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Der Boss ist wahnsinnig geworden

von Uri Avnery

17.01.2009 — uri-avnery.de

— abgelegt unter: ,

VOR 169 JAHREN schrieb Heinrich Heine ein zwölfzeiliges warnendes Gedicht unter dem Titel „An Edom“. Der deutsch-jüdische Dichter meinte damit Deutschland und vielleicht alle Nationen des christlichen Europas.

Ein Jahrtausend schon und länger,

Dulden wir uns brüderlich

Du, du duldest, dass ich atme, Dass du rasest, dulde ich.


Manchmal nur in dunklen Zeiten,

Ward dir wunderlich zu Mut,

Und die liebefrommen Tätzchen

Färbtest du mit meinem Blut!

 

Jetzt wird unsre Freundschaft fester,

Und noch täglich nimmt sie zu:

Denn ich selbst begann zu rasen,

Und ich werde fast wie du.

Der Zionismus, der etwa 50 Jahre, nachdem das Gedicht geschrieben wurde, entstanden ist, hat diese Prophezeiung voll erfüllt. Wir Israelis sind wie alle anderen Nationen geworden, und die Erinnerung an den Holocaust bringt uns von Zeit zu Zeit dazu, uns wie die Schlimmsten unter ihnen zu verhalten. Nur wenige von uns kennen dieses Gedicht von Heine, aber Israel als Ganzes benimmt sich entsprechend.

In diesem Krieg haben Politiker und Generäle wiederholt die Worte zitiert: „Der Boss ist wahnsinnig geworden!“ Ursprünglich wurde dies vom Gemüsehändler auf dem Markt gerufen, im Sinne von ‚Der Boss ist verrückt geworden, er verkauft seine Tomaten mit Verlust’. Aber im Laufe der Zeit ist aus dem Scherz eine tödliche Doktrin geworden, die oft bei öffentlichen Diskursen auftaucht; um unsere Feinde abzuschrecken, müssen wir uns wie Wahnsinnige benehmen, müssen gnadenlos töten und zerstören.

In diesem Krieg ist dies zu einem politischen und militärischen Dogma geworden: nur wenn wir „sie“ ohne jegliche Verhältnismäßigkeit umbringen, tausend von „ihnen“ für zehn von „uns“, dann werden sie verstehen, dass es sich nicht lohnt, sich mit uns anzulegen. Es wird sich „ihnen ins Bewusstsein brennen“ (ein beliebter israelischer Satz in diesen Tagen). Danach werden sie zweimal nachdenken, bevor sie wieder eine Qassam-Rakete gegen uns abfeuern – auch als Antwort auf das, was wir tun, ganz gleich, was es ist.

Man kann die Bösartigkeit dieses Krieges nicht verstehen, wenn man den historischen Hintergrund nicht berücksichtigt: die Opfermentalität nach all dem, was Juden Jahrhunderte lang angetan wurde, und die Überzeugung, dass wir nach dem Holocaust das Recht haben, alles - absolut alles - tun zu dürfen, um uns zu verteidigen - ohne Hemmungen durch Gesetz und Moral.

ALS DAS Töten und Zerstören im Gazastreifen auf seinem Höhepunkt war, geschah etwas weit weg in Amerika und hatte gar nichts mit dem Krieg hier zu tun – war aber doch sehr mit ihm verknüpft. Der israelische Film „Waltz with Bashir“ wurde mit einem wichtigen Preis ausgezeichnet. Die Medien berichteten mit großer Freude und mit Stolz darüber, aber sie brachten es irgendwie fertig, das Thema des Filmes nicht zu erwähnen. Das war an sich schon ein interessantes Phänomen: man begrüßt den Erfolg eines Filmes, ohne auf seinen Inhalt einzugehen.

Das Thema dieses außergewöhnlichen Films ist eines der dunkelsten Kapitel in unserer Geschichte: das Sabra- und Shatila-Massaker. Im Laufe des ersten Libanonkrieges führte eine christlich-libanesische Miliz unter der Schirmherrschaft der israelischen Armee ein abscheuliches Massaker an Hunderten von hilflosen palästinensischen Flüchtlingen aus, die in ihrem Lager eingesperrt waren, an Männern, Frauen, Kindern und alten Leuten. Der Film beschreibt diese Schreckenstaten peinlich genau, einschließlich unseres Anteils.

