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Die Siege im Gazastreifen werden Israel einen hohen Preis kosten

Die jüdisch ethische Tradition bedeutet auch, die Palästinenser wie Menschen zu behandeln.

von Sara Roy

02.01.2009 — Christian Science Monitor

— abgelegt unter:

Cambridge, Mass. Ich höre die Stimme meiner Freunde in Gaza so klar, als wären wir noch per Telefon verbunden – ihre Agonie hallt in mir wieder. Sie weinen und klagen über den Tod ihrer Kinder, einige, kleine Mädchen wie meine Tochter. Ihre Körper sind verbrannt und sinnlos zerstört worden.

Ein palästinensischer Freund fragte mich: „Warum greift Israel genau dann an, wenn die Kinder aus der Schule kommen und die Frauen auf dem Markt sind?“ Es gibt Berichte, einige Eltern könnten ihre toten Kinder nicht finden und irren verzweifelt suchend durch die überfüllten Krankenhäuser.

Als Juden, die wir heute den letzten Abend von Chanukka, das jüdische Lichterfest, feierten, und uns dabei an die Wiederauflebung unseres Volkes erinnerten, frage ich mich: Wie kann ich mein Jüdisch-sein feiern, während Palästinenser getötet werden.

Der jüdische Theologe Marc Ellis fordert uns weiter heraus, wenn er fragt, ob der jüdische Bund mit Gott noch besteht oder angesichts der jüdischen Unterdrückung der Palästinenser nicht mehr besteht? Hat die jüdisch ethische Tradition für uns noch Gültigkeit ? Gilt das Versprechen der Heiligkeit (gemeint ist wohl die „Auserwählung des jüdischen Volkes durch Gott“ ER) – die für unsere Existenz so wichtig ist – noch immer?

Die Glücklichen im Gazastreifen sind die in ihre Wohnungen Eingesperrten; sie sind hungrig, durstig, ohne Strom und Licht – ihr Leben kann man fast nicht mehr Leben nennen – aber ihre Kinder leben noch.

Seit dem 4. November, als Israel die Feuerpause mit der Hamas brach und Gaza in einem noch nie da gewesenen Ausmaß angriff – eine Tatsache, die nun mit Gazas Toten beerdigt wird – eskaliert die Gewalt, da die Hamas mit Hunderten von Qassam-Raketen reagiert und nach Israel abfeuert und israelische Zivilisten tötet. Es wird berichtet, Israels Strategie sei, die militärischen Ziele der Hamas zu treffen - aber wie kann ich diesen Unterschied meinen palästinensischen Freunden erklären, die ihre Kinder beerdigen müssen.

Am 5. November sperrte Israel alle Übergänge in den Gazastreifen ab, reduzierte zum großen Teil die Lieferung von Lebensmitteln, ja, lehnte die Lieferung auch von Medikamenten, Brennstoff, Kochgas und Ersatzteilen für das Wasser- und Abwässersystem völlig ab. Einer meiner Kollegen in Jerusalem sagte: „Diese Belagerung ist etwas völlig Abartiges. So etwas haben die Israelis bis jetzt noch nie gemacht.“

Während des Novembers kamen täglich durchschnittlich 4,6 LKWs mit Lebensmitteln von Israel nach Gaza, im Oktober waren es im Durchschnitt noch 123 LKWs pro Tag. Ersatzteile für Reparaturen und zur Erhaltung des Wassersystems werden seit über einem Jahr nicht mehr durchgelassen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete gerade, die Hälfte der Ambulanzwagen von Gaza seien nicht mehr in Ordnung.

Nach Associated Press ist die Todesrate bis Dienstagmorgen von drei Tagen auf mindestens 370 gestiegen und die der Verletzten auf 1400 *. Die UN sagt, dass wenigstens 62 der Toten Zivilisten sind. Und ein palästinensischer Angestellter des Gesundheitswesen sprach von mindesten 22 Kindern unter 16, die getötet wurden und von 235, die verletzt wurden.

