft.
Und er hat recht, noch immer donnern täglich israelische F-16-Kampfjets über die Köpfe der Leute hinweg. Der Küstenhorizont ist gesprenkelt mit israelischen Kriegsschiffen, die die Wasser von Gaza patrouillieren. Die Grenzen zwischen Israel und Gaza wurden sehr effektiv abgedichtet.
Israel muss Gaza komplett aufgeben, so Barghouti gegenüber dem NewStandard, und endlich aufhören, sich in das tägliche Leben und die Angelegenheiten der Palästinenser zu mischen. Er befürchte, fügt er hinzu, das Back-to-back-Transportsystem und die fehlende wirtschaftliche Verbindung zur Westbank - ganz zu schweigen von der fehlenden Verbindung zum Rest der Welt -, werde die Wirtschaft im Gazastreifen strangulieren (Foto).
Das ist sehr wichtig, so Barghouti. Gaza ist ja eine sehr kleine Region: lediglich 1 Prozent des historischen Palästina und weniger als 6 Prozent der besetzten Gebiete. Allein ist es wirtschaftlich nicht überlebensfähig: Auf 366 Quadratkilometern leben hier 1,4 Millionen Menschen... Israel hat weiterhin die Kontrolle über Land, Luft und Meer (des Gazastreifens).
Ähnlich besorgt zeigt sich auch die Weltbank, die im Juni 2004 einen umfassenden Bericht veröffentlichte (den sowohl die israelische Regierung als auch der Palestinian National Authority wollte). Der Weltbank-Bericht warnt: Sollte die israelische Regierung die Restriktionen im Bereich des Personen- und Warenverkehrs nicht überarbeiten, werde der Rückzug nur sehr geringe Auswirkungen auf die Wirtschaft des Gazastreifens haben. Er wird schlimmere Härten erzeugen, als man sie heute sieht.
Die Weltbank bezeichnet das israelische Abriegelungssystem als oberste Ursache für die wirtschaftliche Rezession auf palästinensischer Seite. Diese Rezession sei eine der schlimmsten, die die moderne Geschichte kennt. Die erlittenen Verluste seien gravierender als selbst während der Zeit der Großen Depression in den USA oder während des Kollapses des argentinischen Staats 2001/2002.
Es bleibt viel zu tun
Trotz allen Elends ist bei den Bewohnern Al-Mawasis auch große Erleichterung zu spüren: Die jüdischen Siedlungen in Gaza stehen leer - ebenso die Heckenschützentürme und die internen Checkpoints.
Es gab hier eine große Feier, so Ali Maharbe zum NewStandard. Wir stehen an der Küste. Er lächelt: Und dann die reine Freude darüber, endlich wieder aufs Meer raus zu können.
Solange die Siedler da waren, war ich am Fischfang gehindert, fährt er fort. Die Situation ist jetzt zwar viel besser, aber es ist uns immer noch verboten, unsere Boote zu benutzen. Das macht das Fischen hart, fügt er hinzu. Er gräbt sein mit Sand zugedecktes Cache aus und zeigt mir den bescheidenen Fang des heutigen Tages. Er darf sein Netz nur von der Küste aus ins Meer werfen.
Viele der anderen Fischer aus Al-Mawasi bestätigen diese Verbote. Während unseres Besuchs in der Enklave Al-Mawasi konnten wir (vom NewStandard) nicht ein einziges palästinensisches Boot auf dem Meer entdecken, dafür Dutzende von Fischern, die ihre Netze vom Strand aus ins Meer warfen. Mit improvisierten Netzen versuchen sie, ihre Arbeit von der Küste aus zu leisten.
Die israelische Armee (IDF) bestreitet zwar, dass palästinensische Boote im Meer vor Al-Mawasi noch immer formellen Restriktionen unterworfen sind. Allerdings ist offensichtlich, dass hier inoffizielle Regeln gelten, die die Palästinenser sehr wohl begreifen. Die Fischer sagen, es sei nichts Ungewöhnliches, dass israelische Kriegsschiffe auf Fischer in Booten schießen, selbst wenn diese Boote am Strand liegen (Foto).
Sie sind gut zu erkennen - die Kriegsschiffe und Patrouillenboote der Israelis und auch die israelischen Fischtrawler. Die israelischen Fischer fischen ziemlich weit innerhalb der Gewässer Gazas - bewacht von Marinebooten. Dies ist Teil der operationellen Pflichten der Navy, so das Pressebüro der israelischen Armee gegenüber dem NewStandard.
Andererseits wimmelt der Strand zum erstenmal seit Jahren wieder von den Fischern aus Al-Mawasi. Sie genießen ihre neue Freiheit sichtlich - wie beschränkt diese auch immer sein mag.
Wenige Gemeinden in Gaza werden von Premierminister Scharons Loslösung (August 2005) mehr profitieren als Al-Mawasi. Der 14km lange und nur 1km breite Küstenstreifen, der an die jüdische Siedlung Gush Katif angrenzt, war jahrelang ein echtes Gefängnis gewesen.
