AIDS und die schwule Gemeinschaft
von Doug Ireland und Charles King
01.12.2007 — Direland
Letztes Jahr zu dieser Zeit hat Direland die in San Francisco zum Weltaidstag vorgetragene Rede von Sean Strub, dem Gründer des POZ Magazine und langjährigen Homo- und Aids-Aktivisten, zum Thema „Was geht schief bei der Anti-AIDS-Bewegung? Wir verlieren den Kampf, AIDS zu stoppen?“ abgedruckt. In dieser Rede prangerte Sean die Entfernung von HIV-positiven Menschen aus der Führung der nationalen AIDS-Bekämpfungs-Organisationen [1] an und befürwortete eine erneute Betonung des Aktivismus im Kampf gegen AIDS. Dieses Jahr schlug Sean den Organisatoren der Veranstaltungen zum Weltaidstags in San Francisco vor, dass sie Charles King – den Vorsitzenden von Housing Works, der von mir am meisten bewunderten AIDS-Bekämpfungsorganisation – dazu einladen, eine Rede bei der San Franciscoer Veranstaltung an diesem Tag zu geben.
King war eine gute Wahl – Housing Works verkörpert unter seiner Führung unablässig den Geist der „ersten Welle“ der von den Schwulen geführten Kämpfe gegen die Epidemie in den ersten Jahren. Schließlich ist Housing Works, das 1990 gegründet worden ist, aus dem ursprünglichen ACT UP Housing Committee entstanden und es ging ursprünglich darum, für die 30.000 Obdachlosen Verantwortung zu übernehmen, die damals in New York an AIDS dahinsiechten. Heute ist Housing Works die größte AIDS-Bekämpfungsorganisation im Land, hat 35 Millionen Dollar Budget und eine große Vielfalt an Programmen – und es ist zusätzlich auch die größte von [ethnischen] Minderheiten kontrollierte AIDS-Bekämpfungsorganisation überhaupt. Unter den vielen von der Bewegung inspirierten Aktivitäten bei Housing Works dient die Organisation auch als Hauptquartier und Personenreservoir für die Campaign to End AIDS, die Housing Works auch in Gang zu setzen geholfen hatte und die nun tapfer versucht, dem Kampf gegen AIDS etwas Leben und Militanz einzuhauchen, im Kontrast zur schleppenden, verkalkten und eigennützigen institutionellen AIDS-Bürokratie, die durch AIDS Action verkörpert wird – der größten Washingtoner Interessengruppe, die sich selbst als „nationale Stimme zu AIDS“ darstellt, die über 3000 AIDS-Organisationen überall im Lande vertritt und die oft die meisten AIDS-bezogenen Probleme zu ignorieren scheint, um sich auf die Gelder aus dem Ryan White-Gesetz zu konzentrieren, das die immensen Kosten für die Anzeigen solcher Organisationen bezahlt. (Das ist eine Bürokratie, die sogar eine Mainstreampersönlichkeit wie [der demokratische Kongressabgeordnete] Barney Frank sarkastisch als „AIDS GmbH“ bezeichnet hat.)
Wenn du zum Weltaidstag nur eine einzige Sache machst, dann lies Charles Kings Rede in San Francisco, die im Folgenden abgedruckt ist. Es ist eine leidenschaftliche Herausforderung and die institutionelle Schwulengemeinschaft, die sich weitgehend vom Kampf gegen AIDS abgewandt hat, und sie analysiert den Zusammenhang zwischen Klasse und Rasse, der im Kern der gegenwärtigen AIDS-Müdigkeit der Schwulengemeinschaft liegt. Hier die Rede:
Vielen Dank, dass sie mich heute dazu eingeladen haben, mit ihnen zusammen den Weltaidstag am National AIDS Memorial in diesem wunderschönen Park zu begehen.
Wie sie zumindest aus oberflächlichen Berichten wissen, sollte heute ein Tag zum feiern sein. Gerade vor zwei Tagen hat UNAIDS eine Neuberechnung der Zahlen zur weltweiten Aidsepidemie angekündigt, in der die Zahl der Menschen, die mit AIDS leben, von 39.5 Millionen auf 33.2 Millionen fällt und die Zahl der jährlichen Todesfälle von drei Millionen auf nur zweieinhalb Millionen.
Nicht nur das, es gibt auch nennenswerte Neuigkeiten von der Behandlungsfront. Die neueste Generation von Behandlungsmethoden ist so effektiv, dass ich Martin Delaney von Project Inform grad letzten Monat sagen gehört habe, dass sogar Leute, denen bisher nur noch offen stand, was man als Notfalloptionen [2] bezeichnet, jetzt damit rechnen können, an altersbedingten Gründen zu sterben und nicht durch Umstände, die durch den Virus verursacht werden, sofern sie Zugang zu entsprechender Versorgung haben und genügend Sorgfalt obwalten lassen.