In den fast 25 Jahren, in denen ich mich mit dem Gazastreifen und den Palästinensern beschäftige, war ich nie mit so schrecklichen Bildern verbrannter Kinder konfrontiert .

Doch für die Palästinenser sind es nicht nur Bilder – es ist Wirklichkeit. Und deshalb fürchte ich, etwas ganz Tiefgründige/ Wesentliches habe sich verändert, das man nicht so leicht ungetan machen kann. Wie kann man im Zusammenhang mit dem, was heute im Gazastreifen passiert, über Versöhnung als einem Weg der Befreiung sprechen, von Sympathie als Quelle von Verständnis? …

Es ist eine Sache, jemandem sein Land, sein Haus, seinen Lebensunterhalt wegzunehmen, seine Ansprüche zu verunglimpfen, seine Gefühle zu ignorieren. Es ist eine andere Sache, sein Kind umzubringen. Was geschieht mit einer Gesellschaft, der Erneuerung verweigert und der die Zukunft genommen wird?

Und was wird mit den Juden als Volk geschehen, ob sie nun in Israel leben oder nicht? Warum sind wir Juden nicht in der Lage, die fundamentale Menschlichkeit der Palästinenser zu akzeptieren und sie in unsere moralischen Grenzen mit aufzunehmen. Ja, wir weisen sogar jede menschliche Verbindung zu dem von uns unterdrückten Volk zurück. Im Grunde genommen ist es unser Ziel, das menschliche Leid nur auf ein Volk, nämlich allein auf uns, zu konzentrieren.

Unsere zurückweisende Haltung gegenüber dem „anderen“, wird uns selbst ruinieren. Wir müssen die Palästinenser und die anderen arabischen Völker in unser jüdisches Verständnis der Geschichte mit einbeziehen, weil sie einfach ein Teil dieser Geschichte sind. Wir müssen vielmehr unser Narrativ hinterfragen und auch das, wie wir dies anderen weitergegeben haben, als weiter die Überzeugungen und Gefühle zu hegen, die die jüdisch ethische Tradition verraten.

Jüdische Intellektuelle sind gegen Rassismus, Unterdrückung und Ungerechtigkeit überall auf der Welt. Es ist jedoch unannehmbar – ja für einige fast ein Akt von Ketzerei – dagegen zu sein, wenn Israel der Unterdrücker ist. Dieses Messen mit zweierlei Maß muss ein Ende haben.

Israels Siege sind Pyrrhussiege und decken die Grenzen von Israels Macht auf und gleichzeitig unsere Grenzen als Volk: nämlich unsere Unfähigkeit, ein Leben ohne Schranken zu leben. Sind dies die Grenzen unserer Wiedergeburt nach dem Holocaust?

Wie überwinden wir in einer Nach-Holocaustwelt als Juden, die wir durch den jüdischen Staat mächtig geworden sind, Grausamkeit und Unterwürfigkeit – und bleiben dabei menschlich ?

Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen bestimmen, wer wir sind und was aus uns letzten Endes wird.