All dies wurde bei den Nachrichten über den Preis nicht erwähnt. Bei der Preisverleihungszeremonie ergriff der Regisseur nicht die Gelegenheit, um gegen die aktuellen Ereignisse im Gazastreifen zu protestieren, die dort eben geschahen. Wie viele Frauen und Kinder während dieser Feier getötet wurden, kann man nicht sagen – aber es ist eindeutig, dass das Massaker im Gazastreifen viel schlimmer ist als jenes Ereignis von 1982, das 400 000 Israelis dazu brachte, ihre Häuser zu verlassen und einen spontanen Protest in Tel Aviv abzuhalten. Dieses Mal gingen nur zehntausend auf die Straße.

Der offizielle israelische Untersuchungsausschuss, der sich mit dem Sabra-Massaker befasste, stellte fest, dass die israelische Regierung „indirekte Verantwortung“ für die Gräueltat trug. Mehrere ranghohe Politiker und Offiziere wurden suspendiert. Einer von ihnen war der Divisionskommandeur Amos Yaron. Keiner der anderen Angeklagten, vom Verteidigungsminister Ariel Sharon bis zum Stabschef Rafael Eitan, sagten ein Wort des Bedauerns, nur Yaron gestand in einer Rede gegenüber seinen Offizieren Reue ein und gab zu: „Unser Empfindungsfähigkeit (für andere) ist abgestumpft“

GEFÜHLLOSIGKEIT ist der charakteristische Zug des Gazakrieges.

Der erste Libanonkrieg dauerte 18 Jahre und kostete mehr als 500 unserer Soldaten das Leben. Die Planer des zweiten Libanonkrieges entschieden sich, solch einen langen Krieg und solch eine hohe Todesrate zu vermeiden. Sie erfanden das Prinzip des „wahnsinnigen Bosses“: das Zerstören von ganzen Stadtteilen, das Verwüsten ganzer Gebiete, das Zerstören der Infrastrukturen. Während 33 Kriegstagen wurden 2006 etwa 1000 Libanesen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten – ein Rekord, der in diesem Krieg schon am 17.Tag gebrochen wurde. Doch in jenem Krieg erlitten unsere Bodentruppen vor Ort große Verluste. Und die öffentliche Meinung, die zu Beginn den Krieg mit demselben Enthusiasmus wie dieses Mal unterstützte, änderte sich schnell.

Der Schatten dieses zweiten Libanonkrieges liegt schwer über dem Gazakrieg. Alle in Israel schworen, seine Lektion gelernt zu haben. Und die Hauptlektion war, das Leben keines einzigen Soldaten zu riskieren. Ein Krieg ohne Verluste (auf unserer Seite). Die Methode: riesige Feuerkraft unserer Armee anwenden, um alles und jedes, was in ihrem Wege steht, zu pulverisieren und jeden zu töten, der sich im Gebiet bewegt. Nicht nur die Kämpfer auf der anderen Seite, sondern jedes menschliche Wesen, das vielleicht feindliche Absichten hegen könnte, selbst wenn es ein Sanitäter im Ambulanzwagen, der Fahrer eines Lebensmittelkonvois ist oder ein Arzt, der Leben retten will. Jedes Gebäude zerstören, von dem aus unsere Soldaten beschossen werden könnten, sogar eine Schule, die voller Flüchtlinge, Kranker oder Verletzter ist. Ganze Stadtteile werden bombardiert und beschossen, Gebäude, Moscheen, Schulen, UN-Lebensmittelkonvois, sogar Ruinen, unter denen Verletzte begraben liegen.

Die Medien widmeten mehrere Stunden dem Fall einer Qassam-Rakete auf ein Haus in Ashkalon, in dem drei Bewohner einen Schock erlitten; sie verlieren aber kaum Worte über die vierzig Frauen und Kinder, die in der UN-Schule getötet wurden, von der „wir beschossen worden sind“, was sehr schnell als glatte Lüge entlarvt wurde.

Die Feuerkraft wurde auch dazu verwendet, um Angst und Schrecken zu verbreiten – es wurde alles beschossen: vom Krankenhaus bis zum ausgedehnten UN Lebensmitteldepot, von einem Presseaussichtspunkt bis zu den Moscheen. Der übliche Vorwand: wir wurden von dort beschossen.

