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Die Bomben im August

Zum Gedenken an Hiroshima und Nagasaki (1)

von Howard Zinn

09.08.2000 — The Progressive magazin

— abgelegt unter:

Gegen Ende der Novelle 'Der Englische Patient (2) sagt der Sikh Kip - ein Minenentschärfer - zu dem sterbenden, verbrannten Patienten in einer Passage folgende bittere Worte über das britische und amerikanische Imperium: "Ihr und später die Amerikaner habt uns konvertiert... Ihr habt Kriege geführt wie Cricket. Wie habt ihr uns nur in diesen (Krieg) hier getrickst? Hier - hör dir an, was ihr gemacht habt". Er setzt dem geschwärzten Haupt Radiokopfhörer auf. Das Radio berichtet über die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki.

Kip fährt fort: "All dieses Gerede über Zivilistion - von Königen, Königinnen und Präsidenten ... von diesen Stimmen der abstrakten Ordnung.... Amerikaner, Franzosen, was schert's mich: Wenn ihr anfangt, die braunen Rassen der Welt zu bombardieren, seid ihr Engländer. Früher hattet ihr König Leopold von Belgien, heute habt ihr fucking Harry Truman von Amerika".

Sie haben den Film gesehen, können sich aber nicht an diese Worte erinnern? Stimmt, sie wurden bei der Verfilmung weggelassen.

Wen wundert es? Die Bomben auf Hiroshima sind dem Amerikanischen Establishment und einem Großteil der amerikanischen Bevölkerung immer noch heilig. Das musste ich lernen, als ich 1995 ans Chautauqua-Institut, im Staate New York, eingeladen wurde. Es war der 50. Jahrestag des Bombenabwurfs, daher wählte ich Hiroshima als Thema. 2000 Menschen waren in das große Amphitheater gekommen. Ich erläuterte, warum ich Hiroshima und Nagasaki für unverzeihliche Gräuel halte - begangen an einem Land (Japan), das zur Kapitulation bereit war. Im Publikum herrschte Schweigen - das heißt, nicht ganz, einige Leute warfen mir von ihren Sitzen aus zornige Bemerkungen zu.

Verständlich. Hiroshima in Frage zu stellen, heißt, mit dem kostbaren Mythos zu brechen, mit dem wir in Amerika alle aufgewachsen sind. Es ist der Mythos, Amerika sei anders als die anderen Imperialmächte dieser Welt. Andere Nationen mögen unerhörte Taten begehen, unser Land nicht.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt. Wenn man das Ganze als willkürlichen Akt enormer Grausamkeit und nicht als unausweichliche Notwendigkeit ("um den Krieg zu beenden und Leben zu retten") sieht, ergeben sich irritierende Fragen: War der "gute Krieg" wirklich so gut?

Ich erinnere mich, dass der Lehrer in der Junior High unsere Klasse einmal fragte: "Was ist der Unterschied zwischen einem totalitären Staat und einem demokratischen Staat?" Die korrekte Antwort lautete: "Ein totalitärer Staat greift zu allen Mitteln, um sein Ziel zu erreichen".

Das war zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die faschistischen Länder bombardierten zivile Populationen in Äthopien, Spanien, Coventry und Rotterdam. Präsident Roosevelt bezeichnete dies als "inhumane Barbarei". Es war, bevor die USA und England begannen, die Zivilbevölkerung in Hamburg, Frankfurt, Dresden und später in Tokio, Hiroshima und Nagasaki zu bombardieren.

Jedes Mittel ist recht, um sein Ziel zu erreichen, lautet die totalitäre Philosophie. Es ist gleichzeitig die Philospohie aller kriegsführenden Nationen. Welches Mittel könnte furchtbarer sein, als Hunderttausende japanische Männer, Frauen und Kinder zu verbrennen, zu verstümmeln, zu verstrahlen und zu blenden? Für unsere politischen Führer ist es absolut notwendig, diese Bomben (auf Hiroshima und Nagasaki) zu rechtfertigen. Wenn sie es schaffen, dass die Amerikaner dies akzeptieren, werden die Amerikaner jeden Krieg akzeptieren und jedes Mittel, solange die Kriegstreibenden nur eine Begründung liefern. Und es gibt stets plausible Gründe, die uns von hoch oben überbracht werden - wie von Moses am Berg (Sinai).