Übersetzt von: Ellen Rohlfs
Artikelaktionen
1
flora sagt
12.01.2009 20:10

Die Sorgen um das was aus Israel und den Juden dort wird, wer/was sie bereits sind, verehrte Sara Roy, sind mehr als berechtigt, angesichts der Vorgänge in Palästina seit 1948, seit die Juden dort ganz alleine die Verantwortung für ihr Verhalten tragen.
Stellen Sie sich bitte mal vor, das dichte Netz von Lügen und Propaganda wird eines Tages, aus welchen Gründen auch immer, von der brutalen Wirklichkeit gezogen und das wahre Gesicht Israels kommt ungeschminkt zum Vorschein.
Ich als Deutscher habe eine solche Erfahrung nach 1945 machen müssen, wie viele andere Deutsche auch, und das war furchtbar und hat viele von uns für unser ganzes Leben geprägt! Wir sind praktisch für immer sensibilisiert in solchen Fragen wie Sie sie beschäftigen, das "geht nie wieder weg".
Die jüdischen Täter von heute, bestimmt aber ihre Nachfahren werden die Rechnung bekommen, sie werden sich irgendwann für ihre Taten verantworten müssen, auch und ganz besonders vor sich selbst!
Sie haben bereits damit angefangen, wie viele andere Juden auch. Ich kann ihnen nachempfinden,ich weiß was es für Menschen wie Sie bedeutet, sich mit den Taten der eigenen Leute öffentlich auseinander zu setzen, so wie Sie das mutig tun, und wie es nach meiner Meinung richtig ist um Nachdenklichkeit und vieleicht auch irgendwann Einsicht zu wecken.
Aber vor allem sehr wichtig, weil Sie und andere beweisen, dass es auch andere Juden gibt als die, die gerade auch dem jüdischen Volk ungeheueren Schaden zufügen.So sehe ich das jedenfalls.
Ihre Sorgen um das jüdische Selbstverständnis, um die israelisch/jüdische Identität, sind mehr als berechtigt.Ich als Nachfahre von Tätern kann nur immer wieder auf die seelischen Verwüstungen hinweisen, die diese Täter sich selbst zufügen.Ich habe da eigene familiäre Erfahrungen.
Aber auch das Ansehen des Staates Israels in der Welt ist bereits unreparierbar beschädigt, und Israel wird zu einem Paria werden, in dem Moment, in dem die U.S.A. und die Europäer (ihre heutigen Komplizen) ihre schützende Hand zurückziehen. Das ist im Moment zwar nicht zu erwarten, aber das Gedächtnis von Völkern überspannt große Zeiträume.
Nicht nur juristisch gesehen: Völkermord verjährt nie!
Nur solange Israel in der Lage ist, mit Hilfe seiner Koplizen, der Welt aufzuzwingen was diese von ihm zu halten hat, ist es davor geschützt juristisch zur Rechenschaft gezogen zu werden. Das hilft verantwortungsvollen Menschen wie Ihnen, die ein Gewissen haben, persönlich aber leider überhaupt nichts.
Sie und Ihresgleichen leisten aber einen unschätzbaren Dienst nicht nur der Humanitas, sondern auch dem sogenannten jüdischen Volk, wenn es das so überhaupt gibt.
C.Pichlo

2
Anonymous sagt
13.01.2009 02:15

"Wie überwinden wir in einer Nach-Holocaustwelt als Juden, die wir durch den jüdischen Staat mächtig geworden sind, Grausamkeit und Unterwürfigkeit – und bleiben dabei menschlich ?"
Bei allen vcrhandenen intellektuellen Fähigkeiten von Frau Roy hat sie das Stigma der Unterwürfigkeit bis heute noch nicht ablegen können.
Von so einer Steilvorlage hat C. Pichlo mit seinem Kommentar nur träumen können. Die meisten Juden sind schlecht, weil (es folgt das übliche Verabscheuungsritual) so böse und grausam zu den Palästinensern. Es gibt auch gute Juden und zu denen gehört jetzt nicht nur Herr Avnery, sondern nun auch Frau Roy, die allen Ernstes meint wir wären durch den jüdischen Staat mächtig geworden wären.
Also nichts wie weg mit diesem jüdischen Staat. Nur unterwürfige, ohnmächtige Juden sind gute Juden meint die Alibijüdin vom Dienst und bekommt Beifall vom selbsterkannten Nachfahre eines Täters.
@ Herr/Frau C. Pichlo: Ich kann und will Ihnen keine Absolution erteilen. Nachfahre von Tätern -was immer diese getan haben- zu sein ist ein wertneutrales Schicksal unter Vielen. Absolut Niemand hat ein Recht Ihnen daraus einen Vorwurf zu machen, nicht einmal Sie selber.
Und das gilt auch für Juden.