Dies wäre unmöglich gewesen , wäre nicht das ganze Land durch Gefühllosigkeit infiziert worden. Die Leute sind nicht mehr geschockt, wenn sie ein verstümmeltes Baby sehen, noch von Kindern, die tagelang neben der Leiche der Mutter lagen, weil die Armee sie nicht aus dem zerstörten Haus ließ. Es scheint, als ob sich fast niemand mehr um irgendetwas kümmere: weder die Soldaten noch die Piloten, weder die Medien noch die Politiker und auch die Generäle nicht. Moralischer Wahnsinn, dessen Hauptexponent Ehud Barak ist. Vielleicht wird er von Zipi Livni übertroffen, die lächelte, während sie über das grässliche Geschehen redete.

Selbst Heinrich Heine hätte sich dies nicht vorstellen können.

DIE LETZTEN TAGE wurden vom „Obama –Effekt“ beherrscht.

Wir sind an Bord eines Flugzeuges und plötzlich erscheint vor uns aus den Wolken ein schwarzer Berg. Im Cockpit bricht Panik aus: wie eine Kollision vermeiden?

Die Kriegsplaner wählten den Kriegszeitpunkt sorgfältig aus: während der Ferien, während alle auf Urlaub waren – und während Bush noch amtierte. Aber irgendwie vergaßen sie ein schicksalhaftes Datum in Erwägung zu ziehen: am nächsten Dienstag wird Barack Obama ins Weiße Haus einziehen.

Dieses Datum wirft nun seinen Schatten auf die Ereignisse. Der israelische Barak versteht, dass eine Verärgerung des amerikanischen Barack eine Katastrophe bedeuten würde. Die Schlussfolgerung: die Schrecken von Gaza müssen vor der Amtseinführung beendet sein. Alle politischen und militärischen Entscheidungen werden davon bestimmt. Nicht „die Zahl der Qassams“, nicht „der Sieg“ und nicht „ die Hamas brechen.“

WENN ES eine Feuerpause geben wird, wird die erste Frage sein: wer hat gewonnen?

In Israel geht alles Gerede um das „Bild des Sieges“ – nicht um den Sieg selbst, sondern um das ‚Bild“. Das ist wesentlich, um die israelische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass sich das ganze Geschäft gelohnt hat. Im Augenblick sind all die Tausende der Medienleute bis zum letzen mobilisiert worden, solch ein „Bild“ zu malen. Die andere Seite wird natürlich ein anderes Bild malen.

Die israelischen Führer werden sich zweier Erfolge rühmen: das Ende der Qassams und das Verschließen der Gaza-Ägyptengrenze (die sog. „Philadelphi-Route“). Das sind zweifelhafte Erfolge; denn das Abfeuern der Qassams hätte auch ohne mörderischen Krieg erreicht werden können, wenn unsere Regierung bereit gewesen wäre, mit der Hamas zu verhandeln, nachdem sie die palästinensischen Wahlen gewonnen hatte. Die Tunnels unter der ägyptischen Grenze wären gar nicht gegraben worden, wenn unsere Regierung nicht eine so tödliche Blockade über den Streifen verhängt hätte.

Aber der Haupterfolg der Kriegsplaner liegt in der großen Grausamkeit ihres Planes: die Grausamkeiten haben ihrer Meinung nach einen abschreckenden Effekt, der lange Zeit anhalten wird.

Hamas auf der anderen Seite wird behaupten, dass ihr Überleben angesichts der mächtigen israelischen Kriegsmaschine – ein winziger David gegen einen riesigen Goliath - an sich schon ein Sieg darstellt. Nach der klassischen militärischen Definition ist der Sieger einer Schlacht derjenige, der nach der Schlacht auf dem Schlachtfeld bleibt. Trotz aller Bemühungen, das Hamas-Regime zu eliminieren, bleibt es, wo es ist. Das ist ein großer Erfolg.

Hamas wird auch darauf hinweisen, dass die israelische Armee nicht darauf aus war, die palästinensischen Städte zu betreten, in denen ihre Kämpfer verschanzt waren. Und tatsächlich sagte die Armee der Regierung, dass die Eroberung von Gazastadt das Leben von 200 Soldaten kosten könnte. Und kein Politiker wäre am Vorabend der Wahlen dazu bereit.