Die drei Millionen Toten in Korea konnte man mit der Aggression Nordkoreas begründen, Millionen Tote in Süostasien mit der Bedrohung durch den Kommunismus, die Invasion der Dominikanischen Republik, 1965, mit dem Schutz der dortigen amerikanischer Bürger. Man hat Todesschwadronen-Regierungen in Zentralamerika unterstützt, um angeblich den Kommunismus zu stoppen. Man marschierte in Grenada ein, um amerikanische Medizinstudenten zu retten, man marschierte in Panama ein, um den Drogenhandel zu beenden. Der Grund für den (Ersten) Golfkrieg war angeblich die Befreiung Kuwaits, Bomben fielen auf Jugoslawien, um angeblich 'ethnische Säuberungen' zu beenden.

Der Spielraum für weitere Kriege ist endlos, der Nachschub an Begründungen reißt nicht ab...

Aus diesem Grund kommt der Bombardierung Hiroshimas und Nagasakis große Bedeutung bei. Wenn die Bürger anfangen, DAS in Frage zu stellen, könnten sie Atomwaffen zu inakzeptablen Mitteln erklären - selbst wenn diese einen Krieg um einen oder zwei Monate früher beenden würden. Dies wiederum könnte zu generellen Fragen hinsichtlich der Mittel führen, die damals zur Bekämpfung des Faschismus angewandt wurden (angesichts von 40 Millionen Toten).

Wenn die Bürger erst anfangen, die moralische Reinheit des "guten Krieges" - des besten aller Kriege - in Frage zu stellen, könnten sie in Stimmung kommen, immer weiterzumachen, bis sie den Krieg selbst in Frage stellen, ihn als inakzeptabel bewerten, ganz gleich, welche Begründung geliefert wird.

Heute - 55 (1) Jahre später - gelten die Bomben noch immer als heilig. Selbst eine dezent kritische Ausstellung der Smithsonian Institution (3) ist nicht tolerierbar. Es ist daher unsere Aufgabe, darauf zu bestehen, die tödlichen Missionen am 6. und 9. August 1945 in Frage zu stellen.

Das Hauptargument, mit dem Hiroshima und Nagasaki abgetan wird, lautet: "Leben wurde gerettet". Die Alternative wäre ein (geplanter) amerikanischer Einmarsch in Japan gewesen, heißt es. Er wäre nötig geworden, heißt es. Zehntausende, womöglich Hunderttausende, wären gestorben, heißt es. Truman sprachl von "einer halben Millionen Leben", Churchill von "einer Million Leben". Es waren aus der Luft gegriffene Zahlen, um das beladene Gewissen zu beruhigen, denn selbst Offizielle gingen von nicht mehr als 46 000 Toten bei einer Invasion aus.

In Wirklichkeit wäre keine Invasion nötig gewesen. Somit waren auch die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki kein Mittel, um eine Invasion in Japan zu vermeiden. Die Japaner standen kurz vor ihrer Kapitulation - und die amerikanische Militärführung wusste es. General Eisenhower erhielt eine Kurznachricht von Kriegsminister Henry Stimson über den unmittelbar bevorstehenden Bombenabwurf. Eisenhower sagte zu Stimson: "Japan ist schon besiegt, ein Abwurf der Bombe wäre komplett unnötig".

Nach dem Bombenabwurf bezeichnete Admiral William D. Leary, der Vorsitzende des US-Generalstabs, JCS, die Atombombe als "barbarische Waffe" und merkte an: "Die Japaner sind bereits besiegt und zur Aufgabe bereit".

Nach dem amerikanischen Sieg in der blutigsten Schlacht des Krieges im Pazifik (Okinawa), im Mai 1945, begannen die Japaner, den Krieg zu beenden. Kurz nach Mitte Juni beauftragten sechs Mitglieder des japanischen Obersten Kriegsrates (Supreme War Council) Außenminister Toto, sich an die Sowjetunion zu wenden. Die Sowjets befanden sich mit Japan nicht im Krieg. Sie sollten als Vermittler fungieren, um den Krieg "wenn möglich bis September" zu beenden.