Geht's auch Normal.

3
flora sagt
13.01.2009 10:03

Es ist erstaunlich, mit welchen geistigen und moralischen Salti Mortale es manche Leute schaffen, alle Fakten zu negieren und ihre Intelligenz sowie ihre Menschlichkeit einfach abzuschalten.
C.Pichlo

4
Anonymous sagt
13.01.2009 13:46

@ C.Pichlo: alle Fakten sind immer noch mehr als das, was hier gesagt worden ist bzw was hier vorliegt.
Nun machen Sie sich mal nicht breiter als Sie sind.
Das Sie sich auch dann noch die Deutungshoheit über Intelligenz und Menschlichkeit von Anderen anmaßen wollen zeigt auf, daß Sie im Grunde immer noch das Denken und die Sprache der Tätergeneration praktizieren von denen Sie sich eigentlich distanziert haben wollten.
Leider ist der Schoß immer noch fruchtbar...

Alex

5
flora sagt
13.01.2009 14:43

Alex, normalerweise kommt spätestens an díeser Stelle aber nun doch die Antisemitismus-Keule, von Leuten, die sich als die wirklich Breiten sehen.Vorgezeigt haben Sie die Keule ja schon. Also bitte keine falsche Scham, damit ersparen Sie sich auch über etwas zu reden, über das es nichts zu reden gibt, nämlich über die Tatsachen in diesem Falle! Mit mir jedenfalls können Sie nicht darüber diskutieren, das muß klar sein!
C.Pichlo

6
Anonymous sagt
13.01.2009 23:20

Frau C.Pichlo, ein sehr kluger Philosoph sagte mal: Ich denke, also bin ich. Bei Ihnen heißt das Motto offensichtlich: So wie ich denke ist es.
Nein, da gibt es nichts zu diskutieren, doch sogar bei Ihnen scheinen Türen offen zu sein.
Ich habe kein einziges Mal das Wort Antisemitismus geschrieben, oder Sie als Antisemitin bezeichnet und ich werde es auch nicht tun.
Die Keule ist für Überzeugungsarbeit die falsche Waffe.
Was Sie und sehr Viele hier an den Tag legen sind durchaus Stereotype aus dem Bereich des antijüdischen Antisemitismus. Sie sind ja selber darauf gekommen; da muß ich Ihnen das nicht um die Ohren schlagen.
Ein Wesentliches Element dieser Stereotype ist das Aburteilen nach doppelten Standards.
Alleine die Quantität der Beiträge mit eindeutiger Tendenz, Israel wegen seines Vorgehens im Gaza zu verurteilen und in Folge dessen gleich den moralischen Wert der Juden im Allgemeinen in Frage zu stellen (nach dem Motto: Das haben wir doch schon immer gewußt) steht in keinem Verhältnis zu dem was in der Welt tatsächlich an zwischenmenschlicher Brutalität passiert oder passiert ist wie z. Bspl. in Angola, Kongo, Darfur, Nord-Korea, Irak usw.
Wenn dort Juden involviert wären, dann wäre das natürlich ganz Anders. Hier kann auch niemand sagen, er/sie hätte das nicht gewußt ohne sich bis auf die Knochen zu blamieren.
Was erwarten Sie denn? Den reinen, unschuldigen Juden gibt es genauso wenig wie die Version als Christ oder Muslim. Also haben Sie da auch nichts zu erwarten. Darüber gibt es mit mir nichts zu diskutieren.

