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Eine persönliche Botschaft von Noam Chomsky zu ZNets dringendem Spendenaufruf

von Noam Chomsky

10.01.2008 — ZNet

— abgelegt unter:

Wir leben in einem Zeitalter der Medienkonzentration. An vielen Fronten (politisch, ökonomisch, militärisch, ideologisch) wird massiv versucht, staatliche und private Macht von einer kritischen Debatte zu isolieren - ja von öffentlichem Bewusstsein - um die Bürger zu atomisierten Kreaturen zu machen, darauf beschränkt, 'geschaffene Bedürfnisse’ persönlicher Art zu befriedigen. Diese Kampagne ist koordiniert und massiv und zeigt teilweise schon Erfolg, aber eben nur teilweise.

Denn auch der populäre Aktivismus nimmt weltweit zu - was seine Leidenschaft, Reichweite und sein Ausmaß angeht: Internationale Solidarität und wechselseitige Unterstützung waren noch nie so groß. Die Grundkonflikte sind uralt, nehmen aber neue, signifikante, dramatische Formen an. Es steht viel, viel mehr auf dem Spiel als jemals zuvor. Leider ist es keine Übertreibung, dass das Überleben der menschlichen Spezies - und damit auch vieler anderer Arten - auf dem Spiel steht. Wir alle kennen die Gründe.

Die Volksbewegungen verkörpern die Hoffnung für eine anständige Zukunft. Natürlich benötigen sie Zugang zu Informationen und zu Möglichkeiten der Interaktion. Die populären Bewegungen verlassen sich auf alternative Printmedien und Videos und daneben in sehr hohem Maße auf das Internet. Das Internet erlaubt es Menschen, den Zwängen des doktrinären Systems zu entrinnen, miteinander über entscheidende Themen zu diskutieren und nachzuforschen, zu explorieren, gemeinsam zu planen und zu organisieren.

Z Magazine und ZNet spielen bei all diesen Dingen (Funktionen) eine entscheidende Rolle. Ich sehe es Tag für Tag. Ich befinde mich ständig auf Reisen oder spreche - in den USA oder im Ausland - und verbringe täglich viele Stunden nur damit, auf Nachfragen und Kommentare zu antworten. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass Menschen und Organisationen, mit denen ich in Kontakt komme, sich auf die Projekte von ZNet verlassen - in sehr substantieller Weise - wenn es um Informationen, Diskussionen und Möglichkeiten der Interaktion und Organisierung geht. Das Ausmaß, in dem dies geschieht, ist wirklich beachtlich. Für mich persönlich ist Z zudem eine unschätzbare Quelle - in all den genannten Bereichen - sowie ein Forum für intensive, äußerst konstruktive Debatten (es sind die einzigen, an denen ich mich regelmäßig beteilige) und um meine Artikel, Interviews, Kommentare usw. einzustellen. Ich weiß, viele andere teilen diese Erfahrung weitestgehend.

Dass Z bzw. ZNet seine unterschiedlichen Projekte (Z, ZNet, die wachsende Zahl der Videoprojekte oder  seine unvergleichliche Summer School (vielleicht die aufregendste und lehrreichste Sommerschule, die ich je erlebt habe)) nun zu etwas Neuem - ZCom (www.zcommunications.org) - verbindet, ist, meinem Urteil nach, von unschätzbarer Bedeutung.

Um es noch einmal zu sagen: Es steht soviel auf dem Spiel, dass  Übertreibung kaum möglich ist. Meine Hoffnung ist, dass wir alle, die wir uns verpflichtet fühlen, Widerstand zu leisten und die mächtigen Strömungen der reaktionären, repressiven und gewalttätigen Kräfte umzukehren, die wir beweisen wollen, dass eine andere Welt möglich ist, nach unseren jeweiligen Möglichkeiten unseren Beitrag leisten, um zu gewährleisten, dass die bemerkenswerten Erfolge von Z und ZNet weitergehen können.

Noam Chomsky, USA.

Anmerkung d. Übersetzerin

ZNet international veröffentlicht auf seiner Hauptseite (www.zmag.org/weluser.htm) aktuell einen dringlingen Spendenaufruf, der mit dieser Botschaft Noam Chomskys (und vieler anderer ZNet-Autoren) verbunden ist.

Übersetzt von: Andrea Noll
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