Leider braucht es nur einen geringfügig durchdringenderen Blick, um zu sehen, warum dies definitiv kein Tag zum feiern ist. Die Ankündigung von UNAIDS hing größtenteils mit statistischen Anpassungen zusammen und hatte mit wenigen Ausnahmen wenig bis nichts zu tun mit einem nennenswerten Erfolg bei unseren Bemühungen, der Krankheit ein Ende zu setzen. Und sogar während UNAIDS die Zahlen senkt, soll das [staatliche] Zentrum für Seuchenkontrolle und Prävention sich darüber den Kopf zerbrechen, wie es die politisch heikle Erklärung machen soll, dass es die Neuinfektionsrate mit HIV in den Vereinigten Staaten mehrere Jahre lang fast 50% zu niedrig vorhergesagt hat. Mit zweieinhalb Millionen ist AIDS weiterhin die weltweit führende tödliche Krankheit und neue Infektionen überall auf der Welt steigen weiterhin an unter jungen Frauen, Mädchen, Abhängigen von zu spritzenden Drogen und vor allem unter jungen Männern, die Sex mit anderen Männern haben.
Was Martin Delaneys Vorhersagen angeht, so ist seine Vorbedingung entscheidend. Denn die Wahrheit ist, dass weniger als 50% der Menschen, die hier in den Vereinigten Staaten mit AIDS leben, Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung haben, ganz zu schweigen von den besten neuesten Medikamenten und ausgeklügelten Labortests, die von HIV-Spezialisten ausgewertet werden. Und weltweit haben weniger als ein Drittel der Menschen, die es „benötigen“ (und das wird durch die verschwindend geringe Zahl von unter 200 T-Lymphozyten definiert), Zugang zu irgendeiner Form von Behandlung, erst recht nicht zur neuesten und besten.
Die traurige und vernichtende Wahrheit ist es, meine Freunde, dass, während viele von uns sich jeden Morgen fröhlich ihre Pillen einwerfen und mit ihrem Leben fortfahren, als ob die Krise überwunden wäre, wir den Kampf gegen die Aids-Epidemie in den Vereinigten Staaten und weltweit unverändert verlieren.
Dies ist der Zeitpunkt in meinen Reden, wo ich über die bestehenden Instanzen der Macht herziehe. Ich zeige auf, dass die Beendigung der Epidemie schon jetzt auch ohne eine Heilung oder eine Impfung möglich wäre, dass sie nicht durch fortschrittlichste Technik, sondern durch gesunden Menschenverstand herbeigeführt werden kann, und fahre dann mit meiner Tirade darüber fort, wie es nicht an einem Mangel bei den vorhandenen Mitteln liegt, sondern an einem Mangel an politischem Willen. All dies ist in der Tat recht wahr. Aber das ist nicht der Gegenstand der heutigen Rede.
Stattdessen, während ich hier in San Francisco im Herzen der schwulen Gemeinschaft von Amerika stehe, fühle ich mich getrieben zur Frage, warum so große Teile der schwulen Gemeinschaft, meiner Gemeinschaft, den Kampf gegen AIDS aufgegeben haben. Ich möchte wirklich nicht beleidigen. Und während man mir manchmal vorwirft, provokativ zu sein, ist das hier eine ehrliche Frage: Warum haben sich so große Teile der schwulen Gemeinschaft vom Kampf gegen AIDS zurückgezogen?
Einige von euch hier sind vielleicht zu jung um sich daran zu erinnern, wie es in den 80ern war. Zuerst war da das stille Grauen, das sich zu einem Gefühl des Entsetzens verdichtete, während ein Freund auf den anderen damit begann zu erkranken, schnell an Gewicht zu verlieren und schließlich zu sterben. Es bestand ein furchtbares Gefühl von Hilflosigkeit, Verwirrung und schließlich Wut, während wir starben und die Welt danebenstand. Und dann fingen wir an uns zu organisieren und zu kämpfen. Ich erinnere mich daran, wie ich an meinem ersten Treffen von ACT-UP New York im Sommer 987 teilgenommen habe. Während ich hinten in einem vollgepackten Raum des schwul-lesbischen Gemeinschaftszentrums stand, schluchzte ich leise vor mich hin in der Hoffnung, dass niemand meine Gefühlsreaktion bemerken würde.
Zumindest gab es etwas, was ich tun konnte. Ich konnte mich wehren. Und sogar wenn wir nicht gewinnen würden, würden wir nicht alleine untergehen. Damals war ich noch HIV-negativ. Aber wie bei vielen anderen in meinen Lebensumständen hatte AIDS bereits mein Leben übernommen, mich aus dem Klosett herausgezogen und, eben dadurch, meine Laufbahn als junger baptistischer Priester beendet. Entsprechend war es nicht wichtig, dass das Virus mein Blut noch nicht verseucht hatte. Als schwuler Mann lebte ich mit AIDS und ich war bereit, alles Erforderliche zu tun, um dieser Seuche ein Ende zu setzen.
Die nächsten drei Jahre waren durchzogen mit Adrenalin: Proteste bei dem Parteitag der Republikaner in New Orleans, mit Handschellen gebunden an den Schreibtisch eines Bürokraten in New York, das Erklettern der Mauern des Zentrums für Seuchenbekämpfung und Prävention … wie wir uns an die Arzneimittelzulassungsstelle ketteten, wie wir vor dem Nationalen Gesundheitsinstitut Grabsteine aufpflanzten und dann mit bunten Leuchtkugeln warfen, wenn die Polizei unsere Formation zu Pferd bedrängte.
Wie wir unsere Körper in die Bresche warfen, waren wir eine wahre Schar von Brüdern, fatalistisch, zynisch, aber gewillt, bis zum Ende zu kämpfen. Der AZT-Slogan sagte eigentlich alles: “[Zehn Jahre,] ein Medikament, eine Milliarde Dollar, tolles Geschäft!” [3] Aber dann begannen die Dinge wirklich, sich zu ändern. Wir hatten die Regierung, die Wissenschaftler und die Pharmaindustrie gezwungen zu reagieren. Und so wagten wir das erste Mal zu hoffen.