Die 5000 Bewohner der Region sahen sich eingepfercht zwischen Gush Katif und dem Meer und abgetrennt vom übrigen Gazastreifen. Die Restriktionen waren so massiv, dass die israelische Menschenrechtsorganisation BTselem von Einkerkerung,... Strangulierung... und Kollektivbestrafung sprach.
In den letzten fünf Jahren war der Zugang nach Al-Mawasi nur durch einen Checkpoint möglich. Für jemanden, der nicht unmittelbar in der Zone wohnte - ob Angehörige, Freunde oder Händler - war es praktisch unmöglich, in das Gebiet hineinzugelangen.
Es war unmöglich, hier zu leben, so Ismail Abu Zahr gegenüber dem NewStandard. Wir stehen am Strand von Al-Mawasi.
Als Free movement bezeichnet die israelische Armee die mildeste Stufe der Zugangsbeschränkung. Diese Bewegungsfreiheit wird mittels eines unsichtbaren Soldaten mit Megafon und einem Magnetstreifensystem zur Ausweiskontrolle überwacht. Nur Frauen, Kinder unter 12 Jahren und Männer über 40 kamen in den Genuss dieser Erleichterung. Aber die Bewohner sagen, die Lockerung der eingeschränkten Bewegungsfreiheit sei so gut wie nie in Kraft gewesen, und Verkehr am Checkpoint habe es nahezu nicht gegeben.
In Al-Mawasi leben vor allem Fischer und Bauernfamilien. Der Boden zählt zu den fruchtbarsten in ganz Gaza. Aber das strenge Abriegelungssystem der Israelis hatte die Bauern Al-Mawasis von ihren Verkaufsmärkten abgeschnitten und die Fischer vom Meer.
Back-to-back-Transport
Waren, die nach Al-Mawasi hinein sollten, mussten im sogenannten Back-to-Back-Huckepacksystem transportiert werden, das folgendermaßen funktioniert: Ein Lastwagen fährt an den Checkpoint heran, lädt seine Handelsgüter oder Produkte ab. Anschließend werden sie auf einen anderen Laster, der auf der anderen Seite des Checkpoints wartet, umverladen.
Eine enorm teure und zeitaufwendige Transportvariante, die zu verdorbenen Waren und inflationären Produktpreisen führt. Dennoch ist dieses System zwischen dem Gazastreifen und Israel weiter gängige Praxis.
Laut eines Berichts der israelischen Menschenrechtsorganisation BTselem hat es die israelische Regierung geschafft, den Warenverkehr aus Al-Mawasi bzw. nach Al-Mawasi um 90 Prozent zu reduzieren - verglichen mit dem Warenverkehr vor der Intifada. Die Abriegelungen begannen nach dem Aufstand vom September 2000.
Das Back-to-back-Transportsystem und die strangulierenden Restriktionen ließen die Wirtschaft in der Enklave Al-Mawasi verkümmern. Die Bauern und Fischer, die für ihr Überleben auf die Ausfuhr ihrer Waren angewiesen waren, mussten sich als Tagelöhner in den jüdischen Siedlungen des Gazastreifens verdingen. Man hat uns keine andere Wahl gelassen, so Ismail Abu Zahr, der heute zum erstenmal seit Jahren wieder sein Fischernetz ins Meer wirft.
Aber selbst das Kontingent derer, die in den jüdischen Siedlungen Arbeit fanden, war beschränkt. Im Jahr 2000 waren es noch über 1000 gewesen, 2005 nicht einmal mehr 150 - was vor allem an den zunehmenden Sicherheitsbedenken der Israelis lag. Die Lücken wurden mit Gastarbeitern geschlossen - vor allem Menschen aus Asien und Osteuropa - die noch billiger arbeiteten.
Die Häuser in Al-Mawasi bilden einen starken Kontrast zu den Villen von Gush Katif. Baufällige Slum-Hütten aus Streifenmetall und kaputtem Baumaterial stehen nur wenige Meter neben den Resten der großzügigen Strandresidenzen der jüdischen Siedler (hier ist im Original des NewStandard ein Foto mit Bildunterschrift eingefügt).
Die Bewohner Al-Mawasis lebten in strangulierender Armut. Weniger als 15 Prozent waren ans Stromnetz angeschlossen. Die Übrigen waren auf zwei Generatoren angewiesen, die aber nur abends liefen. Infolge der strengen Armee-Checkpoints kamen die Bewohner nur sporadisch an Treibstoff. Wann dies jeweils sein würde, war nicht im Voraus bekannt und offensichtlich von den Launen der israelischen Behörden abhängig.
Der Gaza-Rückzug
Der Abzug der jüdischen Siedler ist für die palästinensische Bevölkerung Gazas eine gewisse Erleichterung. Sie reagiert mit vorsichtigem Optimismus, sehr vorsichtigem.
Damit aus dem Rückzug eine positive Entwicklung wird, brauchen die Palästinenser Bewegungsfreiheit und die Freiheit, Waren ein- und auszuführen, Kontrolle über das Meer und den Luftraum sowie freie Passage zwischen Gaza und der Westbank, so Dr. Mustafa Barghouti, Generalsekretär der politischen Reformbewegung Palestinian National Initiative.
