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Willkommen in der Zukunft

von Sean Gonsalves

23.08.2002 — ZNet Kommentar

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Als ein Kind das mit den Jetsons (Fernsehserie für Kinder) und Science Fiction-Weltraumfilmen erwachsen wurde, war ich ganz schön enttäuscht als ich mit dem Glockenschlag um Mitternacht des 31.12.1999 "in der Zukunft" ankam.

Die kulturelle Umgebung meiner Jugend war ausgefüllt mit visuellen Abbildungen von Raumfahrt, Aliens, Robotern und Zeitmaschinen. Ich stellte mir vor, dass ich bis zum Jahr 2000, dem Anfang des neuen Millenniums, über mein persönliches R2-D2, ein Luftkissenfahrzeug und jedes Jahr über ein Flugticket für einen Flug zu einem der Urlaubsorte auf dem Mars verfügen würde.

Aber im wirklichen Leben im Jahre 1999 fuhr ich einen '93er Dodge Shadow (ein amerikanischer Kleinwagen) und wohnte in einem Haus das schon in den Fünfzigern gebaut wurde. Musik hörte ich immer noch vom Kassettenband, technologisch war ich immer noch nicht dazu verführt, mein Videogerät gegen einen DVD-Player auszutauschen.

Es war dann vor ungefähr drei Jahren als sich meine naive Enttäuschung über die Zukunft in Furcht umkehrte. Hatte ich doch angefangen zu begreifen, dass der militärisch-industrielle Komplex, vor dem uns Eisenhower vor einem halben Jahrhundert warnte, im Begriff war, im Luftraum zu dominieren und von dort aus die Welt zu kontrollieren.

Das "US Space Command", eine Pentagon-Agentur, die dazu beitragen soll "dabei zu helfen, die Nutzung des Weltraums zu institutionalisieren" (siehe: www.spacecom.af.mil/usspace), verbreitete 1996 einen Bericht mit dem Titel: "Vision für 2002". Gleich zu Anfang berichtet der Report von "einer Dominanz der militärischen Operationen in der Weltraumdimension um amerikanische Interessen und Investitionen zu schützen".

Investigativ Korrespondent Karl Grossman berichtet in seinem Buch "Weapons of Space" über ein anderes Dokument des US Space Command, das unter dem Begriff der "Long Range Plan" (Planung auf längere Sicht) die globale Ökonomie betont, wie schon die Vision im 2002-Report.

"Ökonomische Allianzen, wie auch das Wachstum und der Einfluss von multinationalen Korporationen, werden unklare Sicherheitsabkommen zur Folge haben. Der Abstand zwischen den reichen und armen Nationen wird größer werden - und dadurch regionale Unruhen erzeugen........."

"Die Vereinigten Staaten werden die einzige Nation sein die ihre Macht global projizieren..... Weltraum-Überlegenheit in Konfrontationen wird entscheidend zum Erfolg auf dem Schlachtfeld beitragen."

Der Long Range Plan schlägt vor, Waffen im Weltraum zu stationieren mit dem Ziel, die Vorherrschaft zu erlangen, z. B. mit Laserwaffen. Im Dezember 2000 gab das Pentagon grünes Licht im NASA Stennis Space Center in Mississippi, das "Weltraum Laser Projekt" wieder aufzunehmen.

Wenn sich all dies anhört wie eine Re-Inkarnation von Reagans "Star Wars Project" dann deshalb weil es auch so ist. Die sogenannte Raketen-Verteidigung ist nur die Spitze des Eisbergs. Es geht um die Militarisierung des Weltraums, trotz der Tatsache, dass US-Diplomaten die Hauptbefürworter des Weltraumabkommens von 1967 waren.

Das Abkommen von 1967, das von 123 Nationen unterschrieben oder ratifiziert wurde, sieht vor, dass sich diese Staaten bereit erklären, keine Objekte mit nuklearen Waffen oder andere Waffen im Weltraum oder auf Himmelskörpern zu platzieren.

Trotzdem, wie uns das Time Magazin im Juli 2000 berichtete, „lebt das Kernstück des 1983 Sternenkrieg-Programms von Ronald Reagan weiter und wird am Leben erhalten als eine Mixtur aus Wahljahr-Politisierung, Lobby der Waffen-Industrie und stark involvierten konservativen Denkfabriken.

Wie würden Weltraum-Waffen mit Energie versorgt? Mit nuklearer Energie, so berichtet ein Report der US Airforce von 1996, "New World Vistas: Energieversorgung für die Luft- und Raumfahrt im 21. Jahrhundert."

Wussten sie, dass die NASA im Jahre 1986 den Start von zwei Raumfähren plante, eine davon die Challenger, mit Plutonium getriebenen Weltraumsonden an Bord? Die Proben sollten von den Raumfähren in den Orbit geschossen werden, berichtet Grossman.

Es dauerte ein Jahr bis ein Antrag auf eine Auskunft über den "Freedom of Informaton Act" bearbeitet war. Grossman wurde von Analysten des Department of Energy und der NASA informiert, dass durch die hohe Zuverlässigkeit der Raumfähren ein Unfall höchst unwahrscheinlich war. Die Möglichkeit eines katastrophalen Raumfährenunfalls wurde mit 1:100000 angegeben.

Am 28. Januar 1986 war ich auf dem Weg zu meiner "investigative reporting class" an der State University of NY, als ich vom Unglück der Challenger über das Autoradio erfuhr, erinnert sich Grossman.

Was wäre wenn es Mai 1986 gewesen wäre, wo der nächste Start der Challenger vorgesehen war? Es war vorgesehen, an Bord der Challenger die mit 11 kg Plutonium beladene und Plutonium getriebene Ulyssis Weltraumsonde mitzunehmen. Der Unfall hätte wesentlich mehr Menschenleben gekostet und durch die Explosion würde sich das Plutonium über eine weite Fläche verteilt haben.

Bedenkenlos plant die NASA acht weitere künftige Weltraummissionen die zwischen 2000 und 2015 stattfinden sollen und wahrscheinlich mit nuklear-getriebenen Generatoren ausgestattet werden. Gemäß eines General Accounting Office Reports: "Space Exploration: Powersources for deep Space Probes."

Sagen Sie mir doch bitte: Was ist der Preis für den Sieg im kalten Krieg? Ein endloser "Krieg gegen den Terrorismus" mit dem Versuch im Weltraum zu dominieren? Willkommen in der Zukunft.

Sean Goncalves ist ein Berichterstatter der Cape Cod Times und ein Kolumnist für verschiedene Zeitungen. Email: sgonsalves@capecodonline.com

Orginalartikel: Welcome To The Future
Übersetzt von: Helmut Fiedler
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