Allein die Tatsache, dass eine Guerillagruppe von ein paar Tausend leicht bewaffneter Kämpfer wochenlang gegen eine der mächtigsten Armeen der Welt mit enormer Feuerkraft ausgehalten hat, sieht für Millionen von Palästinensern und anderen Arabern und Muslimen – und nicht nur für sie – wie ein vollständiger Sieg aus.

Am Ende wird ein Abkommen geschlossen werden, das die offenkundigen Bedingungen einschließt. Kein Land kann es dulden, dass seine Bewohner Raketenbeschuss von jenseits der Grenze ausgesetzt sind – und keine Bevölkerung kann es ertragen, dass sie einer lebensbedrohenden Blockade ausgesetzt ist. Deshalb muss 1. die Hamas mit dem Abschießen der Qassams aufhören und 2. muss Israel die Grenzübergänge zwischen dem Gazastreifen und der Außenwelt öffnen und 3. muss die Waffenlieferung in den Gazastreifen (so gut wie möglich) gestoppt werden, wie es von Israel verlangt wird. All dies hätte auch ohne Krieg geschehen können, wenn unsere Regierung die Hamas nicht boykottiert hätte.

DOCH DIE schlimmsten Folgen dieses Krieges sind noch nicht zu sehen und werden erst in Jahren bemerkt werden. Israel hat im Weltbewusstsein ein schreckliches Image von sich selbst zurückgelassen. Milliarden von Menschen haben uns als blutrünstiges Monster wahrgenommen. Sie werden Israel nie wieder als einen sympathischen Staat sehen, als einen Staat, der Gerechtigkeit, Fortschritt und Frieden sucht. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung spricht von einem anständigen Respekt vor „den Ansichten der Menschheit“. Das ist ein weises Prinzip.

Noch schlimmer ist die Wirkung auf die Hunderte von Millionen Araber rund um uns: sie werden nicht nur die Hamaskämpfer als die Helden der arabischen Nation ansehen, sie sehen auch ihre eigenen Regime in ihrer Nacktheit: kriecherisch, schmachvoll, korrupt und verräterisch.

Die arabische Niederlage im 1948er-Krieg brachte in seiner Folge den Fall fast aller arabischen Regime und den Aufstieg einer neuen Generation nationalistischer Führer wie z.B. Gamal Abd al-Nasser. Der Krieg von 2009 könnte den Fall der augenblicklichen arabischen Regime und den Aufstieg einer neuen Generation von Führern mit sich bringen – islamischen Fundamentalisten, die Israel und den ganzen Westen hassen.

In den kommenden Jahren wird deutlich werden, dass dieser Krieg reiner Wahnsinn war. Der Boss ist tatsächlich wahnsinnig geworden – in des Wortes tiefster Bedeutung.

Orginalartikel: Dieser Artikel ist NICHT auf www.zmag.org erschienen!
Übersetzt von: Ellen Rohlfs und Christoph Glanz
Artikelaktionen
1
Anonymous sagt
19.01.2009 04:11

Israel ist eine Demokratie. Ausschließlich für Juden!

Die Beschwichtigungspolitik der westlichen Staaten gegenüber Israel ist abscheulich.
Mit dem Mantra des "NIEMALS WIEDER" wird ein Völkermord an den Palestinensern legitimiert.

Die Millionen jüdischen Opfer der Shoa werden von ihren israelischen
Nachkommen,über 90% der Israelis waren für diesen Krieg, in Geiselhaft genommen um ein grenzenloses Israel,koste es an nichtjüdischen Menschenleben was es wolle, brutalstmöglich durchzusetzen.