Was Barghouti beunruhigt, ist, dass Israel weiterhin die militärische Kontrolle über den Gazastreifen ausübt. Bei den jüngsten palästinensischen Präsidentschaftswahlen hatte Barghouti es bis in die Endrunde geschafft.
Und er hat recht, noch immer donnern täglich israelische F-16-Kampfjets über die Köpfe der Leute hinweg. Der Küstenhorizont ist gesprenkelt mit israelischen Kriegsschiffen, die die Wasser von Gaza patrouillieren. Die Grenzen zwischen Israel und Gaza wurden sehr effektiv abgedichtet.
Israel muss Gaza komplett aufgeben, so Barghouti gegenüber dem NewStandard, und endlich aufhören, sich in das tägliche Leben und die Angelegenheiten der Palästinenser zu mischen. Er befürchte, fügt er hinzu, das Back-to-back-Transportsystem und die fehlende wirtschaftliche Verbindung zur Westbank - ganz zu schweigen von der fehlenden Verbindung zum Rest der Welt -, werde die Wirtschaft im Gazastreifen strangulieren (Foto).
Das ist sehr wichtig, so Barghouti. Gaza ist ja eine sehr kleine Region: lediglich 1 Prozent des historischen Palästina und weniger als 6 Prozent der besetzten Gebiete. Allein ist es wirtschaftlich nicht überlebensfähig: Auf 366 Quadratkilometern leben hier 1,4 Millionen Menschen... Israel hat weiterhin die Kontrolle über Land, Luft und Meer (des Gazastreifens).
Ähnlich besorgt zeigt sich auch die Weltbank, die im Juni 2004 einen umfassenden Bericht veröffentlichte (den sowohl die israelische Regierung als auch der Palestinian National Authority wollte). Der Weltbank-Bericht warnt: Sollte die israelische Regierung die Restriktionen im Bereich des Personen- und Warenverkehrs nicht überarbeiten, werde der Rückzug nur sehr geringe Auswirkungen auf die Wirtschaft des Gazastreifens haben. Er wird schlimmere Härten erzeugen, als man sie heute sieht.
Die Weltbank bezeichnet das israelische Abriegelungssystem als oberste Ursache für die wirtschaftliche Rezession auf palästinensischer Seite. Diese Rezession sei eine der schlimmsten, die die moderne Geschichte kennt. Die erlittenen Verluste seien gravierender als selbst während der Zeit der Großen Depression in den USA oder während des Kollapses des argentinischen Staats 2001/2002.
Es bleibt viel zu tun
Trotz allen Elends ist bei den Bewohnern Al-Mawasis auch große Erleichterung zu spüren: Die jüdischen Siedlungen in Gaza stehen leer - ebenso die Heckenschützentürme und die internen Checkpoints.
Es gab hier eine große Feier, so Ali Maharbe zum NewStandard. Wir stehen an der Küste. Er lächelt: Und dann die reine Freude darüber, endlich wieder aufs Meer raus zu können.
Solange die Siedler da waren, war ich am Fischfang gehindert, fährt er fort. Die Situation ist jetzt zwar viel besser, aber es ist uns immer noch verboten, unsere Boote zu benutzen. Das macht das Fischen hart, fügt er hinzu. Er gräbt sein mit Sand zugedecktes Cache aus und zeigt mir den bescheidenen Fang des heutigen Tages. Er darf sein Netz nur von der Küste aus ins Meer werfen.
Viele der anderen Fischer aus Al-Mawasi bestätigen diese Verbote. Während unseres Besuchs in der Enklave Al-Mawasi konnten wir (vom NewStandard) nicht ein einziges palästinensisches Boot auf dem Meer entdecken, dafür Dutzende von Fischern, die ihre Netze vom Strand aus ins Meer warfen. Mit improvisierten Netzen versuchen sie, ihre Arbeit von der Küste aus zu leisten.
Die israelische Armee (IDF) bestreitet zwar, dass palästinensische Boote im Meer vor Al-Mawasi noch immer formellen Restriktionen unterworfen sind. Allerdings ist offensichtlich, dass hier inoffizielle Regeln gelten, die die Palästinenser sehr wohl begreifen. Die Fischer sagen, es sei nichts Ungewöhnliches, dass israelische Kriegsschiffe auf Fischer in Booten schießen, selbst wenn diese Boote am Strand liegen (Foto).
Sie sind gut zu erkennen - die Kriegsschiffe und Patrouillenboote der Israelis und auch die israelischen Fischtrawler. Die israelischen Fischer fischen ziemlich weit innerhalb der Gewässer Gazas - bewacht von Marinebooten. Dies ist Teil der operationellen Pflichten der Navy, so das Pressebüro der israelischen Armee gegenüber dem NewStandard.
Andererseits wimmelt der Strand zum erstenmal seit Jahren wieder von den Fischern aus Al-Mawasi. Sie genießen ihre neue Freiheit sichtlich - wie beschränkt diese auch immer sein mag.
Orginalartikel:
Disengagement Affords Some Relief for Gaza Fishing Enclave
Übersetzt von:
Andrea Noll
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