Alex

7
flora sagt
14.01.2009 10:28

Alex, ich erwarte von Israel, dass es sich an das Völkerrecht hält und an all die vielen UN- Resolutionen, die es einfach ignoriert. Dabei handelt es sich bereits nur um Mindeststandards!
Darunter ist es nicht zu machen. Unter diese Minimalforderungen kann ich nicht zurückgehen, egal was man von mir halten sollte.
Ein Land,auch noch eine Demokratie(!), dass diese Meßlatte unterläuft,und das fortlaufend und immer schamloser, ein solches Land und seine Bürger stehen außerhalb der Völkergemeinschaft! Sie sind, wie in diesem Falle, eine Gefahr für den Weltfrieden.
Es ist mir unverständlich, dass das intelligente Juden nicht begreifen können. Sehen die denn nicht die Analogie zum Naziregime? Ich bin mir fast sicher, dass diese intelligenten Juden den schleichenden Völkermord deswegen nicht stoppen, sondern ihn auch noch verteidigen, weil sie moralisch verwahrlost sind. Eine andere Erklärung kann es nicht geben.
Diese moralische Verirrung ist mir von liebevollen Vätern und Ehemännern aus der Nazizeit und danach noch in sehr guter Erinnerung, die aber genauso skrupellose Mörder für die "gute Sache" waren, denn die glaubten fest daran dass sie für Deutschland morden mußten...
Und sowas muß den Juden (nicht nur in Israel anscheinend) laut und klar gesagt werden, auch wenn die Aussicht auf Einsicht minimal ist.
Es ist ja nicht der Mangel an Einsichtsfähigkeit auf Seite der israelischen Politik und ihrer Unterstützer, oder der Mangel an Intelligenz, es handelt sich meiner Meinung nach um eine Verirrung und moralischen Verwahrlosung eines ganzen Volkes wie man es seit dem Naziregime nicht mehr erlebt hat.
Leute, die Sabra und Shatila zu verantworten haben oder Beirut und Gaza, und all die anderen ungeheueren Verbrechen, die stehen moralisch in einer Reihe mit den Schlächtern des Naziregimes.
Und Sie, Alex, wissen das genau, Sie haben die selben Informationen wie ich, und wahrscheinlich sind Sie auch nicht dümmer als ich, und argumentieren aber wie die Schlächter von Gaza.
Als Entschuldigung für Ihr Verhalten könnten Sie eigentlich nur Dummheit anführen, ich vermute aber, dass Sie diese Entschuldigung nicht beanspruchen können...
Ich habe Jahrzehnte lang auch nicht wahrhaben wollen, dass ich meine ganze Symphatie an ein Volk gegeben habe, und das ich tätig unterstützt habe, dass genau das machte, was ich an seinen ehemaligen Peinigern so verachtete.
Die Erkenntnis eines solchen fundamentalen Irrtums ist immer bitter,
und sie kann zu irrigem Verhalten in die andere Richtung führen, wenn man sich nicht davor schützt. Das wird angesichts des Völkermordes an den Palästinensern aber immer schwieriger.(Völkermord in Gaza um der ethnischen Säuberung willen aber auch aus wahltechnischen Gründen - mein Gott wird mir übel!
"Die Wahrheit beim Namen zu nennen, ist die erste revolutionäre Tat", sagte eine große Frau der europäischen (deutschen) Geschichte- übrigens eine Jüdin!

C.Pichlo

8
Anonymous sagt
16.01.2009 02:45

"Alex, ich erwarte von Israel, dass es sich an das Völkerrecht hält und an all die vielen UN- Resolutionen, die es einfach ignoriert."
Erwarten Sie das auch von der HAMAS und der Hizbollah und vom Iran und von Pakistan und...?

"Dabei handelt es sich bereits nur um Mindeststandards!"
Wie siedeln Sie dann den Standard in Darfour, Somalia und im Kongo an, um nur einige aktuelle Brennpunkte zu nennen.