2
Anonymous sagt
19.01.2009 06:12

Hier ersetzt wieder mal billigstes antisemitisches Geschwafel halbwegs seriöses Geschichtswissen. Das historische Groß-Palästina stand zuletzt unter britischem Mandat, davor waren die Osmanen die Herrscher dieses Gebietes, die es als armen Hinterhof wirtschaftlich links liegen liessen. Araber wanderten in dieses Gebiet ca. 800 n.Chr. in losen Gruppen ein und siedelten dort als Dorf- oder Clangemeinschaften. Viele verdingten sich bei den osmanischen Großgrundbesitzern und wurden wie Leibeigene behandelt, selbst noch unter britischer Hoheit. Jüdische Bewohner gab schon immer in dieser Gegend, die eigentliche Einwanderung begann Ende des 19.Jahrhunderts. Den erste Boden kauften die Juden den Osmanen für viel Geld ab. In allen Pässen stand damals unter Nationalität "Palästinenser", auch im Pass des ersten israelischen Präsidenten David Ben Gurion. Ein indigenes palästinensisches Volk arabischer Ethnie, muslimischen Glaubens hat es nie gegeben, dies ist eine Erfindung des ägyptischen Terroristen Arafat aka Abū ʿAmmār, die erst Mitte der 60er Jahre populär wurde. Durch die Schaffung einer exclusiven Flüchtlingsorganisation und dem Privileg der Vererbung des Flüchlingsstatuses bis zum St. Nimmerleinstag wurden bis heute 5-10 Mio. "paläsinensiche Flüchtlinge" künstlich geschaffen, die einerseits als Druckmittel gegen Israel und andererseits zur moralischen Erpressung der westlichen Staaten genutzt werden. Von Seiten der arabischen "Bruderstaaten" werden diese "Superaraber" dazu benutzt, einen permanenten Stellvertreterkrieg gegen Israel zu führen. Deshalb behandelt man sie auch wie Menschen dritter Klasse und verhindert vorsätzlich ihre Integration. Übrigens Deutschland schaffte es nach 1945 13 Mio. Vertriebene zu integrieren, sie wurden nicht jahrzehntelang in Lagern zusammengepfercht, um ein Druckmittel gegen Polen zu haben. Das hat wesenlich zum Frieden in Europa beigetragen. Ein paar Fakten im Schnelldurchlauf, 78% des HISTORISCHEN Palästina heissen JORDANIEN. Die meisten "Palästnenser" wurden ausserhalb des eigentlichen geographischen Konfliktes getötet, z.B. 1977, als König Hussein von Jordanien die PLO rausschmiss (Schwarzer September) und nebenbei 40.000 Menschen in den Flüchlingslagern durch Massenbombardements ermorden ließ. Das haben sie nicht gewusst? Liegt wohl daran, weil keine "Zionistische Herrenmenschen” daran beteiligt waren. Ostjerusalem ist dewegen hauptsächlich arabisch bewohnt, weil die Jordanier während ihrer Besatzung von 1948-1967 fast alle Juden vertrieben und deren Synagogen schleiften, auch durfte an der Klagemauer nicht gebetet werden. Dasselbe passierte in Judäa und Smaria (Westbank) und noch heute können Juden dort nicht existieren, ohne massiven Schutz, während Araber innerhalb Israels unbehelligt leben und arbeiten können. Allen "Apartheid"-Schwätzern empfehle ich bei dieser Gelegenheit einen ausgedehnten Urlaub in Israel, besonders in Haifa. Dort würde auch deine krude Ansicht schnell der ziemlich bunten Realität weichen. Israel ist ein historisches Faktum, entstanden in einem völlig legalen Gründungsakt auf einem Gebiet OHNE staatliche Souveränität, seine "Existensberechtigung" ist so unbestritten wie die der Schweiz. Die Begleitumstände mit entsprechender wechselseitiger Gewalt haben sicherlich zu Leid und Ungerechtigkeiten geführt, allerdings nicht nur auf arabischer Seite. Aber auch das stellt keine historische Einmaligkeit dar, sondern fand auch in dieser Region mehr als einmal statt. Gerade die Verbreitung des Islam war oft mit massiver Vertreibung verbunden, dagegen ist die Behauptung eines Genozids an der "palästinensichen" Bevölkerung schon angesichts des rapiden Bevölkerungswachstums (z.B. 38,7/1000 Geburten gegen 3,5/1000 Tote im "bettelarmen" Gaza) propagandistischer Schwachsinn. Ich hätte kein Problem, wenn die verbliebenen 22% Paläsinas in Zunkunft Israel hiessen (Gross-Israel lässt grüssen, huhu :-)), einschliesslich Jerusalems und der Golanhöhen, die so wenig syrisch sind, wie Königsberg deutsch ist. Selbstverständlich als jüdischer Staat, genauso wie sich die Staaten ringsum eben islamisch nennen. Shalom allerseits!