Ich hoffe, niemand von euch denkt, dass ich diese furchtbaren Tage verkläre. Und ich möchte auch nicht, dass jemand denkt, dass ich die große Zahl von Lesben und die etwas kleinere Gruppe von verbündeten Heten in unserer Mitte außer Acht lasse. Aber für schwule Männer war es unausweichlich eine andere Erfahrung. Freilich, es gab eine Menge Liebe und sogar eine gewisse Menge Sex. Aber viel zu oft kam der Junge, der die Protestaktionen angeführt hatte oder der die lustigsten Geschichten erzählt hatte, während wir über Nacht in der Gefängniszelle saßen, zum nächsten Treffen mit den entsetzlichen dunkelvioletten Flecken, die unentrinnbar den Tod ankündigten … und wir versuchten, uns nicht abzuwenden, während wir gleichzeitig verstohlen unsere eigenen Körper musterten um sicherzustellen, dass wir nicht auch schon das Brandzeichen des Todes trugen.
In den 90ern schien die Zeit der Märsche verblasst zu sein, wenn sie nicht schon komplett vorbei war. Die Gelder des Staates wie auch private Mittel begannen in einem nicht gekannten Maß zur Verfügung zu stehen. Wir hatten eine neue Herausforderung. Viele von uns, die die Barrikaden bemannt hatten, fühlten sich dazu aufgerufen, die Herausforderung anzunehmen, Organisationen aufzubauen, die unseren Bedürfnissen dienen würden, und den Bedürfnissen von anderen, die man nicht bedacht hatte. Einige von uns kümmerten sich um Unterbringungsdienste oder darüber hinausgehende Wohlfahrts- und Versorgungsdienstleistungen, während andere im Gesundheitsfürsorge oder in der Forschung zu arbeiten begannen oder sogar in der staatlichen Bürokratie, wobei wir alle unsere alltägliche Arbeit noch als einen wichtigen Teil desselben Kampfes ansahen. Sogar wo wir neue Karrieren aufbauten, sagten wir uns, dass wir immer noch Teil des Beendens von AIDS waren. Vielleicht geschah es früher, aber ich sehe immer noch Andrew Sullivans [4] Artikel „Wenn Seuchen enden“ aus dem New York Times Sunday Magazine vom 10.11.1996 als den Wendepunkt.
Vermutlich äußerte er nur einen Gedanken, der im Stillen bei vielen vorhanden war, als er erklärte: „Für mich ist die Aidskrise vorbei.“ Aber diese Worte, ob nun ausgesprochen durch Sullivan oder nur als Reflexion in unserem eigenen Bewusstsein, gaben tausenden schwuler Männer und unseren lesbischen Kameraden, sogar denen von uns, die mit dem Virus lebten, die Erlaubnis, das Schlachtfeld zu verlassen, sicher im Bewusstsein, dass die Krise, für uns zumindest, vorbei war.
Es ist nicht zu leugnen, dass sich ein materieller Wandel vollzogen hat. Ich erinnere mich, wie ich 1989 mit meinem nun verstorbenen Partner Keith Cylar zum Arzt gegangen bin, um nach einer Pilzerkrankung seine Testergebnisse abzuholen. Obwohl er bis 2004 lebte, wich die Drohung des Todes nie mehr von ihm. Als bei mir andererseits kurz nach der Jahrhundertwende Antikörper festgestellt worden sind, war es schon klar, dass mir ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten offen stehen würde, dass es mir erlauben würde, dem Virus durchaus bis ins Alter standzuhalten. Aber ich muss zugeben, dass ich auch in einer ausgesprochen privilegierten Position bin. Nicht nur habe ich eine gute Krankenversicherung und kenne einige der besten AIDS-Spezialisten der Welt persönlich, sogar wenn ich meinen Job verliere, lebe ich in einem Staat, der sicherstellt, dass ich immer Zugang zu medizinischer Versorgung einschließlich sogar der teuersten AIDS-Medikamente haben werde.
Es waren nicht nur Individuen, die weiterzogen, als die HAART-Therapie [5] verfügbar wurde. Vielmehr scheint es, dass irgendwann in den späten 90ern die ganze organisierte schwule und lesbische Gemeinschaft sich mit klarer Mehrheit dazu entschied, dass es Zeit sei, sich von AIDS ab- und drängenderen Problemen zuzuwenden.
Dieser Konsens kam zu mir nach Hause, als ich vor ein paar Jahren als Hauptredner zu dem jährlichen Bankett von Equality Alabama eingeladen wurde, um insbesondere über die Campaign to End AIDS zu sprechen. Ein paar Wochen vor dem Termin bekam ich eine Email, der zu entnehmen war, dass das Programm revidiert worden war. Evan Wolfson von Marriage Equality war an meiner Stelle als Hauptredner geladen worden. Ich rief den Leiter des Planungskommitees an um nachzufragen und bekam als Antwort: „Die meisten unserer Mitglieder hatten einfach das Gefühl, dass Ehe für uns im Moment grade eine drängendere Problematik darstellt.“
Als Ausgleich bekam ich einen Workshop an diesem Nachmittag … zur selben Zeit wie Evans Workshop über die Kampagne für die Homoehe. Nun, ich sehe Evan als einen Freund und ich möchte nicht griesgrämig klingen, aber der Eheworkshop war überfüllt, nur noch Stehplätze, mit über 200 Leuten im Raum. Ich hatte eine Teilnehmerschaft aus fünf Leuten, zwei davon ohnehin schon unermüdliche Aktivisten der Campaign to End AIDS.
