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WikiLeaks veröffentlicht 'IRAQ WAR LOGS' (Irakkriegs-Protokolle) über sechs Jahre Krieg im Irak

Julian Assange gibt Veröffentlichung auf Pressekonferenz bekannt

von Michael Albert

24.10.2010 — ZCommunications

WikiLeaks veröffentlicht 'Irakkriegs-Protokolle' (Iraq War Logs (IWL)) (von Julian Assange)

"Fangen Sie an, sich Gedanken über den Krieg zu machen oder hören Sie auf, ihn zu unterstützen" 

Kommentar von Julian Assange vom 23. Oktober 2010, mit der er die Veröffentlichung von 4000 Dokumenten bekanntgab.

Das Pentagon verurteilt den Report*. In dem Bericht von WikiLeaks wird behauptet, US-Kommandeure im Irak hätten Beweise für Folter und Mord an Zivilisten ignoriert.

"Das Material enthüllt 15 000 Fälle, in denen es um zivile Opfer geht - über die nie zuvor berichtet wurde, die undokumentiert blieben. Das ist eine außergewöhnliche Zahl, über die nie gesprochen wurde, so Julian Assange".

"Wir haben auch festgestellt, dass die Vertuschung von Folterungen durch die Koalitions-Truppen - lange nach Andrew Graham - der konkreten Geheimpolitik entsprach: Misch dich nicht in die Folter der flügge werdenden irakischen Regierung ein", so Assange.

"Dies* ist die akkurateste Beschreibung eines Krieges, die je für die Geschichte festgehalten wurde. Etwas Vergleichbares existiert nicht. Detailliert wird über den Tod von 109 000 Personen berichtet, über 170 000 Verwundete und nahezu 200 000 Festgenommene. Das Ganze ereignete sich in einem Zeitraum von 6 Jahren. Natürlich geht es nur um circa die Hälfte der Militäraktionen, die in diesem Zeitraum stattgefunden haben - da wir nur die amerikanische Perspektive kennen. Doch wir sehen auch, dass es in Bagdad so gut wie keine Straßenecke gibt, an der nie eine Leiche gefunden wurde - eine Person, die durch Gewalt der einen oder anderen Art ihr Leben verlor", so Assange.

"Wir sollten anfangen, uns Gedanken darüber zu machen beziehungsweise aufzuhören, ihn (den Krieg) zu unterstützen. Es ist nicht gut, Dinge zu unterstützen, die man nicht versteht", betonte er.

"Wir müssen begreifen, wie Kriegsrealität aussieht - wenn wir darüber entscheiden, Kriege zu führen".

Assange sagte auch, dass er eine Reaktion aus dem Pentagon erwarte - einen "Gegenangriff", der bislang auf jede Veröffentlichung von WikiLeaks erfolgt sei.

"Beim letzten Mal hieß es, dass Namen in dem (veröffentlichten) Material aufgetaucht seien. Das Pentagon hat es erfolgreich geschafft, der Presse einzureden, dass (die Namensnennungen) eine großartige Todesliste für die Taliban abgäben. In Wirklichkeit erwies es sich in fast jedem Fall als richtig, die Namen zu veröffentlichen. Es handelte sich um die Namen von Gouverneuren, die sich vom US-Militärs bestechen lassen oder um die Namen von Radiosendern, die Bestechungsgelder annahmen und im Gegenzug propagandistische Inhalte sendeten. Selbst letzte Woche sagten Offizielle der Nato in Kabul, sie würden keine einzige Person kennen, die Schutz benötige oder sich bewegen.... Ein Brief ist aufgetaucht. Er wurde schon am 16. August verfasst und stammt von US-Verteidigungsminister Gates. Darin heißt es, in dem Material (WikiLeaks 'Afghanistan-Tagebücher' - Anmerkung d. Übersetzerin) seien keine sensiblen Geheimdienstquellen oder -Methoden preisgegeben worden. Aber das war natürlich nicht die öffentliche Linie", so Assange.

Anmerkung d. Übersetzerin:

 *Hier ein erster Auszug aus dem Report: http://rt.com/Top_News/2010-10-23/poisonous-us-weapons-iraq.html

 Falls die Links (durch Überlastung nicht funktionieren) gehen Sie bitte auf http://www.zcommunications.org/znet

Übersetzt von: Andrea Noll
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