3
Anonymous sagt
19.01.2009 09:01

Der Komponist Elias Davidson definiert folgendermassen:
„Israel ist eine bürgerliche Demokratie, aber nur für Juden. Da ich mich auf die universellen Normen der Menschenrechte berufe, kann ich selbstverständlich nicht einen Staat als demokratisch bezeichnen, der Menschen aufgrund der ethnischen Herkunft, Rasse oder Religion diskriminiert. In Israel ist Rassendiskriminierung-wie sie völkerrechtlich definiert wird-gesetzlich verordnet und ist darüber hinaus die Basis des Judenstaates.Mit anderen Worten: Ohne Diskriminierung- kein Judenstaat.“

Jetzt haben Sie es vielleicht nicht mit Komponisten,oder der Definition des Völkerrechts.
Als Amerikanerin fast ausschließlich irisch-katholischer Herkunft, mit Ausnahme einer polnisch jüdisch atheistischen Großmutter, kann ich meinem zionistischen Ansinnen dadurch Ausdruck verleihen,dass ich mich partout in Siderot niederzulassen gedenke,der dort seit Jahrhunderten ansässigen semitisch-muslimischen Bevölkerung-Palestinenser genannt-wird Gleiches verwehrt.
Sie hat man zuvor ethnisch gesäubert,hauptsächlich nach Gaza vertrieben,wo sie eingepfercht einem unablässigen israelischen Bombenhagel ausgesetzt war.
Die meisten Menschen weltweit sehen das,als was es ist: Rassismus in seiner häßlichen Fratze.
Sollten Sie das nicht verstehen, das versteht jedes Kind. Definitiv jedes palestinensische Kind in Gaza, das das Massaker überlebt hat.
Ob es,erwachsen geworden,sophistischen Geschichtsklitterungen zu folgen vermag, wage ich zu bezweifen,wurden doch seine Schulen dem Erdboden gleichgemacht.
Seine Anwort fürchte ich wird weder sehr gebildet noch gemässigt ausfallen.

4
Anonymous sagt
19.01.2009 10:51

Zum wackeren "antizionistischen" Elias Davidson am besten Zitate aus seinem Interview mit dem "Mulim-Markt" (sic!):

