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"Für euch die Auslöse, für uns der Ausverkauf" - Demonstranten protestieren gegen die Wallstreet

ein Bericht zur Demo im New Yorker Bankenviertel am 29. April

von Amy Goodman

30.04.2010 — Democracy Now!

Tausende gingen am Donnerstag auf die Straße, um gegen die Wallstreet zu demonstrieren. Sie verurteilten die finanzielle Auslöse (Bailouts) auf Kosten der SteuerzahlerInnen. Sie kritisierten die Rolle der großen Finanzunternehmen während der nationalen Finanzkrise. Ein Bündnis aus Gewerkschaften und Community Groups organisierte den Marsch, der just stattfand, als der US-Senat die Debatte über Maßnahmen zur Überarbeitung der Finanzregulation eröffnete.

 

Amy Goodman:

In New York marschierten am Donnerstag Tausende von Arbeitern und Gewerkschaftsführern, um ihrer Empörung über die Rezession, über die Reaktion des Bundes auf die Krise sowie über die räuberische Praxis der Kreditvergabe Ausdruck zu verleihen. Der unabhängige Journalist Brandon Jordan war vor Ort und sandte Democracy Now! diese Reportage über die Demo:

 

Brandon Jordan:

Rund 10 000 Menschen beteiligten sich am Marsch auf die Wallstreet - aus Protest gegen Jobverlust, Häuserräumungen, die fragwürdige Kreditvergabepraxis und die Auslösesummen an Finanzinstitutionen - für die die Steuerzahler aufkommen mussten. Vor der angekündigten Demo stürmten rund 100 Demonstranten den Eingangsbereich zweier Banken. In der Park Avenue begaben sich die Demonstranten in das Büro der Bank JPMorgan Chase (skandierende Rufe):

 

Demonstrantensprecher:

JPMorgan Chase hat in vielerlei Weise zu der großen Rezession beigetragen - zum Beispiel, indem das Unternehmen zwischen 2005 und 2007 $295,3 Milliarden in Subprime-Kredite (für unterfinanzierte Kleinkreditnehmer - Anmerkung der Übersetzerin) steckte sowie durch direkte Investitionen, durch direkte Organisation (skandierende Rufe).

 

Brandon Jordan:

Anschließend begab sich die Gruppe zum Seagram-Gebäude, in dem sich die Büros von Wells Fargo und Wachovia befinden (skandierende Rufe).

 

Demonstrantensprecher:

Wells Fargo hat in vielerlei Weise zu der großen Rezession beigetragen - durch die Organisation.... (sowie) durch die Vergabe von Subprime-Krediten im Wert von $74,2 Milliarden.

 

Joseph Ferdinand:

Wir versuchten es mit Emails, mit Snail, mit Anrufen und auf dem Postweg. Es war, als würden wir gar nicht existieren. Also gingen wir die Sache direkt an und sind hierhergekommen.

 

Brandon Jordan:

Um 16 Uhr, als an der Wallstreet die Schlussglocke läutete, versammelten sich Tausende von Arbeitern an der City Hall in Downtown Manhattan.

 

Jack Ahern:

Die Amerikaner zählen ihre Pennies, während die Banker ihre Milliarden zählen - und das ist einfach nicht richtig.

 

Brandon Jordan:

Nach einer einstündigen Kundgebung marschierte die Menge den Broadway entlang, vorbei an der Wallstreet und nach Bowling Green.

 

Skandierende Demonstranten:

Ihr wurdet ausgelöst,  wir wurden ausverkauft. Ihr wurde ausgelöst, wir wurden ausverkauft.

 

Reverend Lisa Robinson:

Während ich hier mit Ihnen spreche, werden mir gerade die Räumungspapiere zugestellt. Ich bin also hier, damit etwas getan wird. Sie verlangten von den kleinen Leuten, sie sollten sie auslösen. Nun ist es an der Zeit, dass Wallstreet etwas für die Leute tut und uns hilft, das zu behalten, was wir noch haben. Die wichtigste Botschaft lautet: Schluss mit den räuberischen Krediten! Wir brauchen Jobs! Stoppt die astronomisch hohen Zinsen, helft den Leuten, die dafür gesorgt haben, dass ihr heute da seid, wo ihr seid.

 

Demonstrant:

Wir sind hier, um die Banken wissen zu lassen, dass wir die Schnauze voll haben von ihrem Chaos.

 

Brandon Jordan:

Die Demonstration wurde von einem breiten Bündnis organisiert - unter anderem beteiligten sich 'National People's action', (die Gewerkschaften) AFL-CIO und SEI sowie moveon.org und andere Community Groups daran.

 

 

 

 

Übersetzt von: Andrea Noll
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