Würde es euch überraschen, wenn ich euch erzählte, dass von den mehreren hundert Leuten bei dem Bankett an diesem Abend nur ganz wenige Farbige waren? Würde es euch überraschen zu erfahren, dass die meisten Menschen in Alabama, die HIV haben, Männer sind, die Sex mit Männern haben? Und würde es euch überraschen zu erfahren, dass mehr als 70% der HIV-Infizierten in Alabama Afroamerikaner sind?
Ich denke, ihr und ich wissen, warum die schwule Gemeinschaft sich anderen Angelegenheiten zugewandt hat, nachdem HAART verfügbar geworden ist. Wir müssen dem ins Gesicht sehen, Andrew Sullivan hatte Recht. Für die große Mehrheit weißer schwuler Männer mit auch nur bescheidenem Einkommen in den Vereinigten Staaten endete AIDS als eine Krise zu dem Zeitpunkt, wo Medikamente regulär zur Verfügung standen. Wir mussten nicht länger zusehen, wie unsere Freunde sterben und selber in Furcht vor der Seuche leben. In der Tat, ob nun, weil wir die empfohlenen Vorbeugungsmaßnahmen für uns übernommen haben oder weil wir einfach Glück hatten, sagen die Statistiken doch aus, dass über 75% von uns HIV-negativ sind. Und weil wir meist mit Leuten zusammen sind, die aussehen wie wir selbst, ist AIDS für die meisten von uns nicht einmal mehr in Personen fassbar.
Natürlich ist das für dich eine ganz andere Kiste, wenn du ein schwarzer schwuler oder bisexueller Mann bist. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit näher bei einem von zweien, dass du infiziert bist. Und die Wahrscheinlichkeit ist für dich weit größer als für einen weißen Mann, dass du von der Infektion erst nach einer Krankheit erfährst, die für AIDS symptomatisch ist, wodurch die Erfolgswahrscheinlichkeit der verfügbaren Behandlungsmethoden erheblich sinkt. Während er sich weniger dramatisch ausnimmt, ist der Unterschied auch qualitativ derselbe, wenn du heutzutage ein Latino in den USA bist. Ich weiß, dass zu dem einen oder anderen Zeitpunkt New York, San Francisco und Los Angeles alle behauptet haben, das Zentrum der Aidsepidemie in den Vereinigten Staaten zu sein. Aber eine neuere Studie unterstreicht, was viele von uns schon eine ganze Weile gewusst haben: Das ware Zentrum der Epidemie heutzutage ist Washington.
In der Hauptstadt unseres Staates lebt heute mehr als einer von zwanzig Menschen mit HIV. Und die vernichtendere Statistik: Einer von sieben schwarzen Männern in Washington ist HIV-positiv … und natürlich sind der Löwenanteil davon Männer, die Sex mit Männern haben, ob wir sie nun als Mitglieder unserer Gemeinschaft zählen oder nicht.
Die Wahrheit ist, dass AIDS in den Vereinigten Staaten nicht mehr so sehr eine schwule Krankheit ist wie eine Krankheit von Rasse und Armut. Und das bringt ein schmutziges Geheimnis der organisierten politisch aktiven Schwulengemeinschaft ans Licht. Wir sind überwiegend weiß und finanziell einigermaßen gut gestellt, und in unserer Bewegung geht es fast ausschließlich um die Rechte von uns selber und Menschen wie uns.
Die jüngste Debatte über den Ausschluss von Transgender-Leuten vom Gesetz gegen die Diskriminierung am Arbeitsplatz unterstreicht traurigerweise meinen Punkt. Was sagt es über uns aus, dass Barney Frank, mit der vollen Unterstützung von [der demokratischen Sprecherin des Repräsentantenhauses] Nancy Pelosi, wie man hinzufügen könnte, so leicht die Transgender-Leute aus dem Antidiskriminierungsgesetz herausnehmen konnte, das gerade von Repräsentatenhaus angenommen worden ist. Nun, zumindest sagt das, dass wir Transleute nicht zu uns zählen, egal wie viele von ihnen an der Seite von Schwulen und Lesben gekämpt haben. Transleute sind „die anderen“, und als „andere“ sind sie entbehrlich.
Es war einigermaßen erfreulich, die Zahl der LGBT-Gruppen zu sehen, die sich gegen diesen furchtbaren Verrat wandten. Aber wie sich herausstellte, hatte die größte unserer Organisationen, diejenige, die von uns als Gemeinschaft bei weitem am meisten Geld erhält, die Human Rights Campaign, schon lange heimlich auf diesen Verlauf hin gearbeitet, nachdem sie ursprünglich erst kurz zuvor dazu gezwungen worden war, die Transen aufzunehmen.