"MM: Sehr geehrter Herr Davidsson, wie kommt ein Komponist dazu, sich mit Terrorismus zu beschäftigen?
Elias Davidsson: Ich kam nicht direkt zum Thema "Terrorismus". Vorher hatte ich mich jahrelang mit allerlei gesellschaftlichen Themen beschäftigt, erstmals mit der Problematik der Multis (auf Island), und dann mit dem Problem Palästina, die Wirtschaftssanktionen gegen den Irak und andere internationale Probleme. Im Jahre 1988 gründete ich mit einigen Freunden den Solidaritätsverein Island-Palästina. In 1996 bekam ich ein Stipendium des isländischen Roten Kreuzes für eine Forschungsarbeit über die menschenrechtlichen Auswirkungen von Wirtschaftssanktionen. Meine wissenschaftlichen Aufsätze auf diesem Gebiet wurden in juristischen Zeitschriften in den USA, Großbritannien und Holland publiziert. Das Problem des Terrorismus hat mich ursprünglich nicht besonders interessiert. Natürlich bin ich ein Gegner des Terrorismus aber betrachte es als ein relativ bescheidenes Übel - im Vergleich zu Kindersterblichkeit, Hunger, AIDS, Staatsterror und Zivilkriege.
Mein Interesse an Terrorismus begann im Jahre 2002, ein Jahr nach den Ereignissen vom 11. September als ich das Phänomen des synthetischen Terror entdeckte. Synthetischer Terror sind Handlungen, wie z.B. der Brandanschlag des Reichstages in 1933, der von den Nazis inszeniert wurde, um die Kommunisten zu beschuldigen und diese dann auszurotten. Es scheint mir, dass eine beträchtliche Portion der heutigen Terrorhandlungen synthetisch sind, d.h. von Geheimdiensten präpariert werden, um es irgendeinem Feind in die Schuhe zu schieben. Die Ereignisse vom 11. September scheinen mir ein Musterbeispiel für synthetischen Terrorismus. Ich habe seit dem Jahre 2002 diese Ereignisse sehr genau studiert und darüber einige Aufsätze publiziert. Ich bin heute überzeugt, dass dieser Massenmord von den amerikanischen Behörden präpariert und auch ausgeführt wurden. Es gibt nicht den geringsten Beweis, dass irgendeiner der 19 genannten "Flugzeugentführer" überhaupt in einer der abgestürzten Flugzeuge eingestiegen ist. Die Geschichte von den 19 arabisch/islamischen Flugzeugentführern bleibt bis heute eine Legende, oder genauer gesagt, ein gewaltige Lüge, die als Berechtigung für die Tötung durch Bombenanschläge von Tausenden unschuldiger Afghanen, für die Abschaffung von Menschenrechten und für die Einführung eines globales "Krieges" gegen den Terror sorgte. Was mich bis heute erstaunt, ist die Tatsache, dass diese Lügengeschichte ohne jegliche Kritik von nahezu sämtlichen Medien akzeptiert wurde und an das Volk weitergegeben wird. Noch verblüffender ist die Tatsache, dass auch Akademiker in der ganze Welt diese Lügengeschichte ganz roh geschluckt haben und diese Geschichte als Grundlage für unzählige wissenschaftliche Arbeiten verwendet haben. Diese globale Zustimmung zu einer unbewiesenen Geschichte macht mir richtige Sorgen über unsere Zukunft."
http://muslimmarkt.de/interview/2008/davidsson.htm
Damit erübrigt sich wohl jede weitere Beschäftigung mit diesem Herrn.
Und nun zu einigen deiner merkwürdigen Einlassungen.
Mit angeblich allgemein gültigen Definitionen des "Völkerrechtes" solltest du besser vorsichtig sein, solange du a) nicht wirklich thematisch versiert bist und b) diese nur sehr einseitig gegen Israel einzusetzen gedenkst.
"Als Amerikanerin fast ausschließlich irisch-katholischer Herkunft, mit Ausnahme einer polnisch jüdisch atheistischen Großmutter, kann ich meinem zionistischen Ansinnen dadurch Ausdruck verleihen,dass ich mich partout in Siderot niederzulassen gedenke,der dort seit Jahrhunderten ansässigen semitisch-muslimischen Bevölkerung-Palestinenser genannt-wird Gleiches verwehrt.
Sie hat man zuvor ethnisch gesäubert,hauptsächlich nach Gaza vertrieben,wo sie eingepfercht einem unablässigen israelischen Bombenhagel ausgesetzt war.
Die meisten Menschen weltweit sehen das,als was es ist: Rassismus in seiner häßlichen Fratze.
Sollten Sie das nicht verstehen, das versteht jedes Kind. Definitiv jedes palestinensische Kind in Gaza, das das Massaker überlebt hat."
Also das ist einfach nur dümmliches Propagandageschwätz und hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Ersten waren die "Ureinwohner" SDEROTS (oder auch Sederot) beleibe nicht alle "semitisch-muslimische" Araber, noch wurde ausschliesslich diese Gruppe "Palästinenser" genannt. Deine Behauptung der "ethnischen" Säuberung, angeblich in Richtung Gaza zeigt zweierlei, nämlich das du antsemitischen Spinnern wie Pappe mehr traust, als tatsächlich bewiesenen Fakten und glauben machen willst, dass die hohe Bevölkerungsdichte in Gaza ein direktes Ergebniss dieser angeblichen Vertreibungen ist. Tatsächlich aber liegt die Ursache für den dortigen explosionsartigen Bevölkerungstzuwachs (1973 knapp 250000 Einwohner) in den exorbitanten Geburtenraten, deren Ursachen wiederum die vorherrschende islamofaschistische Ideologie und die weltweit einmalige endlose Vererbung des Flüchtlingstatuses sind. Mit einem Bevölkerungsanteil der unter 15jährigen von mehr als 50% ist deren `critical mass´extrem überschritten und damit die Bevölkerungsstruktur dauerhaft geschädigt. Selbst nachhaltigste wirtschaftliche Verbesserungen können das Problem allenfalls kaschiern, aber niemals lösen. Möglichweise sind ja auch da wieder die Juden schuld, indem sie durch ihre "genozialen" Verbrechen die braven arabischen Hausfrauen dauerhaft in die Horizontale zwingen. Andererseits taugen die Israelis anscheinend herzlich wenig als "Völkermörder", jeder popelige afrikanische Diktator schafft locker in der Hälfte der Zeit das zehnfache an zivilen Opfern. Meistens völlig ungestört von dauerbetroffenen "Friedenaktivisten", die nur aus ihrem Koma erwachen wenn Israel beteiligt ist. Zum Schluss eine kleine Ergänzung zum Massaker 1977 in Jordanien. Dieses dauerte ebenfalls ca. drei Wochen und kostete, wie erwähnt, 40000 "Palästinensern" das Leben, zu 95% Zivilisten die in zwei Flüchtlingslagern eingesperrt waren. Das sind etwa 1900 Tote pro Tag. Das "Existenzrecht" Jordaniens wurde durch dieses Verbrechen niemals tangiert und den Opfern wird bis heute nicht gedacht. Soviel zum Mythos des "palästinensischen Volkes".