Außenminister Togo entsandte seinen Botschafter Sato nach Moskau, um die Chancen für Kapitulationsverhandlungen auszuloten. Am 13. Juli - vier Tage bevor Truman, Churchill und Stalin sich in Potsdam trafen, um das Kriegsende zu planen (Deutschland hatte vor zwei Monaten kapituliert) -, schickte Togo ein Telegramm an Sato: "Das einzige Friedenshindernis wäre eine 'bedingungslose Kapitulation'. Es ist der Herzenswunsch seiner Majestät, den Krieg rasch beendet zu sehen".

Die USA kannten dieses Telegramm. Sie hatten den Code der Japaner schon in einer früheren Phase des Krieges geknackt. Die amerikanischen Offiziellen kannten auch den Grund, weshalb die Japaner keine bedingungslose Kapitulation wollten. EINE Bedingung war ihnen enorm wichtig: Der Kaiser sollte - als symbolische Führungsfigur - erhalten bleiben. Der ehemalige US-Botschafter in Japan, Joseph Grew und andere, die sich mit der japanischen Gesellschaft auskannten, unterbreiteten den Vorschlag, Japan zu erlauben, den Kaiser zu behalten. Dies würde zahllose Leben retten und den Krieg früher beenden.

Aber Truman gab nicht nach. Auf der 'Potsdamer Konferenz' einigte man sich auf "bedingungslose Kapitulation". So wurde sichergestellt, dass die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki fielen.

Es scheint, als sei die US-Regierung entschlossen gewesen, die Bomben abuzuwerfen.

Warum? Die Forschungen von Gar Alperovitz zu diesem Thema sind unvergleichbar gut ('The Decision to Use the Atomic Bomb', 1995 bei Knopf erschienen). Aufgrund der Papiere Trumans sowie seines Chefberaters James Byrnes und anderer schließt Alperovitz, dass die Bombe als eine Art diplomatische Waffe gegen die Sowjetunion betrachtet wurde. Byrnes hatte Truman geraten, die Bombe "könnte uns in die Lage versetzen, die Bedingungen für ein Ende des Krieges zu diktieren". Der britische Wissenschaftler P.M.S. Blackett, ein Berater Churchills, schrieb nach dem Krieg, der Abwurf der Atombombe sei "die erste große Operation des kalten diplomatischen Krieges mit Russland" gewesen.

Es gibt Belege, dass auch die US-Innenpolitik eine wichtige Rolle für die Entscheidung gespielt hat. In seinem Buch 'Freedom From Fear: The United States, 1929-1945' (1999 in Oxford erschienen) zitiert David Kennedy den damaligen US-Außenminister Cordell Hull, der Byrnes vor der 'Potsdamer Konferenz' gesagt hatte, falls man das Prinzip der bedingungslosen Kapitulation aufgebe, werde dies "in den USA in der Folge zu furchtbaren politischen Verwerfungen" führen. Der Präsident werde "gekreuzigt" werden, falls er so verfahre, so Byrnes. Kennedy: "Daraufhin wies Byrnes die Vorschläge von Leahy, McCloy, Grew und Stimson zurück". Diese Personen waren alle willens gewesen, die Forderung nach einer "bedingungslosen Kapitulation" gelassener anzugehen - gerade gelassen genug, um den Japanern zu erlauben, bei einer Beendigung des Krieges ihr Gesicht zu wahren.

Können wir glauben, dass unsere politischen Führer Hunderttausende zum Tode verurteilten oder lebenslanger Qual aussetzten, weil sie "politische Verwerfungen" in der Heimat befürchteten?

Diese Vorstellung ist furchtbar. Die Geschichte verdeutlicht ein Muster: Präsidenten bewerten ihre persönlichen Ambitionen höher als Menschenleben und verhalten sich entsprechend. Bandaufnahmen von John F. Kennedy zeigen, dass er den Rückzug aus Vietnam gegen die kommende Wahl abwog. Transkripte über Gespräche, die Lyndon Johnson im Weißen Haus führte, zeigen, dass er über Vietnam verzweifelt war ("Ich glaube nicht, dass es den Kampf wert ist..."). Gleichzeitig entschied er sich nicht für den Rückzug, denn "sie würden ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten einleiten, oder nicht?" so Johnson.