Wo wir auf Nancy Pelosi kommen, kann jemand hier mir erklären, wie wir ohne Protestgeschrei zulassen konnten, dass sie weitere 28 Millionen Dollar zu den bereits bestehenden 176 Millionen Dollarn für Enthaltsamkeitsausbildung als einziger Form von Verhütung hinzufügen konnte? Pelosis Rechtfertigung war, dass 28 Millionen Dollar ein kleiner Preis dafür wären, andere fortschrittliche Mittelverwendung bewilligt zu bekommen. Aber das ist Schwachsinn, und gefährlicher noch dazu. Nicht nur funktioniert Enthaltsamkeit bis zur Ehe nicht, sie ist auch bis ins Mark homophob, indem sie unter Kindern, denen sie zu helfen verspricht, auch den Mythos fortsetzt, dass sich sexuell nicht normativ verhaltende Menschen moralisch verkommen sind. Darüber noch hinausgehend finanzieren staatliche Mittel für Abstinenzerziehung die Infrastruktur einer rechten Bewegung, die sich unserer Vernichtung widmet. Aber eine demokratische Sprecherin, die einen der fortschrittlichsten Wahlbezirke des Kongresses repräsentiert, unterstützt die Förderung dieser Organisationen mit über 200 Millionen Dollar im Jahr.
In einem Leserbrief über die Aufnahme der Transen ins Antidiskriminierungsgesetz, der in der letzten Ausgabe des Advocate veröffentlicht worden ist, schrieb ein Leser: „Als schwuler Mann bin ich es leid, ständig gesagt zu bekommen, was ich denken und was ich fühlen soll, nur weil ich mich von anderen Männern sexuell angezogen fühle. In einer schwulen Synagoge in New York sagte sogar vor kurzem ein heterosexueller Gastsprecher: „Weil ihr alle schwul seit, weiß ich, dass ihr in der Lage sein werdet, euch in das Dilemma der mexikanischen Einwanderer hineinzuversetzen und Sympathie für ihren Kampf nach Gleichberechtigung zu empfinden.“ Diese Art konventioneller Dummheit muss aufhören – und anzunehmen, dass ich, nur weil ich schwul bin, auch gleich Transgenderfragen verstehe und sie für wichtig halte, ist genau dasselbe.“
Ich glaube nicht, dass es ein bloßer Zufall ist, dass der größere Teil der schwulen und lesbischen Gemeinschaft vom Schlachtfeld spazierte, als AIDS eindeutig zu einer schwarzen Krankheit wurde. Es waren nicht länger wir, die als sterbend wahrgenommen wurden. Es waren „andere“, und andere sind immer verzichtbar. Unsere Verwendung der Termini „Männer, die Sex mit Männern haben“ und „Down low“ [6] vergrößern diese Distanz noch. „Sie“ zählen sich nicht zu uns, also müssen wir sie nicht zu uns aufnehmen. Aber stellt euch vor, wie anders die Welt wäre, wenn Leute wie Harvey Milk [7] sich nicht für Leute wie mich eingesetzt hätten, als ich ein junger Mann war, der in Südtexas aufwuchs und noch nicht den Mut hatte, sich selbst als schwul zu bezeichnen. Es sind nicht nur schwarze schwule und bisexuelle Leute und Transen, von denen wir uns abwenden, wenn wir uns von AIDS abwenden. Wir wenden uns auch von vielen schwulen weißen Männern ab, die zu sehr am Rande der Gesellschaft sind, um es ins Rettungsboot zu schaffen, und wir wenden uns auch ab von Frauen und Mädchen, insbesondere schwarzen Frauen und Mädchen, und [anderen] Leuten, die grundsätzlich von der Gesellschaft, in der wir leben, an den Rand gedrängt werden. Die Wahrheit ist, dass, wenn unsere Gemeinschaft AIDS den Rücken zuwendet, wir der grundlegenden Idee von Bürgerrechten und sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit als unserem Anliegen den Rücken zuwenden. Ich muss klarstellen, dass ich nicht auf Equality Alabama herumhacke, und ich nehme durchaus zur Kenntnis, dass sie zur Zeit der nämlichen Konferenz auf verlorenem Posten gegen eine Verfassungsänderung auf Bundesstaatebene kämpften, die die Homoehe untersagte. Die Abwertung von AIDS in seiner Wichtigkeit hat in schwulen Organisationen im ganzen Lande im Lauf des letzten Jahrzehnts stattgefunden. Ich möchte auch klarstellen, dass ich das Recht auf Ehe genauso sehr haben möchte wie jeder andere auch … und ich möchte auch alle anderen Rechte, die Personen aus dem LGBT-Bereich so lange vorenthalten worden sind. Aber wenn das, worum es uns geht, wirklich der Kampf um soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit ist, dann kann es nicht nur um meine eigenen Rechte gehen.
Wir in der organisierten LGBT-Gemeinschaft sind oft ungläubig verwundert darüber, dass so viele Afroamerikaner ihren historischen [und gegenwärtigen] Kampf um Bürgerrechte von unserem eigenen unterscheiden. Aber trotzdem gelingt es uns nicht, die Verheerung, in die so viele afroamerikanische Männer in Washington oder Brooklyn oder auch Jackson, Mississippi, gestürzt werden, als unser eigenes Verheertwerden zu begreifen, und das gilt in noch viel höherem Maße für unseren Kampf im Verhältnis zu dem Kampf der Menschen, die weltweit mit HIV und AIDS leben.