"Darunter ist es nicht zu machen. Unter diese Minimalforderungen kann ich nicht zurückgehen, egal was man von mir halten sollte."
Ich halte Ihre Überzeugung für inkonsequent und damit nicht für glaubwürdig, da Sie unterschiedliche Standards ansetzen.
Machen Sie das doch einmal umgekehrt. Setzen Sie an die HAMAS die Standards von Israel an inklusive aller Fehler, die in Israel gemacht werden. Zeigen Sie mir ein weiteres Land des Nahen Ostens, wo so selbstkritisch und offen mit den eigenen Schwächen, Unzulänglichkeiten und Verfehlungen umgegangen wird. Die israelischen Autoren, deren ausgesprochen kritische Beiträge hier veröffentlich werden, können sich alle ohne Gefahr für Ihr Leben in ISrael aufhalten. In den Krankenhäudern in Gaza geraten sie in Gefahr von HAMAS-Aktivisten exekutiert zu werden, wenn Sie Fatah-Anhänger sind oder in den Verdacht geraten mit Israel zusammen zu arbeiten.
Wo sind da Ihre Standards?

Im Klartext: Israel gibt zu, Fehler zu machen. Das macht es letztendlich stark.

"Ein Land,auch noch eine Demokratie(!), dass diese Meßlatte unterläuft,und das fortlaufend und immer schamloser, ein solches Land und seine Bürger stehen außerhalb der Völkergemeinschaft!"
Wer ist denn dann noch Mitglied der Völkergemeinschaft?
China, Nord-Korea, Lybien, Russland, Birma, der Großteil der afrikanischen Staaten.!
Ihr selbstgerechtes Ereifern ist ziemlich verlogen.

"Sie sind, wie in diesem Falle, eine Gefahr für den Weltfrieden."
Mir kommen die Tränen. Selbst ein Großteil der arabischen Nachbarn Israels sieht das Anders. Dank Achmedinedschad und seiner aggressiven Politik mit Hilfe seiner 5. Kolonnen HAMAS und Hizbullah wird Israel in der Region als zuverlässigere politische Kraft betrachtet als zur Zeit die Palästinenser.
Solche Solidarisierungen hatte der Herr aus Teheran nun wirklich nicht vor.

Hoffentlich verspielt Israel nicht dieses derzeitige Vertrauen.
Es macht gegenüber den Palästinensern auf dem Weg zu deren eigenem Staat Zugeständnisse möglich, an die vor einigen Jahren gar nicht zu denken war. Hoffentlich nutzen die Palästinenser diese Gunst der Stunde auch.

"Es ist mir unverständlich, dass das intelligente Juden nicht begreifen können."
Ihre unsägliche Schwarz-Weiß Malerei und Ihr zwanghaftes Streben immer auf der richtigen Seite stehen zu wollen, kann ich verstehen und analysieren doch ich kann und will es nicht nachvollziehen.
Es ist vollkommen weltfremd und geradezu krankhaft.

"Sehen die denn nicht die Analogie zum Naziregime?"
Absolut, wenn man die Charta der HAMAS vor sich hat.
http://www.n-tv.de/638507.html
http://usahm.info/Dokumente/Hamasdeu.htm
http://www.hagalil.com/archiv/2003/08/hamas.htm
http://www.matthiaskuentzel.de/contents/sprache-der-vernichtung
http://www.memri.de/uebersetzungen_analysen/2006_01_JFM/hamas_charta_17_02_06.pdf
Sagen Sie mir, ob es Ihres Wissens nach in Israel etwas Vergleichbares wie die Nürnberger Gesetze gibt.
Gibt es faschistoide Regierungsstrukturen in Israel, wie sie für Diktaturen mit Personenkult (z. Bspl. Nordkorea) kennzeichnend sind?
Ist die Gewaltenteilung in Israel aufgehoben? Wie wird das z. Bspl. in Syrien gehandhabt?