5
Anonymous sagt
19.01.2009 14:54

Komponisten, die nicht komponieren und seit Jahren nicht aufgeführt werden -das dürfte vor Allem qualitative Gründe haben- benötigen zur Befriedigung Ihres Geltungsbedürfnisses eben anderer Möglichkeiten des Auftritts.
Um welchen Kulturschaffenden der besonderen Sorte es sich handelt kann auch hier nachgelesen werden:
http://www.eussner.net/artikel_2009-01-03_23-24-13.html

Alex

6
flora sagt
19.01.2009 10:33

Was bleibt uns übrig Deutschen als Heine zu lesen, der ist immer aktuell, vielen Dank für den Tip. Oder wir lesen mit dem selben Interesse Uri Avnery, einen anderen großen Aufklärer, der nicht nur Poet geblieben ist, sondern sich auch als Tatmensch erwies, der für seine Überzeugung eingetreten ist, auch wenn die Kugeln flogen. Leider ist er aber Israeli und nicht mehr Deutscher, und so kommt seine große publizistische und menschliche Leistung in erster Linie Israel zugute, auch wenn die das im Moment noch garnicht zu würdigen wissen, was Uri Avnery ihnen schenkt - nämlich ein menschliches Gesicht hinter der Fratze des Unmenschen.
Wo bleiben verdammt noch mal die deutschen Intelektuellen? Ist dieses Land denn mittlerweile total verblödet?
Was die deutschen moralischen Leuchttürme, oder mindestens Lichtblicke, wie die Brüder Scholl, die Pfarrer Bonhöfer oder Niemöller,Tucholski und Ossiezki, v. Stauffenberg und andere Menschen mit moralischer Integrität und Mut einst für unser Volk bedeuteten, in seinen dunkelsten Zeiten und danach, ist bis heute nicht vergessen.
Aber wo bleibt heute bei uns der deutsche Uri Avnery, oder ein neuer Heinrich Heine?
Ohne sie drohen wir wieder langsam aber sicher in den alten moralischen Saustall zurück zu kriechen.
Wenn nicht bald ein neuer Heinrich Heine oder ein Uri Avnery bei uns auftaucht, sehe ich schwarz. Ohne die moralische Kraft von Intellektuellen die ihr persönliches Ansehen mutig einsetzen, werden wir nicht auskommen, auf die Dauer. Die Durststrecke ist schon viel zu lang!
Aber ohne die Übersetzerin von Uri Avnery, und ihre Kolleginnen und Kollegen, wäre unser Land auch ein Stück ärmer, dass muß mal laut gesagt werden, vielen Dank Ellen Rohlfs.

Der Verfall der Sitten in unserem Lande hat beängstigende Formen angenommen wenn die Regierung sich öffentlich und schamlos, auch orientierungslos, hinter Völkermörder wie die israelische Regierung stellt - wenn jeder Dummschwätzer oder Dumpfbacke sich anmißt über Menschen wie Uri Avnery herumlabern zu dürfen! Wie gesagt: finstere Zeiten!
C.Pichlo

7
Anonymous sagt
19.01.2009 14:50

C. Pichlo,

wahrscheinlich sind Sie mit Ihrem Moralaktivismus in Gaza besser aufgehoben als hier im bequemen Deutschland.
Dasmeine ich durchaus ernst. Dort werden jede Menge helfende benötigt. Jetzt mehr als je.
Ich war da unten über Jahrzehnte.
Sie haben von Nichts eine Ahnung, doch das unangemessen lautstark.

Alex

8
Anonymous sagt
19.01.2009 15:44

Schön wärs, wenn man einfach nach Gaza spazieren könnte um den Menschen dort zu helfen. Aber das schaffte in den letzten Tagen ja nicht einmal die UNO.