Die Wirklichkeit ist, dass AIDS von einem Virus verursacht wird, aber dieses Virus hätte nie die Epidemie geschaffen haben können, die jetzt existiert, wenn sie nicht durch Homophobie, Rassismus und Sexismus angeheizt worden wäre. AIDS ist eine Krankheit, die aufgrund von wirtschaftlicher und sozialer Entrechtung und Diskriminierung fortbesteht. Ob es nun schwule Männer und dann Haitianer in den 80ern waren oder Sexarbeiter und Drogenabhängige heute – AIDS ist deshalb in der Lage, so viel Unheil anzurichten, weil es hauptsächlich die Leben von Menschen genommen hat, die als verzichtbar angesehen werden. Und das ist der Grund, warum AIDS weiterhin eine vordringliche Bürgerrechtsfrage unserer Tage bleibt, ob wir das nun wollen oder nicht.
Schon bevor ich den Mut hatte, meine sexuelle Orientierung öffentlich zu verkünden, wusste ich dankbar dafür zu sein, dass Gott mich schwul gemacht hatte. Ich wusste von frühauf, dass Schwulsein merklich darüber hinausgeht, ein sexuelles Interesse für Männer zu verspüren. Die Andersartigkeit meiner sexuellen Orientierung stieß mich aus der engstirnigen fundamentalistischen Gemeinde heraus, in die ich hineingeboren worden war. Dass ich schwul war, zwang mich dazu, meinen eigenen Weg zu gehen, für mich selbst zu denken, anstatt die gegebenen Wahrheiten zu akzeptieren, mit denen ich erzogen worden war.
Dadurch, dass ich sexuell über die Normen hinausging, wurden Transgender-Leute meine Brüder und Schwester, ohne dass ich die ganze Komplexität von Geschlechtsidentität verstehen musste. Schwul zu sein erforderte zu verstehen, dass Sexismus die Wurzel von Homophobie ist … Und ich brauchte nicht HIV-positiv sein, um vor ca. 24 Jahren zu erkennen, dass die erste Person, die ich persönlich kannte und die an AIDS starb, eine afroamerikanische weibliche Sexarbeiterin in New Haven, Connecticut, für mich gestorben ist.
Ob die schwule Gemeinschaft das nun mag oder nicht, AIDS ist immer noch unsere Krankheit. Sie ist die unsrige, weil die vielen Gesichter von AIDS, ob nun schwul oder hetero, männlich oder weiblich, in Haiti oder Südafrika, Puerto Rico oder Washington lebend, unseren Kampf dafür repräsentieren, zu überleben und unsere Leben auszuleben.
Anmerkung des Übersetzers:
Der Originaltext findet sich unter http://direland.typepad.com/direland/2007/12/charles-kings-c.html
[1] „AIDS service organizations“, wörtlich eher “AIDS-Dienstleistungsorganisationen”
[2] „Salvage option“ ist ein Terminus technicus, der durch „Notfalloption“ nur näherungsweise wiedergegeben werden kann. Für weitere Informationen siehe http://www.pozireland.org/salvage_therapy.htm
[3] Die AIDS-Forschung in den USA geführt von der AIDS Clinical Trials Group, die allein über eine Viertelmilliarde US-Dollar an Staatsmitteln bekam, war von ideologischen und politischen Erwägungen unterhöhlt. Die Forschungen wurden systematisch in nur wenigen Richtungen vorgenommen und führten etwa 10 Jahre nach Ausbruch der Aidsepidemie zu einem Medikament, AZT, das den Anforderungen in keiner Weise genügte. (Steven Epstein: Impure science. Berkeley: University of California Press: 284-285. http://content.cdlib.org/xtf/view?docId=ft1s20045x&brand=eschol sowie eine Rezension dieses Buchs in der Washington Post 3.12.1996 von Nancy Seideman http://weber.ucsd.edu/~sepstein/washpost.htm)
[4] Andrew Sullivan (*1963) ist ein sehr bekannter konservativer schwuler HIV-positiver Politikkommentator.
[5] Highly Active Anti-Retroviral Therapy oder Hochaktive antiretrovirale Therapie, 1996 eingeführte Kombinationstherapie aus mindestens drei verschiedenen antiretroviralen Medikamenten zur Behandlung von HIV
[6] „down low“ bezeichnet eine Identität von überwiegend schwarzen Männern (Frauen), die Sex mit Männern (Frauen) haben, wobei das Verschweigen dieses Verhaltens im Sinne der ursprünglichen Bedeutung der Phrase „geheim, unter der Decke, niedriges Profil“ inbegriffen ist. Hiermit kann durchaus eine eindeutige Sexualidentität einhergehen, jedoch keinesfalls als „gay“. Mainstreammedien sehen deshalb oft nichts weiter als eine Klosettexistenz, was freilich eine Herangehensweise ist, die den weißen Mittelklasseschwulen und seine historisch einzigartige, vor der Nachkriegszeit nirgends vorhandene Identität als Maß aller Dinge (oder zumindest des Guten und Richtigen) nimmt. Diese Konzeptionalisierung eröffnet auch die Möglichkeit, die Verbreitung von AIDS auf unverantwortliche unmoralische schwarze Down lows zu schieben.
[7] Harvey Milk (1930-1978 (ermordet)), hoher Stadtbeamter (city supervisor) in San Francisco ab 1977 und erster offen schwuler Offizieller in den USA in einer vergleichbar hohen Position
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Die fünf Elemente Luft, Wasser, Erde, Feuer und Liebe
Das Element Luft stellt dem Glauben da, der unsern Geist frei beflügelt. Und uns beweist, wie lieb unser aller Schöpfer uns hat und uns frei atmen läßt.
