Unterstützung für Julian Assange
ABC News kommentiert auf John Pilger's ZSpace Page
von John Pilger
08.12.2010 — ABC / ZCommunications
WikiLeaks-Gründer Julian Assange bleibt weiterhin in Haft (1), nachdem ein britisches Gericht entsprechend entschieden hat. (In Schweden werden Assange Sexualstraftaten angelastet.) Assange musste vor dem Magistratsgericht in Westminster (Westminster Magistrates Court) erscheinen. Etliche bekannte Persönlichkeiten kamen, um ihn zu unterstützen - unter ihnen der erfahrene investigative Journalist John Pilger. Er zeigte sich bereit, $ 32 000 als Kaution (für Assanges Freilassung) zu hinterlegen.
"Im vorliegenden Fall geht es in erster Linie um das Recht eines Menschen auf Gerechtigkeit, darum, dass jemand so lange als unschuldig gilt, bis seine Schuld erwiesen ist". So erläuterte Pilger, in der Sendung 702 Breakfast mit Adam Spencer, seine Haltung und erklärte, warum er sich in den Fall hineinziehen lässt.
Doch Pilger geht noch weiter. Er bezeichnet die Anschuldigungen gegen Assange als "politischen Stunt". "Der schwedische Generalbundesanwalt hat den Fall aufgegeben, verworfen, er hat der Sache keine Bedeutung beigemessen", so Pilger.
John Pilger konnte mit Julian Assange kurz nach dessen Anhörung (in London) sprechen. Assange befindet sich weiterhin in Polizeigewahrsam. Pilger sagte, Assange habe das Urteil (keine Freilassung auf Kaution) gelassen hingenommen...
"Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen würde", so Pilger, "wahrscheinlich wäre ich äußerst nervös, und ich bin sicher, er war es auch, aber er hat diesen trockenen Humor. Er nimmt es mit schwarzem Humor".
Auf der anderen Seite kritisierte Pilger die Haltung der australischen Regierung - einschließlich der der australischen Premierministerin Julia Gillard.
"Gillards Statement, in dem sie sagt, was WikiLeaks da mache - die Veröffentlichung der Dokumente - sei illegal, (ist falsch), denn es verstößt in keiner Weise gegen irgendein australisches Gesetz."
"Über solche Dinge solten sich die Australier Sorgen machen", meint Pilger.
John Pilger hatte WikiLeaks-Gründer Assange bei einem Interview kennengelernt. Er hatte Assange für die Dokumentation 'The War You Don't See' befragt.
Pilger sagt, Assange fühle sich ermutigt durch die Unterstützung durch Pilger und andere bekannte Persönlichkeiten sowie durch den offenen Brief (2), den diese veröffentlicht haben, um Assanges Aktionen zu unterstützen.
"Im Epizentrum einer Sache wie dieser zu stehen, erfordert eine besondere Kraft; zudem müssen Menschen da sein, die das Grundlegende (an der Sache) begreifen und zur Unterstützung bereit sind, (und) ich glaube, Diejenigen unter uns, die das begriffen haben, werden sie (diese Unterstützung) auch gewähren", so Pilger.
John Pilger sagt, als er Julian Assange das erste Mal getroffen habe, sei er absolut elektrisiert gewesen, angesichts dessen, was dieser gesagt habe.
"Ich glaube, er fühlt sich hier ziemlich in der moralischen Pflicht. Er glaubt, dass es bei globalen Angelegenheiten eine 'ethische Dimension', eine moralische Dimension, geben muss. Das ist seine persönliche Einstellung... (und) das kam auch sehr eindeutig rüber, als wir uns das erste Mal getroffen haben".
1) http://www.abc.net.au/news/stories/2010/12/08/3087467.htm
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