Starben Millionen in Südostasien, weil ein amerikanischer Präsident im Amt bleiben wollte?

Kurz vor dem (Ersten) Golfkrieg soll John Sununu, der Assistent von George Bush senior, "den Leuten gesagt haben, dass ein kurzer, erfolgreicher Krieg pures politisches Gold für den Präsidenten wäre und dessen Wiederwahl garantieren werde". Steckt nicht auch hinter der Unterstützung von (Präsident) Clinton und (Vizepräsident) Gore für das "Star-Wars"-Antiraketenprogramm der Wunsch, bei den Wählern als harte Jungs zu gelten (1)? (Das Star-Wars-Programm ist wissenschaftlich nicht belegbar und gegen die menschliche Vernunft.)

Natürlich waren politische Ambitionen nicht der einzige Grund, warum es zu Hiroshima, Vietnam und anderen Schrecken unserer Zeit kam. Zink, Gummi, Öl, imperiale Arroganz und die Profite der Konzerne waren weitere Faktoren.

Es gab eine ganze Reihe von Faktoren - aber keiner hatte etwas mit Menschenrechten oder der Rettung von Menschenleben zu tun, wie dies von unseren Führer behauptet wurde.

Ein Krieg geht weiter, auch wenn er vorbei ist. Jeden Tag bombardieren britische und amerikanische Kriegsflugzeuge den Irak (1) und töten Kinder. Jeden Tag sterben Kinder im Irak aufgrund des Embargos, das von den USA gesponsert wird. Jeden Tag treten in Afghanistan Jungen und Mädchen auf Landminen und werden verstümmelt oder getötet. Das Russland des "freien Marktes" terrorisiert Tschetschenien. (Das Russland des "Sozialismus" hatte eine Armee nach Afghanistan geschickt.) Auch die Kriege in Afrika nehmen zu.

Zurecht ist der Minenentschärfer Kip in 'Der Englische Patient' verbittert über den westlichen Imperialismus. Doch das Problem ist größer als die (erwähnte) fünfhundert Jahre währende Attacke auf die nichtweißen Menschen dieser Welt. Das Problem ist, dass die menschliche Intelligenz korrumpierbar ist. Dies macht es unseren Führern möglich, plausible Gründe für monströse Taten zu finden und die Bürger dazu zu bringen, diese Gründe zu akzeptieren bzw. Soldaten dazu, Befehlen zu gehorchen. So lange dies der Fall ist, müssen wir uns diesen Begründungen verweigern und uns widersetzen.

Anmerkung d. Übersetzerin

(1) Howard Zinn schrieb diesen Artikel im August 2000

(2) 'Der englische Patient' (Original: 'The English Patient') ist ein Roman des Kanadiers Michael Ondaatje. Er spielt iin einem italienischen Lazarett gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Der gleichnamige Film kam 1996 in die Kinos.

(3) Kunstmuseum in Washington D.C.

Orginalartikel: The Bombs of August
Übersetzt von: Andrea Noll
Artikelaktionen
1
Anonymous sagt
15.08.2008 16:12

Die deutschen Luftangriffe auf Guernica, Rotterdam, Coventry (ebenso Wilsun und Warschau) waren keine Terrorangriffe. Sie wurden in Einklang mit den damaligen Kriegs- und Völkerrechtsgesetzen durchgeführt. UND die Planung wie auch Durchführung geschah unter Mißachtung jeglicher Rücksichtsnahme gegenüber der Zivilbevölkerung.

Die ersten tatsächlichen Terrorbombardements (auch mit C-Waffen) wurden von den Briten gegen aufständische irakische Stämme durchgeführt.