Das Element Wasser stellt die Wissenschaft da, denn wie das Wasser zum Leben braucht der Mensch das Wissen eben.
Das Element Erde stellt die Gesellschaft da, die aus der Erde heraus erwachsen ist.
Das Element Feuer stellt den kämpferischen Geist da, um die teuflische Dummheit zu besiegen.
Das Element Liebe trägt alle reinen Herzen dieser Welt durch die Welt.
Weil nur die Liebe auf dieser Welt alle anderen vier Elemente zusammen hält.
Das Buch
oder Brief zur Schwelle des dritten Jahrtausend an die Welt
Der Liebe will ich dienen in der Welt.
Weil nur die Liebe und nicht das Geld, die ganze Welt zusammen hält.
Der Mensch mit all seine Hoffnungen, mit all seine Nöten,
ob vor Zweitausend Jahre,- o b h e u t e
oder in Zweitausend Jahre, ändert sich nicht. Der Mensch bleibt immer was er ist und was er immer war. Er bleibt einfach nur des Menschens Kind.
Wir Menschen unterscheiden uns durch charakterliche Anlagen, charakterliche Bildung, Ausbildung, Ausbildung unseres Verstandes und vieles mehr. Aber mit Sicherheit nicht durch unsere Herkunft, unseres Geschlechts oder unserer Rasse. Aber unsere Gefühle, die uns allen gemein sind, vereinen uns alle. Und Adam und Eva werden immer wieder neu geboren.
Wahre Liebe
Denn am Anfang war Vertrauen und Vertrauen war immer da –
Irgendwo und irgendwie lernten sie sich kennen. Wann das war, können wir nicht genau benennen. Sie machten viel zusammen. Sie gefielen einander sehr und waren auch sehr zugeneigt. Beide, haben sich das so oft gezeigt.
Sie ergänzten sich sehr und erkannten und konnten sagen :
„Du bist die Antwort auf all meine Fragen, Du bist der Spiegel meiner Seele,
in der ich mich nicht nur dann und wann, sondern fast immer selber wieder erkennen kann.“
Sie bekamen Vertrauen zueinander und irgendwie gewannen sie sich sehr, sehr lieb.
So das alles Böse weit, weit hinter ihnen blieb.
Und ab irgendwann, war der Eine oder der Andere immer für Einander da.
Von da an war Ihnen klar:
„Du bist die Lösung all meiner Probleme, darum möchte ich DICH so gerne zum Partner nehmen.“
Jeder bemühte sich nicht wie eine Frau oder ein Mann zu denken. Sondern einfach zu denken und zu handeln, wie zwei Menschen, die sich ganz einfach nur lieb hatten.
Da waren keine dunklen Schatten.
Sie wußten das Partnerschaft ein Wagnis ist, wo keiner die Waage ins Ungleichgewicht bringt.
Denn eine Beziehung die im Ungleichgewicht ist, die sinkt.
Sie kannten auch den Sinn des Satzes: „Achte und Ehre all Eure Mitmenschen wie Euch selbst
- auf das es Euch- gut gehe im Leben.“ Denn kein Leben ist wirklich leicht, sie wußten das eben.
Sie mehrten ihren gemeinsamen Wohlstand in ganz kleinen Schritten durch viel Geduld, Fleiß, Beständigkeit, Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit und Treue. So ein Weg, niemand bereue.
Partnerschaft ist ein Geschäft mit Dingen, die man nicht kaufen kann.
Für kein Geld der Welt und die man einander von Herzen schenkt. Das Ihr, doch alle wohl bedenkt!
Beide wußten, das die Gefühle von Mann und Frau gleich waren. Das hatten sie oft aneinander erfahren. Also wollten sie gleich zueinander sein. Dieses Wissen, tat sie beide befreien.
Sie mißbrauchte ihre Macht als Frau nicht.
Beide wußten, hat EINER gewonnen, haben BEIDE verloren.
Sie waren wirklich für einander auserkoren.
Ihr gemeinsames Leben war nicht bestimmt vom Nehmen , sondern sie wollten einander Geben.
Und das, so lang sie beide leben.
Beide wußten auch, Beziehungen leben von wunderschönen Taten
und nicht von wunderschönen Worten und das wirklich an allen Orten.
Wenn sie Abends im Bette kuschelten waren sie wie zwei Kinder, dort dürften sie es sein.
Wie zwei Kinder die sich einander wärmten, in der Dunkelheit der Nacht.
Dann geschah etwas Berauschendes, sie betraten gemeinsam ein neues Land, was vorher von ihnen noch keiner gekannt.
Eines Abends, wurde sie feucht und er steckte in sie hinein.
Von da an konnte er in ihr Zuhause sein.
Sie bemühten sich einander sehr und gingen viel auf einander ein,
denn nur so konnte auch dieser Teil des Lebens Liebe sein.
Sie waren nun eine neue Urzelle des Lebens. Denn Wahre Liebe ist nie vergebens!
Beide hatten ihr Zuhause gefunden, in ihrem Bauch. Und Lieb dabei, hatten sie sich auch.
Und wenn sie sich liebten, berührten sich ihre Seelen und taten sich vermählen.
Auch ihrer Triebe lebten sie gemeinsam aus, sie hatten Vertrauen und waren zu Haus.
Es war alles was sie mit dem anderen Geschlecht erlebt haben in dieser Welt.
