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Probleme mit der Privatisierung in Südafrika

von Mandisi Majavu

10.11.2007 — ZNet-Commentary

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Eine Wirtschaftspolitik, die die Privatisierung von allem, was für uns wesentlich ist, erstrebt, wird keine ökonomischen Chancen für die Mehrzahl der Menschen in Südafrika schaffen. Vielmehr verschärft eine solche Politik die Ungleichheit und soziale Ungerechtigkeit.

Man kann nicht erwarten, dass ein Wirtschaftssystem, das von seinem Wesen her darauf abzielt, Ungleichheit zum Vorteil der Reichen gegenüber den Armen zu schaffen, faire wirtschaftliche Chancen für uns alle eröffnet. Es wäre Wunschdenken, zu erwarten, dass ein solches System anders funktionieren könnte.

Den Armen ist dies klar. Aus diesem Grund revoltieren sie an Orten wie in Joe Slovo, in Mandela Park oder Soweto. Hierzulande gibt es Sozialbewegungen, die gegen das schändliche System vorgehen. Es ist ein abscheuliches, hässliches System - um es mit Keynes Worten zu sagen.

Über dieses System schreibt auch Walter Rodney in seinem Buch 'How Europe under-developed Africa'. Viele Autoren und Ökonomen - beispielsweise Joseph Stiglitz - haben en détail beschrieben, wie das derzeit herrschende System die Reichen gegenüber den Armen bevorzugt, wie die neoliberale Politik starke Handelspartner gegenüber schwachen bevorzugt. Allerdings diskutiert man bei uns kaum über die Chancen eines alternativen Systems - das das jetzige ersetzen könnte. Viele Dekolonialisierungs-Projekte in Afrika führten nicht zu den Resultaten, für die wir gekämpft hatten, nicht zu den Ergebnissen, von denen wir träumten, die wir uns erhofft hatten. Der Grund ist, wir verfügten nicht über ein klar artikuliertes, befreiendes alternatives System, das die koloniale Ordnung hätte ersetzen können.

Bakunin sagte einst, der menschliche Verstand, die menschliche Würde und das menschliche Glück könnten ausschließlich im Kontext von Freiheit wachsen und gedeihen. Im Gegensatz hierzu sieht er jene formale Freiheit, die der Staat zuteilt, zumisst, reguliert.

Bakunin erinnert uns auch daran, wie wichtig es ist, nicht zu vergessen, dass der Staat - wie wir ihn kennen -, die Interessen einiger weniger Privilegierter repräsentiert und diesen dient.

Post-koloniale Denker müssen ein Konzept entwickeln, wie die Strukturen eines freien Staates aussehen sollten: Strukturen, die nicht nur die alte koloniale Herrscherklasse durch eine neue post-koloniale Herrscherelite ersetzen.

Was uns noch fehlt, ist eine politische und ökonomische Vision für das Leben nach dem Kolonialismus. In vielen post-kolonialen Staaten hat sich das ökonomische Leben nur leicht verändert: Das Besitzrecht an Ressourcen und an den Arbeitsplätzen wurde aus den Händen kolonialer Master in die Hände einer neuen schwarzen Elite transferiert.

Die alten Bosse wurden verjagt, neue kamen.

Dieses Muster ist auch in Südafrika, nach dem Ende der Apartheid, erkennbar.

Die Vorteile einer partizipativen Ökonomie liegen in dem, was bei PARECON unter der Bezeichnung Diversität wertgeschätzt wird.

Nicht der Staat und die Eliten sollen die Entscheidungen über Produktion und den Konsum treffen, sondern Arbeiter- und Nachbarschaftsräte entscheiden, was für die Gesellschaft gut ist.

Mandisi Majavu ist postgraduierter Student an der University of Cape Town.

 

Dieser Artikel ist im Original in der Business Daily Africa vom 28. September 2007 erschienen.

 

Übersetzt von: Andrea Noll
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