2
timo sagt
16.08.2008 16:12

Selbstverständlich waren die deutschen Luftangriffe Terrorangriffe. Selbst wenn das Völkerrecht damals noch nicht so umfassend war wie heute. Grundsätzlich geht es doch um die Frage wie man Terror/Terrorismus definiert. Chomsky gibt meiner Meinung nach eine gute Antwort auf diese Frage:

"Eine solche Bestimmung [von Terrorismus] findet sich in US-amerikanischen Gesetzestexten und Armeehandbüchern. Sie ist sehr kurz. Terrorismus sei, so heißt es dort, die »kalkulierte Anwendung oder Androhung von Gewalt (…), um durch Einschüchterung, Zwang oder Furchteinflößung Ziele zu erreichen, die ihrem Wesen nach politisch, religiös oder ideologisch sind«"

http://www.zmag.de/artikel/Gleichgewicht-der-Moral

Sich dabei nur an eine streng juristische Auslegung des damals geltenden Völkerrecht zu halten, finde ich mehr als zynisch. Gerade die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs führten doch zum Genfer Abkommen von 1949.

3
Anonymous sagt
22.08.2008 00:44

Um zu erkennen ob die deutschen Luftangriffe Terrorangriffe waren muß man untersuchen was das oder die Ziele waren, welche Art von Bomben an Bord waren und einige weitere. Diese Untersuchungen wurden von anerkannten (auch deutschen Historikern) durchgeführt und das Ergebnis ist recht einhellig: Sie waren KEINE Terrorangriffe und wie schon gesagt gekennzeichnet durch geringe Rücksichtnahme auf zivile Belange.
(zb. Aus der Reihe: "Das deutsche Reich und der 2.Weltkrieg" Band 6 + 7, Beiträge von Horst Boog)

Die Aussage von Chomsky hat damit nichts zu tun da die US-Definition sehr viel neuer ist als der gerade diskutierte Zeitraum.

Bei meinenm Einwurf geht es um geschichtliche Tatsachen / Abläufe, das damals geltende Völkerrecht gehört dazu
UND
sie haben recht, die Verbrechen des 2.Wk führten zum Genfer Abkommen und das ist vollkommen richtig und gut. Leider wirkt es sich kaum noch aus.

4
timo sagt
22.08.2008 09:45

Ich gehe jetzt mal nur auf Guernica ein:

Ziel des deutschen Angriffs auf Guernika war angeblich die Zerstörung einer 25 Meter langen und 10 Meter breiten Steinbrücke. Aber allein in der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember warf die Legion Condor 36 t Bomben auf die Stadt, darunter Splitterbomben und Brandbomben. 36 t Bomben für die Zerstörung EINER Brücke einer "Stadt" mit 5000-6000 Einwohnern? Eine Diskussion darüber ist geradezu lächerlich. Wenn wir solch eine Rechtfertigung gelten lassen, gibt es keine Terrorangriffe mehr.

Und zum Völkerrecht schreibt Klaus Maier:

Der Luftangriff auf Gernika war aber auch bei Fehlen eines terroristischen
Motivs ein Verstoß gegen damals geltendes Völkerrecht. Art. 25 der Haager Landkriegsordnung (HLKO) von 1907 verbietet, »unverteidigte Städte, Dörfer, Wohnungen oder Gebäude, mit welchen Mitteln es auch sei, anzugreifen oder zu beschießen«

Quelle: http://www.mgfa.de/pdf/ZMG 1_07_web.pdf

5
Anonymous sagt
13.09.2008 16:44

Für den gesamten Komplex "Terrorbombardements" durch die deutsche und westallierte Luftwaffe kann ich nur auf Band 6 und 7 der Reihe "Das deutsche Reich und der 2.Weltkrieg" verweisen da ich hier keine Romane schreiben, bzw. ganze Artikel abtippen möchte.
Dort wird das Thema erschöpfend behandelt und eben mit einem anderen Ergebnis wie es hier dargestellt ist.

6
Anonymous sagt
13.09.2008 23:31

Ihr Widerspruch, die Definition die Chomsky sei eine neue und nicht auf diesen Terrorangriff anzuwenden, ist als ob sie sagen, der Völkermord an den Armenien ist kein Völkermord, weil die Definition bei der UN international erst ab dem 9. Dezember 1948 vorgelegt und akzeptiert wurde.

7
Anonymous sagt
14.09.2008 11:53

Diese "Analogie" ist Quatsch.