Es war gut so, weil so etwas meist besonders lange hält.
- Denn am Anfang war Vertrauen und Vertrauen war immer da.-
Vor dem Einschlafen sagten sie sich, jetzt wollen wir erst mal ruhen,
aber morgen, wollen wir mehr für einander tun.
Sie wußten, das ihr eigenes Leben ihr kostbarster Besitz war. Mehr besitzt keiner ist doch klar!
Sie wußten, jeder Mensch gehört sich selbst nur ganz allein. Das darf auch so nur sein.
Wer sich ganz doll lieb hat mit bewährten Vertrauen, der kann sich Einander zu schenken trauen.
Nur dann kann man sagen: „Ich bin dein Mann und du meine Frau, weil ich Dir wahrhaftig trau.“.
Sicher sie hatten auch Fehler gemacht, aber sie konnten immer darüber reden.
So war das immer eben, sie konnten immer einander verstehen.
Sich letztlich immer einander verzeihen, um ihre Seelen von dieser Last zu befreien.
Von einander lernen, aneinander wachsen, war für sie das selbstverständlichste der Welt.
Denn nur so eine Beziehung lange hält.
Sie konnten sich lieben und ehren, denn Liebe und Ehre war mit ihnen.
Dem taten sie immer dienen.
Eines Tages geschah es, als sich ihre reine Herzen liebten berührten sich ihre Seelen.
Zuerst umarmten sie sich und dann flossen ihre Seelen in einander hinein.
Von da an wußten sie, es kann nur die Wahre Liebe sein.
Von diesem Augenblick an bis ans Ende aller Tage aller Welten waren ihre Seelen verbunden und nie mehr allein. Sie hatten sich wirklich gefunden, in all den wundervollen Stunden.
Sie waren von nun an nicht mehr allein, nach dem Motto "Trautes Heim Glück allein "
Jeder verfolgte jetzt auch wieder stärker seine eigenen Interessen.
Einander haben sie sich dabei niemals vergessen.
Eines Tages sagte sie zu ihm: „Ich habe Dich so lieb! Ich möchte, das von uns Beide auch noch morgen etwas weiter lebt in dieser Welt.“
Er wollte es auch und hatte sich mit Freuden darauf eingestellt.
In der Schwangerschaft war sie immer glücklich und froh. Na ihr wißt schon, die Hormone und so.
Nach der Entbindung war sie etwas depressiv.
Oft war er unmutig deshalb, er ihr das aber nie spüren ließ.
Von dort an waren sie für sich selbst Mutti und Vati. Sie waren sehr stolz dies sein zu können, und deshalb taten sie sich oft auch bei ihrer ehrenvollen Funktion benennen.
Nach zwei Jahre bekamen sie ihr zweites Kind, so wollten sie es und so war es bestimmt.
Später hatten sie für sich nicht mehr so viel Zeit. Denn die Kinder waren da, das ist ja klar.
Aber es war nicht so schlimm denn sie liebten ihre Kinder, das Produkt ihrer Liebe, ihr eigen Fleisch und Blut. Ihr sicherer Anteil an Unsterblichkeit, und waren für ihre Kinder noch mehr da als für sich selbst. Und alles ergab einen Sinn.
Er wußte, daß der Hormonspiegel einer Frau starke Schwankungen unterlegen war.
In Partnerschafskundeunterricht hatte er das alles gelernt. Deshalb war ihm das alles klar.
Kurz vor ihrer Periode war immer Putzen angesagt. Er hat ihr geholfen und nie gefragt.
Er mißbrauchte seine Macht nicht. Denn er wußte, hat Einer gewonnen, haben Beide verloren. Die Kinder erst recht. Also tat er immer in Liebe seine Pflicht, denn alles andere, wäre schlecht.
Sie hatte ihm alles gegeben, was eine Frau einem Mann geben kann. Auch wenn das Leben oft schwer wurde, er dachte immer daran.
Sie unternahmen viel mit ihren Kindern und brachten ihnen auch sehr viel bei, denn nur so konnte das Leben ihrer Kinder später sein, selbst bestimmt und frei.
Die Jahre mit den Kindern waren viel zu schnell vergangen. Sie wunderten sich nur und dachten,
alles hatte eben gerade doch erst angefangen.
Eben gerade hopsten sie noch von ihren Schoß und ehe sie sich versahen, waren die Kinder auf einmal groß.
Später heirateten ihre Kinder und hatten selber Kinder. Sie waren sehr stolz, Oma und Opa zu sein.
Jedesmal, wenn ihre Enkel kamen, taten sie sich wahnsinnig darüber freuen.
Von da an genossen sie ihr Leben, verdient hatten sie sich einander wahrhaftig eben.
Sie hatten noch so viele wunderschöne Jahre. Ihr ganzes Leben sie verband
und gingen immer noch Hand in Hand.
Nach vielen, vielen Jahren wurden sie so müde und ihre Beine so schwer, jetzt brauchten sie ihr Leben nicht mehr.
Alleine wollten sie Beide, auf dieser Welt nie mehr sein.
(Na ja, - - weil sie doch immer so kalte Füße hatte. - - - aber psssst - )
Und so schliefen sie, Hand an Hand und Bein an Bein, auch zum aller letztenmal, gemeinsam ein.
- Denn am Anfang war Vertrauen und Vertrauen war immer da.- und das, Jahr für Jahr.