"Ich bin mir fast sicher, dass diese intelligenten Juden den schleichenden Völkermord deswegen nicht stoppen, sondern ihn auch noch verteidigen, weil sie moralisch verwahrlost sind. Eine andere Erklärung kann es nicht geben."
Doch es gibt eine andere Erklärung:
An den Palästinensern wird kein Völkermord verübt.
http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=PAZ6Y4
http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord
Das ist eine infame Verleumdung und geradezu perverse Gedankengänge, die Sie hier artikulieren.
http://www.hagalil.com/archiv/2009/01/15/ueberproportionale/print/
Völkermord im Gaza wäre, wenn von ca. 1,5 Millionen Einwohnern jetzt noch 1000 leben würden und nicht umgekehrt.
Wie dumm muß man sein, um einen derartigen Unsinn zu glauben und zu verbreiten?

"Die Erkenntnis eines solchen fundamentalen Irrtums ist immer bitter,
und sie kann zu irrigem Verhalten in die andere Richtung führen, wenn man sich nicht davor schützt."
Da haben Sie etwas Wahres erkannt. Drehen Sie um, bevor es zu spät ist. Sie wanken von einem Extrem zum Anderen, immer auf der Flucht vor Ihrem schuldbeladenen Unterbewußtsein als Deutsche, die zu den nur Guten gehören möchte und die Realität ausblendet, in der es nun Mal keine nur guten und nur bösen Wesen gibt. Sie träumen einen kindischen, unwirklichen, verlogenen Traum. Es ist klar, daß Sie an der Realität verzweifeln, doch das ist nicht das Problem der Realität, sondern Ihr persönliches.

Ich wünsche baldige Genesung.

Alex

9
Anonymous sagt
16.01.2009 11:51

MUSS man da noch viel sagen? Israel hin Gaza her - MOMENTAN werden die Grueltaten nicht von der Hamas begangen sondern von Israel persönlich. Das was da momentan abgeht ist keine Verteidigung sondern aggressive Kriegstführung gegen eine Zivilisation!!

Nur ein kleiner Bericht von vielen! (aber womöglich hat die Hamas auf dem Dach des Krankenhauses gestanden und deswegen wurde dieses als Ziel ausgewählt - warum sonst ?!?) Wach endlich mal auf. Sowas darf man niemandem durchgehen lassen, weder den Arabern, Juden, Christen oder sonst wem. Sowas muss kollektiv aufgehalten werden! Hamas hin Hamas her, hier geht es momentan hauptsächlich um die Zivilbevölkerung! Konzentriere dich auf das wesentliche!

Wie ein AFP-Reporter berichtete, bemühten sich Angehörige, Patienten und Verletzte auf Krankenhausbetten sowie frühgeborene Babys in Brutkästen aus dem brennenden Gebäude ins Freie zu bringen, wo Schüsse der israelischen Armee zu hören waren. Über dem in Flammen stehenden Brand Gebäude stieg dichter Rauch auf.

Ein bereits zuvor durch israelischen Beschuss ausgelöster Brand im Krankenflügel der Klinik hatte gelöscht werden können. Nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern waren dort Phosphorgranaten zum Einsatz gekommen, die schwere Verbrennungen verursachen. Hunderte Menschen, unter ihnen auch Kriegsverletzte, hatten in dem stark beschädigten Gebäude festgesessen. Am Abend brannte der Teil des Krankenhauses, in dem die Verwaltung untergebracht ist.

Die israelische Armee schoss das Hauptquartier des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) in Gaza nach Angaben des UNRWA-Direktors John Ging mit Phosphorbomben in Brand. Dies hätten ihm internationale UNRWA-Mitarbeiter mitgeteilt, sagte Ging. Drei Mitarbeiter des UN-Hilfswerks wurden nach UNRWA-Angaben verletzt. Etwa 700 Menschen in dem Gebäude warteten darauf, in Sicherheit gebracht zu werden. ....

Der israelische Regierungschef Ehud Olmert erklärte sein "Bedauern" über den Beschuss des UNRWA-Gebäudes. Die israelische Armee habe angegriffen, nachdem die Hamas aus dem Gebäudekomplex geschossen habe. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sprach von einem "schweren Fehler".